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Die Folgen eines Managementfehlers belasten den Online-Schmuckhändler Elumeo SE (ISIN: DE000A11Q059) wohl auch im kommenden Jahr.

Bei der Bekanntgabe der Gewinnwarnung für dieses Jahr, Anfang November, hatte das Unternehmen von technischen Problemen berichtet, die Umsatz und Ergebnis im dritten Quartal haben einbrechen lassen. Eine Flucht von Investoren und somit den Einbruch des Aktienkurses hatte allerdings die Nachricht von Diskrepanzen beim Lagerbestand ausgelöst, deren Ursache da aber noch nicht bekannt waren.

Beim Standortwechsel des Lagers der britischen Tochter Rocks and Co. hatte es, wie nun herausgefunden wurde, einen Fehler im Warenwirtschaftssystem gegeben. Durch ein technisches Problem an der Schnittstelle zwischen dem neuen Warenwirtschaftssystem und dem neuen Kommissionsroboter konnte nicht die richtige Ware ausgeliefert werden. Daraufhin hatte das lokale Management vor Ort entschieden alle Waren wieder aus dem System zu nehmen, sie per Hand zählen, neu zu katalogisieren und wieder ins System einpflegen zu lassen. Eine Maßnahme des Managements, die sich im Nachhinein jedoch als schwerwiegender Fehler erwies und nun vom Unternehmen als Überreaktion bezeichnet wurde.

Die Herausnahme aller Waren aus dem System und deren somit zeitweise ungeordnete Lagerung hatte zur Folge, dass im September und Oktober temporär kein Umsatz gemacht werden konnte. Zudem schien es einen fehlenden Lagerbestand im Wert von 1 Mio. EUR zu geben. Aufgrund der bis dahin nicht erkannten Folgen des eigenen Handelns wurde auch ein Diebstahl nicht ausgeschlossen.

Nach Abschluss der Bestandsüberprüfung und eines zusätzlichen Abgleichs des Bestands mit den Produktionskosten versichert Elumeo jedoch, dass nichts fehlt und auch die Angaben im Prospekt für den erst im Juli vollzogenen Börsengang richtig sind. Für das Management in Großbritannien hat der Vorfall jedoch bereits personelle Konsequenzen gehabt.

Durch die Behebung des Systemfehlers konnten sich die Umsätze seit November zwar wieder erholen, doch die Folgen sind mit einem Minus von 1,1 Mio. EUR beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nach den ersten neun Monaten deutlich spürbar. Das Konzernergebnis rutschte sogar mit 3,6 Mio. EUR in die roten Zahlen. Für das Gesamtjahr schließt das Unternehmen ein negatives Ergebnis nun ebenfalls nicht mehr aus.

Wie bereits bekannt gegeben, soll der Umsatz nur knapp über dem Vorjahreswert von 70,7 Mio. EUR liegen und die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen. Stieg der Umsatz im ersten Halbjahr noch um 21%, wurde das Wachstum durch den Ausfall nun auf 8% nach neun Monaten zurückgeworfen.

Für 2016 wurden die Erwartungen nun ebenfalls korrigiert. Das Wachstum soll statt bisher bei mindestens 20% nur noch zwischen 15 und 20% liegen. Als Grund dafür wurde die notwendige Verschiebung des geplanten Geschäftsstarts in Frankreich genannt. Die IT-Abteilung wurde durch den Zwischenfall in Großbritannien so stark in Anspruch genommen, dass dieser um ein bis zwei Quartale nach hinten verschoben werden muss.

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