TAKKT streicht die Dividende: Schwache Nachfrage drückt Ergebnis – jetzt soll der Umbau 2026 die Wende bringen

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TAKKT hat auf Basis vorläufiger und ungeprüfter Zahlen ein schwaches Geschäftsjahr 2025 abgeschlossen. Der Umsatz fiel auf 964,3 Mio. Euro (Vorjahr: 1.052,9 Mio. Euro). Organisch – also bereinigt um Währungseffekte und den Verkauf von Mydisplays – lag die Entwicklung bei -6,6 %.

Noch deutlicher wird der Rückschlag beim Ergebnis: Das EBITDA sackte auf 19,8 Mio. Euro ab (Vorjahr: 55,7 Mio. Euro). Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 3,8 % und damit unter dem Vorjahreswert von 6,9 %. Immerhin: TAKKT hatte zuletzt selbst nur das untere Ende der Prognosespanne von 4 bis 6 % in Aussicht gestellt – und liegt damit im Rahmen der reduzierten Erwartungen.

Für Anleger heißt das: Die operative Schwäche ist keine Überraschung mehr, aber sie bleibt deutlich sichtbar.

Q4 ohne echte Trendwende – aber mit starkem Cashflow-Signal

Im vierten Quartal lag die organische Wachstumsrate mit -6,7 % nahezu auf dem Niveau der ersten neun Monate. Von einer klaren Nachfrage-Erholung kann also noch keine Rede sein.

Positiv fiel jedoch der Free Cashflow auf: Durch gezielte Maßnahmen beim Cash Conversion Cycle erzielte TAKKT im Schlussquartal einen starken positiven Mittelzufluss. Im Gesamtjahr summierte sich der Free Cashflow auf 10,3 Mio. Euro (Vorjahr: 68,1 Mio. Euro) – deutlich niedriger als im Vorjahr, aber immerhin positiv in einem schwierigen Umfeld.

Genau das dürfte für Investoren einer der wenigen Lichtblicke sein: Trotz Ergebnisdruck bleibt die Cash-Generierung intakt.

Umbaukosten belasten – TAKKT treibt neues Operating Model voran

Ein Teil der schwachen Profitabilität ist hausgemacht – allerdings bewusst: Im vierten Quartal fielen einmalige Aufwendungen von 12,2 Mio. Euro an (Vorjahr: 6,4 Mio. Euro), unter anderem für die Umsetzung des neuen Operating Model in der Division Industrial & Packaging (I&P).

CFO Timo Krutoff nennt als Schwerpunkte:

  • stärkere Standardisierung

  • mehr Automatisierung

  • Verlagerung transaktionaler Tätigkeiten in besser skalierbare Strukturen

Das ist typisch für Restrukturierungsphasen: Kurzfristig drücken die Maßnahmen auf die Marge, mittelfristig sollen sie die Kostenbasis verbessern. Anleger müssen hier also auf die operative Wirkung in 2026/27 wetten.

125,5 Mio. Euro Abschreibungen: Kein Cash-Effekt, aber ein Warnsignal

Wie bereits angekündigt, hat TAKKT wegen des schwierigen Marktumfelds und einer aktualisierten mittelfristigen Planung Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 125,5 Mio. Euro vorgenommen. Betroffen sind die Divisionen OF&D sowie FS.

Wichtig: Diese Abschreibungen sind nicht zahlungswirksam. Trotzdem sind sie mehr als nur ein Buchungseffekt – sie zeigen, dass das Management die Ertragserwartungen für Teile des Portfolios nach unten angepasst hat.

Positiv bleibt die Bilanzseite: Mit einer Eigenkapitalquote von 50,6 % ist TAKKT weiterhin solide aufgestellt.

Keine Dividende für 2025: Fokus liegt jetzt auf Umbau statt Ausschüttung

Für viele Aktionäre dürfte das die zentrale Nachricht sein: Der Vorstand will für 2025 keine Dividende vorschlagen. Begründung: TAKKT priorisiert Investitionen in die Stärkung des Geschäftsmodells, um finanzielle Flexibilität zu sichern und Prozesse/Systeme zu modernisieren.

CEO Andreas Weishaar begründet den Schritt offensiv: Die Dividende werde ausgesetzt, weil dies langfristig im besten Interesse der Aktionäre sei. Ausschüttungen sollen zurückkehren, sobald Ergebnis und Free Cashflow das nachhaltig tragen.

Das ist ein harter Schritt – aber in Restrukturierungsphasen oft der ehrlichere Weg, statt mit einer Mini-Dividende Stärke zu simulieren.

Ausblick 2026: Schwieriger Start, Hoffnung auf Wachstum im zweiten Halbjahr

TAKKT bleibt für 2026 vorsichtig. Das Management rechnet mit einem verhaltenen Jahresstart, sieht aber Chancen auf eine schrittweise Stabilisierung – mit dem Ziel, im zweiten Halbjahr wieder positives Wachstum zu erreichen.

Gleichzeitig kündigt TAKKT weitere Maßnahmen zur Performance-Verbesserung an, die erneut mit Einmalaufwendungen verbunden sein werden. Beim Ergebnis sieht CFO Krutoff daher kurzfristig nur begrenztes Verbesserungspotenzial, erwartet aber erneut einen positiven Free Cashflow.

Die detaillierte Prognose für 2026 folgt am 26. März 2026 zusammen mit dem Geschäftsbericht – das dürfte der nächste wichtige Termin für die Aktie werden.

Einordnung für Anleger: Turnaround-Story ja – aber mit Geduld

TAKKT ist aktuell keine klassische „Ergebnisrakete“, sondern eine Umbau-Story. Die Eckpunkte sind klar:

  • Nachfrage bleibt schwach

  • Marge unter Druck

  • Dividende gestrichen

  • Cashflow positiv

  • Operative Transformation läuft

Wer hier investiert, setzt weniger auf das kurzfristige Zahlenbild – und mehr darauf, dass TAKKT Forward, Automatisierung, KI-Einsatz und ein fokussierteres Portfolio ab 2026/27 sichtbar in Wachstum und Marge durchschlagen.

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