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Nachdem dieSchaltbau-Gruppe (ISIN: DE000A2NBTL2) ihre spanische Tochtergesellschaft Albatros S.L.U. ("Sepsa") bereits im November 2017 zum Verkauf gestellt hat, liegt nunmehr ein Angebot eines strategischen Investors mit Branchennähe für einen Erwerb der wesentlichen Vermögensgegenstände von Sepsa vor.

Da die gegenwärtige finanzielle Situation die Durchführung eines Liquidationsverfahrens erforderlich macht, wird die Geschäftsführung der Sepsa in Kürze einen entsprechenden Antrag stellen. Der Investor plant sodann, die betreffenden Vermögensgegenstände aus der Liquidationsmasse zu erwerben. Eine Bedingung für diesen Erwerb ist allerdings die Unterstützung der Transaktion durch die Arbeitnehmer von Sepsa. Ferner muss das Liquidationsgericht dem Erwerb zustimmen. Schaltbau geht jedoch davon aus, dass die Belegschaft die Transaktion unterstützen und das Gericht die Zustimmung erteilen wird. Der Geschäftsbetrieb von Sepsa soll während des Liquidationsverfahrens und nach Erwerb der Vermögensgegenstände durch den Investor fortgesetzt werden.

Schaltbau hat verschiedene Konzernbürgschaften und Bankbürgschaften zu Gunsten von Kunden, Banken und Lieferanten von Sepsa ausgereicht, die sich auf eine maximale Höhe von etwa EUR 8 Mio. belaufen. Da die Einigung mit dem Investor die Fortführung des operativen Geschäfts von Sepsa ermöglicht, geht die Schaltbau nicht davon aus, dass diese Bürgschaften in voller Höhe in Anspruch genommen werden. Eine präzise Abschätzung des Umfangs der Inanspruchnahmen ist derzeit noch nicht möglich

Gut: Ein Ende und vielleicht weniger als die 8 Millionen Bürgschaftsrisiko, vielleicht. Schlimmstenfalls kommen nochmals die Bürgschaften vollumfänglich zum Zuge, aber dann ist auch Schluss. Die Geschäftsentwicklung der Schaltbau selber nimmt auf jeden Fall die richtige Richtung. Vor einigen Tagen kommentierte Dr. Albrecht Köhler, Sprecher des Vorstands der Schaltbau Holding AG, die Geschäftsentwicklung:

"2018 haben wir erhebliche weitere Fortschritte auf dem Weg hin zu neuer und nachhaltiger Stärke gemacht. Neben guten operativen Fortschritten haben wir unsere Altlasten bilanziell nahezu vollständig bereinigt. Damit können wir uns jetzt voll auf die künftige Entwicklung der Schaltbau-Gruppe konzentrieren: Die Investitionsbereitschaft der Verkehrsträger steigt, und das Geschäft mit Türsystemen für Schienen- und Straßenfahrzeuge belebt sich merklich. Der steigende Einsatz von dezentralen Energiekonzepten, Energiespeichersystemen und smarter Netzsteuerung für Zukunftsbranchen wie New Energy, E-Mobility, DC-Industry und Smart Building sorgt dafür, dass sich zudem überdurchschnittliches Wachstum im Geschäft mit Komponenten für Gleichstromschalt- und -ladetechnik zeigen sollte. Zudem rechnen wir mit weiteren Fortschritten bei der Gestaltung von kostenoptimierten Produktionsstrukturen und Logistikprozessen."

Entwicklung in den Segmenten

Im Jahr 2018 profitierte die Schaltbau-Gruppe insgesamt von erhöhtem externen Auftragseingang über alle Segmente sowie von deutlichen Steigerungen der externen Volumina in den Segmenten Mobile Verkehrstechnik und Komponenten. Der entsprechende EBIT-Beitrag entwickelte sich vor allem bei den Komponenten sehr erfreulich.

Im Segment Mobile Verkehrstechnik summierte sich der Auftragseingang im Jahr 2018 auf EUR 393,5 Mio., das sind 18,0% mehr als 2017. Der Umsatz im Segment kletterte ebenfalls deutlich, und zwar um 14,5% auf EUR 303,8 Mio. Dieses Wachstum ist hauptsächlich auf die erfreuliche Geschäftsentwicklung bei der Bode-Gruppe zurückzuführen. Das EBIT belief sich auf EUR -22,8 Mio. nach EUR -26,4 Mio. im Vorjahr. Während das EBIT 2017 durch eine Sonderabschreibung auf die Sepsa-Beteiligung in Höhe von EUR 24,2 Mio. belastet war, schlugen in dieser Kennzahl im Jahr 2018 Sondereffekte in Höhe von insgesamt EUR 21,9 Mio. zu Buche, die unter anderem auf Sonderabschreibungen auf den Wertansatz von Alte zurückzuführen sind. Bereinigt um diese Effekte zeigt sich eine positive EBIT-Entwicklung, die in den nächsten Quartalen durch weitere Produktivitätszuwächse an Fahrt gewinnen wird.

Im Segment Stationäre Verkehrstechnik entwickelte sich der Auftragseingang ebenfalls sehr erfreulich. Ohne Pintsch Bubenzer lag diese Kennzahl im Geschäftsjahr 2018 bei EUR 77,1 Mio. und damit deutliche EUR 16,7 Mio. über dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung wurde unter anderem von einem Großauftrag für eine Zugbildungsanlage getragen. Der Umsatz hingegen lag mit EUR 60,9 Mio. um 14,0% unter dem Vorjahres-Vergleichswert, was auf die kundenseitige Verschiebung einiger Projekte zurückzuführen ist. Das Segment-EBIT verbesserte sich 2018 auf EUR 2,6 Mio. gegenüber EUR -5,5 Mio. im Vorjahr. Diese positive Entwicklung ist vor allem auf die Auflösung von Drohverlustrückstellungen für ein Bahnsteigtüren-Projekt in Brasilien zurückzuführen sowie auf Kosteneinsparungen durch Strukturanpassungen.

Im Segment Komponenten lag der Auftragseingang 2018 mit EUR 150,5 Mio. gleichfalls über dem Vorjahresniveau von EUR 146,3 Mio. Vor allem der Umsatz entwickelte sich mit einem Anstieg um 11,1% auf EUR 145,2 Mio. gut und wurde von der Breite des Produktportfolios um elektrotechnische Schaltelemente, Steckverbindungen und Bahngeräten getragen. Das EBIT verbesserte sich dementsprechend um EUR 3,7 Mio. auf EUR 25,1 Mio.

Ausblick für 2019

Die Schaltbau-Gruppe geht von einer weiter positiven Geschäftsentwicklung aus sowie von weiteren Kosteneinsparungen, die großteils auf die bereits 2018 eingeleiteten Maßnahmen und kontinuierliche Verbesserungen zurückzuführen sind. Damit erwartet der Konzern für 2019 ohne die beiden zum Verkauf gestellten Unternehmen Sepsa und Alte einen Umsatz in Höhe von EUR 480-500 Mio. bei einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von etwa 5-6%.

Aktuell (08.04.2019 / 13.17 Uhr) notieren die Aktien der Schaltbau Holding AG im Xetra-Handel mit einem Plus von +0,10 EUR (+0,39 %) bei 26,30 EUR.


Chart: Schaltbau Holding AG | Powered by GOYAX.de

Weitere Informationen

  • ISIN: DE000A2NBTL2

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