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In diesen Tagen scheint für die Solarworld AG (ISIN: DE000A1YCMM2) wieder ein Stück weit mehr die Sonne. Denn das einstige Vorzeigeunternehmen der deutschen Solarbranche aus Bonn wächst nach der umfassenden finanziellen Restrukturierung, welche Anfang 2014 abgeschlossen wurde, wieder.

Die Ergebnisse des ersten Halbjahres untermauern den operativen Turnaround, so dass der Vorstand die Prognose für das Jahr 2015 bestätigte. Mindestens 25% mehr Absatz und damit einhergehend das Durchbrechen der 1-Gigawatt-Schallmauer sollen in diesem Jahr erreicht werden. Dazu ein Umsatz von mindestens 700 Mio. EUR sowie ein positives EBIT.


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Überlebender des großen Sterbens der deutschen Solarbranche

Nachdem die Solarunternehmen in Deutschland lange Zeit als Vorreiter der Branche galten, kam es im Zuge von weltweiten Überkapazitäten – nicht zuletzt durch Billigproduzenten aus China –  ab 2011 quasi zu einem Aussterben der deutschen Solarfirmen: Neben kleineren Playern kamen auch damals führende Unternehmen der Branche wie Solon, Q-Cells und Centrotherm unter die Räder.

Aber nicht nur die Billigkonkurrenz aus dem Reich der Mitte setzte zu, auch der Wegfall der Subventionen für die Solarbranche in Deutschland wirkte sich noch einmal zusätzlich belastend für das Geschäft heimischer Solarunternehmen aus. Denn die Nachfrage und damit die Auftragslage auf dem Heimatmarkt verschlechterten sich dadurch immens.

Auch Solarworld stand durch diese Entwicklungen 2012 kurz vor dem Exitus. Doch Firmengründer Frank Asbeck, auch als „ Der Sonnenkönig“ bekannt, schaffte es, die Gläubiger zu einem massiven Schuldenschnitt zu bewegen.

So verzichteten die Besitzer der Solarworld-Anleihe und andere Gläubiger auf die Hälfte ihrer Forderungen. Das waren 556 Mio. EUR und somit mehr als 50% der damals auf rund 900 Mio. EUR bezifferten Schulden des Unternehmens. Im Gegenzug erhielten die Gläubiger im Rahmen eines Debt-to-Equity-Swaps neue Aktien der Solarworld.

Asbeck konnte zudem mit Qatar Solar Technologies einen Investor aus Katar gewinnen, der sich im Zuge einer Kapitalerhöhung mit einem Anteil von 29% in das Unternehmen einkaufte und 35 Mio. EUR an liquiden Mitteln in das Unternehmen spülte.

Aber nicht nur die Gläubiger mussten Federn lassen. Vor allem die Aktionäre von Solarworld hatten herbe Verluste einzustecken. 95% des Wertes verloren die Aktien im Verlauf der Refinanzierung, was einem Totalverlust doch sehr nahe kommt.


Solarworld macht sein Geschäft jetzt außerhalb von Deutschland

Die Restrukturierung ist abgeschlossen und Solarworld konzentriert sich jetzt wieder voll und ganz auf das operative Geschäft. Und das erfreulicherweise wieder mit zunehmendem Erfolg. Die vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr weisen jedenfalls in die richtige Richtung. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat der Solarkonzern den Absatz von Solarstrommodulen und Bausätzen um 32% auf 440 MW steigern können. Der Umsatz stieg dabei um 40% auf 320 Mio. EUR. In den ersten sechs Monaten 2014 waren es noch 228 Mio. EUR. Das operative Ergebnis blieb mit -12 Mio. EUR zwar weiterhin negativ, verbesserte sich jedoch gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 um 7 Mio. EUR.

Dabei wuchs das US-Geschäft besonders stark. Solarworld konnte die Absatzmenge in den USA verdoppeln und erhöhte damit den Auslandsanteil des Absatzes auf inzwischen 87%. Gemessen am Gesamtumsatz lag der Auslandsanteil im Geschäftsjahr 2014 bereits bei 83,1%. Der heimische Markt spielt somit für Solarworld immer weniger eine Rolle, stattdessen hat man den Fokus auf andere Regionen, insbesondere die USA, gelegt.


Wachstum auf dem US-Markt bietet Potenzial

Anhand des 5-Jahrescharts der Aktie kann man ermessen, was die Aktionäre von Solarworld in den letzten Jahren durchgemacht haben. Mit Blick auf den Chart seit Juni 2014 zeigt sich, dass die letzten 14 Monate für Solarworld an der Börse vor allem sehr volatil waren. Nach Abschluss der Restrukturierung und der Zusammenlegung der alten und neuen Aktien oszillierte die Aktie bis heute weitestgehend zwischen einem Bereich von 10 EUR und 17 EUR. Von dieser hohen Volatilität wird sicherlich der ein oder andere kurzfristig orientierte Trader profitiert haben. Doch nun könnte es zu einem nachhaltigeren Anstieg kommen.

Nach Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnisse für das erste Halbjahr und der Bestätigung der Prognose könnte sich aber erstmals wieder ein Aufwärtstrend über den Kurs von 17 EUR hinaus vollziehen. Seit Mitte Juni stieg die Aktie von 12,20 EUR auf aktuell 16,70 EUR. Ein Plus von mehr als 36% in sieben Wochen.

Die Tatsache, dass Solarworld vor allem im US-Markt enorm zugelegt hat, lässt für die Zukunft weiter hoffen. Denn in den USA ist dank fallender Preise für Solarpaneele ein Boom ausgebrochen, von dem auch die Bonner profitieren können. Nicht zuletzt weil auch die US-Regierung den Ausbau des Solarstroms mit einem Förderprogramm voranbringen will. Obama legte erst im Juli einen neuen Plan vor, der zum Ziel hat, die Anzahl der Solaranlagen bis 2020 zu verdreifachen.

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