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Wirecard AG (ISIN:. DE0007472060) und Financial Times - heute schlägt Wirecard kräftig zurück. Analysten positionieren sich.

Alle fragten sich gestern, wie Wirecard auf die neuen - alten - FT-Vorwürfe reagieren würde? DER Angriff von FT: Umsätze Wirecards seien manipuliert, Dubai Gesellschaft sei einigen der angeblichen Kunden unbekannt, die Umsätze dieser Geselslchaft zweifelhaft, interne Wirecard-Papiere lägen vor, die WP-Täuschung und wesentliche Umsatzerfindungen in Dubai und Irland wahrscheinlich erscheinen ließen. UND hier spricht die FT von wesentlichen Umsatzanteilen der Wirecard (gesprochen wird von 2016er Manipulationen) die reine Luft seien!

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Nachdem gestern zuerst einmal ...

... pauschal alle Beschuldigungen zurückgewiesen wurden: "Wirecard weist diese Anschuldigungen von Fehlverhalten kategorisch zurück. (...)"  Kamen heute die Argumente.

Dezidiert werden die einzelnen Vorwürfe der FT beschrieben, indirekt beantwortet und mit klaren Worten wird versucht sie zu widerlegen. In einem etwas "beleidigtem" Tonfall. Beispielhaft zur Argumentationsweise: Die FT spricht von 34 KUNDEN, die zum Teil gar nicht wüßten, dass sie mit Wirecard zusammenarbeiten würden, während Wirecard von 34 Kundenclustern spricht, die jeweils eine Vielzahl von einzelnen Firmen, Händlern, Gastronomiebetrieben repräsentieren würden. Cluster würden nicht befragt werden können. Es sollte doch ein einfaches sein, hier Klarheit zu verschaffen: Entweder sprechen wir von 34 Einzelkunden die über den "Mittelständler" Al Alam Solutions in Dubai abgewicklet wurden, so behauptet es die FT ODER sprechen wir von 34 Clustern mit vielen individuellen Einzelkunden unter einem Schlagwort bilanziert? Hier ein Ergebnis zu erhalten, sollte doch für neutrale Dritte einfach und schnell mögllich sein. Bleibt zu hoffen, dass Wirecard und FT hier im Interesse des Kapitalmarktes jeweils alles auf den Tisch legen und einen Dritten - WP oder Anwaltskanzlei oder Behörde - kurzfristig die Wahrheit aufzeigen lassen.

Die anderen Punkte der Argumentation sind natürlich auch einfach zu verifizieren: Die FT spricht davon, dass über die angesprochene Dubai Gesellschaft Firmen als Kunden aufgeführt würden, die bereits vorher liquidiert gewesen seien (irische und russische Firma werden genannt), die Wirecard nicht einmal kennen würden (amerikanischer Zahlungsabwickler) oder geschäftlich nicht mehr tätig gewesen seien (phlippinische Gamblingfirma), alles das sind doch nachvollziehbare und überprüfbare Namen und Adressen. Hier sollten doch Ernst&Young als WP der Wirecard mit klaren Aufträgen diese Kundenfiles überprüfen können, sofern sie Kunden sind?  Wirecards Erklärung von Clustern würde natürlich beispielsweise erklären, dass im nach dem phillippinischen Gamblingunternehmen benannten Cluster die Umsätze von anderen Firmen weiterhin unter dem Namen des - möglicherweise namensgebenden - Kunden weitergeführt werden. DENKBAR. RECHERCHIERBAR. KLÄRBAR.

Bei diesen vielen  Einzelheiten ist nun kein Zurück mehr möglich - ENDSPIEL. Wie bereits gestern bei dem pauschalen "NEIN WIR MACHEN DAS NICHT." kann man sich nun um so mehr fragen: Wird ein DAX-Unternehmen ein solches Statement veröffentlichen, wenn ein Drittel des Umsatzes Fake ist? Wird Ernst&Young einen solchen Umsatz ungeprüft akzeptieren und sein Testat erteilen? Wäre Wahnsinn, aber es gab ja Beispiele: Enron, Madoff, Steinhoff, Flowtex...

Nach DZ Bank gestern, zogen heute einige Analysten nach

Der Analyst der DZ Bank beließ gestern - als ERSTER STELLUNG BEZIEHEND - seine Einschätzung von Wirecard bei einem Kursziel von 185,00 EUR und scheint die FT-Aussagen als falsch zu betrachten.Er ignoriert bewust die Umsatzmanipulationsvorwürfe und urteilt so eindeutig zu Gunsten Wirecards. Die anderen Analysten hielten sich gestern noch zurück. Heute dann zogen Drei nach. Wobei Nicht-Handeln doch eigentlich auch eher für Wirecard's Position spricht, da sonst doch von einem Analysten reagiert werden müsste? Die heutigen Stimmen:

Bankhaus Metzler nimmt Wirecard von der Liste der 10 aussichtsreichsten Aktien, aber belässt die Einschätzung und das Kursziel der Aktie. Übersetzt könnte (!) man meinen: Zwar glaubt man eher Wirecard als der FT, aber die charttechnische Eintrübung durch diesen abermaligen Kurssturz aufgrund von Pressemeldungen und die möglicherweise weiteren FT-Attacken, stören einfach eine "unbeeinflusste" Kursentwicklung des DAX-Wertes.

Warburg sieht - könnte man deuten - den Streit zwischen FT und Wirecard als eher sportlichen Wettkampf ohne Auswirkungen auf die Einschätzung und Bewertung der Wirecard-Aktie.

Independent Research nimmt das Kursziel auf 140,00 EUR zurück - auch hier eher aufgrund des "zerstörten" Chartbildes und potentieller weiterer Attacken der FT. Beim Operativen scheint man weiterhin Wirecards Zahlen zu glauben. Interessant ist, dass eigentlich bisher keiner die FT-Veröffentlichung als "Wahrheit" nimmt und Wirecard entsprechend "zusammenstreicht". Bei "überführten" Bilanzbetrügern - und die FT spricht von bis zu einem Drittel der Umsätze - würde man doch eher einen Nullwert ansetzen?

...auf jeden Fall ist nichts mehr wie zuvor.

Der Kurs von Wirecard brach gestern erst mal auf 107,00 EUR (von 140,10 EUR am Vortag) ein und erholte sich dann wieder auf 122,75 (18:47 Uhr, Frankfurter Handel). HEUTE blieb nun eine richtige Erholung in Richtung "Vorveröffentlichungskursniveaus" aus. Zuviel Unsicherheit, zuviel Angst vor weiteren Enthüllungen, ob nun wahr oder nicht, hält die Anleger ab. Kann es sein, dass Milliarden EUR Börsenwert von dem Kampf einer Zeitung mit einem Unternehmen abhängen? Sollte nicht entweder jetzt Punkt für Punkt belegt werden, entweder von der FT oder von Wirecard und das gegenüber einem "neutralen" Dritten? Haben die Behörden keine Einfluß- und Prüfmöglichkeiten oder -pflichten? Die Kursentwicklung gibt derzeit eher der FT recht, mal schauen wie es weitergeht.

HIER: Wirecard AG Richtung Allzeithoch trotz Kursen um die 122,00 EURO? Kostenlose Analyse für den Anleger. Klappen die 200,00 EURO noch bis Weihnachten?

 


Chart: Wirecard AG | Powered by GOYAX.de

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