TeamViewer hat kurz vor der Berichtssaison ein Trading-Update für das Geschäftsjahr 2025 geliefert – und das Bild ist zweigeteilt. Auf der einen Seite: Die offiziellen Ziele wurden erreicht. Auf der anderen Seite: Es ist meist nur das untere Ende der Spanne, das nun bestätigt wird.
Der Pro-forma-Umsatz lag 2025 nach vorläufigen Analysen bei rund 767 Mio. Euro, was einem währungsbereinigten Wachstum von etwa +5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit liegt das Unternehmen exakt dort, wo es sein wollte – „am unteren Ende“ der zuletzt kommunizierten Bandbreite. Der IFRS-Umsatz wird mit rund 747 Mio. Euro angegeben.
Beim Pro-forma-ARR (Annual Recurring Revenue) meldet TeamViewer etwa 760 Mio. Euro, also rund +2 % währungsbereinigt. Auch hier wird die Prognose formal eingehalten, Wechselkursschwankungen – vor allem der EUR/USD – haben den ausgewiesenen Wert allerdings spürbar gedrückt. Ohne Währungseffekte hätte der ARR laut Unternehmen etwa 2 Mio. Euro über dem unteren Ende der Prognose gelegen.
Kurz gesagt: TeamViewer liefert das, was versprochen war – aber nicht mehr.
TeamViewer: Q4 bringt spürbar mehr Dynamik – vor allem im Enterprise-Geschäft
Spannender als die Jahreszahlen an sich ist der Blick auf die Dynamik im Schlussquartal. Hier scheint sich etwas zu bewegen – insbesondere im Enterprise-Segment.
Zwischen Q1 und Q3 2025 wuchs der ARR insgesamt um rund 7 Mio. Euro. Im vierten Quartal allein kamen dann etwa 11 Mio. Euro hinzu. Für ein Unternehmen, dem der Markt zuletzt eher zähes Wachstum attestiert hat, ist das ein wichtiges Signal.
Besonders hervorgehoben wird das Geschäft mit größeren Unternehmenskunden:
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Das Enterprise-Geschäft habe ein „sehr starkes Quartal“ verzeichnet.
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Die Einheit 1E war im Q4 zum ersten Mal sequenziell im ARR positiv.
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Zwei wichtige Vertragsabschlüsse mit einem Total Contract Value (TCV) von rund 10 Mio. Euro (davon etwa 3 Mio. Euro ARR) unterstreichen das Momentum.
Das klassische SMB-Geschäft (kleine und mittlere Kunden) lief „im Rahmen der Erwartungen“ – also solide, aber ohne besondere Überraschungen.
Für die Investmentstory entscheidend ist damit vor allem eines: Ob TeamViewer das Q4-Momentum in den kommenden Quartalen bestätigen kann – oder ob es am Ende doch nur ein kurzer Ausreißer nach oben bleibt.
TeamViewer: Profitabilität bleibt hoch – Marge als Beruhigungspille
Während das Wachstum eher moderat ausfällt, liefert TeamViewer zumindest bei der Profitabilität ein gewohnt starkes Bild. Die Pro-forma-Prognose für die bereinigte EBITDA-Marge von rund 44 % bleibt unverändert.
Damit signalisiert das Unternehmen: Man wächst nicht mit aller Gewalt, sondern hält die Profitabilität klar im Fokus. Für viele Investoren ist das eine Art Beruhigungspille – vor allem, nachdem die Aktie in der Vergangenheit immer wieder unter Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells gelitten hat.
Doch diese Stärke hat eine zweite Seite: Eine EBITDA-Marge in dieser Größenordnung weckt zwangsläufig die Frage, ob TeamViewer nicht etwas mehr in Wachstum investieren müsste, um aus dem Bereich der niedrigen einstelligen ARR-Wachstumsraten herauszukommen.
Zwischenfazit: Solides Zahlenwerk – aber die Wachstumsfrage bleibt
Unterm Strich liefert TeamViewer ein Update, das sich sauber in die Reihe der letzten Quartale einfügt:
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Prognosen eingehalten, nicht übertroffen.
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Wachstum vorhanden, aber nicht spektakulär.
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Profitabilität hoch, Cash Generierung voraussichtlich ordentlich.
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Ein Q4 mit spürbar besserer Dynamik, vor allem im Enterprise-Bereich.
Für kurzfristig orientierte Anleger könnte das Fazit lauten: keine bösen Überraschungen, aber auch kein echter Auslöser für eine Neubewertung. Mittel- bis langfristig rückt eine Frage in den Mittelpunkt: Schafft es TeamViewer, das im Q4 beobachtete Wachstums- und Enterprise-Momentum in eine belastbare Trendwende zu verwandeln?
Die vollständigen Zahlen für Q4 und das Gesamtjahr 2025 will das Unternehmen am 10. Februar 2026 vorlegen. Erst dann wird klar, wie sich Kosten, Cashflow und Segmentzahlen im Detail darstellen – und ob hinter dem „starken Q4“ mehr steckt als nur ein gutes Quartalsmarketing.















