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Die Aktie der KTG Agrar SE (ISIN: DE000A0DN1J4) hat seit Anfang Juni 2016 einen Absturz ohne Gleichen hinter sich gebracht und ist mächtig unter die Räder gekommen.

Das Papier stürzte in nur fünf Wochen von 10,20 EUR unter 1,00 EUR und wurde in nur einem Monat zu einem Pennystock. Mit der heutigen Meldung über das eingereichte und bereits angenommene Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung sorgte das Unternehmen nochmals für eine Halbierung des Aktienkurses. Dieser steht jetzt bei 0,40 EUR.


Aufschub der Zinszahlung war der Anfang vom Ende

Der Hamburger Spezialist für Agrarstoffe fiel am 6. Juni dieses Jahres erstmals negativ auf, als man eine fällige Zinszahlung von 17,8 Mio. EUR für die in 2011 begebenen Anleihe KTG Biowertpapier II mit Fälligkeit in 2017 (ISIN: DE000A1H3VN9) nicht fristgerecht zahlen konnte. Der Kurs fiel von 8,90 EUR auf 6,65 EUR und in den Tagen danach weite auf 4,66 EUR.

Seinerzeit erklärte das Unternehmen, dass Verzögerungen beim Verkauf von Assets, deren Verkaufsgewinn unter anderem zur Zinszahlung genutzt werden sollte, verantwortlich sind und dass man damit rechne, die Zinszahlung binnen der nächsten 14 Tage zu bezahlen.

Statt der Zahlung folgten jedoch am 10., 12. und 19. Juni weitere Updates zum selben Thema, die neben dem Bedauern und Vertröstungen kaum neue Erkenntnisse an den Tag brachten. Vielmehr entstand mehr und mehr der Eindruck, dass der Vorstand verzweifelt darum bemüht war, Zeit zu gewinnen. Die Börse quittiert dies mit weiteren Abschlägen auf den Kurs. Der sackte weiter bis auf 3,60 EUR.

 


Chart: KTG Agrar SE | Powered by GOYAX.de


KTG Agrar leitet Insolvenzverfahren in die Wege

Es zeichnete sich in den Tagen zuvor ab. Nachdem am 27. Juni die ordentliche Hauptversammlung durch die KTG Agrar auf August verschoben wurde, rutschte der Kurs weiter ab und landete bereits mit dem gestrigen Schlusskurs unter der 1 EUR-Marke.

Heute Nachmittag ging die Hiobsbotschaft über den Äther. Das Desaster nahm seinen Lauf: KTG Agrar teilte nämlich darin mit, dass der Vorstand und Aufsichtsrat entschieden haben, die Restrukturierung und Sanierung des Unternehmens im Zuge eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung (ESUG) durchführen zu wollen.

Der Antrag wurde beim zuständigen Amtsgericht in Hamburg eingereicht und angenommen. Neben der Bestellung eines vorläufigen Sachwalters wurde  zudem ein Chief Restructuring Officer (CRO) in den Aufsichtsrat des Unternehmens berufen, hieß es weiter.

Das Unternehmen betonte zudem, dass die Tochtergesellschaften der KTG Agrar von dem Insolvenzantrag nicht betroffen sind. Der KTG Energie AG (ISIN: DE000A0HNG53) verhalf diese Nachricht heute zu einem Kurssprung von +148,67% auf 3,74 EUR. Allerdings war die Aktie der KTG Agrar-Tochter in den Wochen zuvor ebenfalls von 9,57 EUR auf 1,50 EUR zusammengebrochen.

 


Chart: KTG Energie AG | Powered by GOYAX.de

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