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Der Augsburger Immobilienkonzern PATRIZIA Immobilien AG (ISIN: DE000PAT1AG3) plant eine baldige Reinvestition des durch den Verkauf der Süddeutsche Wohnen (Südewo) eingenommenen Kapitals.

In der Nacht von Sonntag auf Montag hatte man die rund 19.800 Wohnungen für 1,9 Mrd. EUR an die Deutsche Annington SE veräußert. Patrizia hatte den Bestand von damals 21.500 Wohnungen in 2012 zusammen mit mehreren Co-Investoren aus der Versicherungsbranche für 1,43 Mrd. EUR von der LBBW gekauft. Der Immobilienbestand von Patrizia soll sich nun um 1,6 Mrd. EUR verringert haben, was jedoch durch bereits getätigte und neue Zukäufe noch in diesem Jahr wieder kompensiert werden soll. Der Vollzug des Verkaufs soll im 3. Quartal abgeschlossen sein.


Zweistelliges Bestandswachstum

Laut Aussage des Unternehmens soll der verwaltete Bestand in diesem Jahr um 2 Mrd. EUR anwachsen. 1 Mrd. Euro als Saldo aus regulären An- und Verkäufen sowie 1 Mrd. Euro aus ein bis drei Transaktionen im Einzelvolumen von bis zu 1 Mrd. Euro. 2014 steigerte man das Immobilienvermögen bereits um 2,8 Mrd. EUR (+24%) auf 14,6 Mrd. EUR. Der Konzernumsatz stieg auf 291,8 Mio. EUR. 54% stammen dabei aus der Veräußerung von kurzfristigen Vermögen.

Zuletzt kaufte der Immobilienkonzern Mitte Mai von zwei Fonds aus Norwegen und Schweden für 900 Mio. EUR über 14.000 Wohnungen. Neben 500 Wohnungen in Schweden liegen die restlichen 13.500 Wohnungen in Deutschland und verteilen sich auf die Regionen um und in den Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Das Portfolio zeichnet sich dabei durch einen niedrigen Leerstand von unter 4% aus.

Ende Mai kaufte das Unternehmen über die Tochter PATRIZIA UK Ltd. für 466 Mio. EUR einen Gebäudekomplex in London, der das berühmte Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds beherbergt. Der Kauf geschah jedoch im Auftrag des taiwanesischen Versicherungskonzern Fubon Life, für den PATRIZIA den Komplex verwalten wird. Damit rückt der bereits seit Jahren erfolgreiche Geschäftszweig der Immobilienverwaltung weiter in den Fokus.


Erster Vermögensverwalter für Immobilien in Europa

Der seit über 30 Jahren bestehende Konzern ist mittlerweile in mehr als zehn Ländern mit dem An- und Verkauf sowie der Verwaltung und Wertsteigerung von Wohn- und Gewerbeimmobilien aktiv. Neben Deutschland gibt es Niederlassung in Ländern wie Dänemark, Finnland, Frankreich, den Niederlanden und Schweden. Zuletzt wurden Tochtergesellschaften in Spanien und Portugal gegründet.

Vom reinen Immobilienhändler hat sich das Unternehmen aber auch zum ersten Vermögensverwalter der europäischen Immobilienbranche gewandelt. Bereits vor zehn Jahren konnte man die ersten Co-Investoren gewinnen. Durch die Finanzkrise sank jedoch die Zahl der Akquisitionen von Investoren, die sich nur langsam erholte. Mittlerweile gewinnt das Geschäftsmodell aber wieder an Beachtung und man verwaltet im Auftrag von rund 200 Kunden, darunter große Investoren wie Pensionsfonds und Versicherungen, ein Portfolio von aktuell über 16 Mrd. EUR. Patrizia selbst ist daran jeweils mit bis zu zehn Prozent beteiligt und minimiert somit das eigene Risiko.


Gewinnsteigerung nach Schuldenabbau

Die eigenen Immobilien hat man größtenteils abgestoßen, um mit dem freiwerdenden Kapital auch die Expansion in Europa voranzutreiben. Nach dem Verkauf von 3.000 Einheiten im vergangenen Jahr befanden sich Ende März nur noch 1.081 im Eigenbestand, die noch in diesem Jahr veräußert werden sollen. Der Konzern soll zum Ende des Jahres nahezu schuldenfrei sein und die Eigenkaptalquote von 55,3% in 2014 auf 80% steigern.

Der operative Gewinn soll nach einer Steigerung von 32% auf prognostizierte 50,2 Mio. EUR im vergangenen Jahr, in diesem Jahr um 10% auf rund 55 Mio. EUR ansteigen. Diese erhöhte Prognose gab man mit den letzten Transaktionen bekannt. Im nächsten Jahr will man den operativen Gewinn aber stärker auf 145 Mio. EUR steigern.

Für immer mehr Anleger wird die deutsche Immobilienbranche und somit auch PATRIZIA Immobilien zunehmend interessant. Die Analysten des Bankhauses Lampe und der Privatbank Berenberg behalten die Einstufung nach dem Verkauf der Südewo auf „Kaufen“. Während man bei Lampe das Kursziel von 22 Euro beibehält, hat man es bei Berenberg von 21 auf 24 EUR angehoben. Der Kurs der Aktie stieg am Dienstag nach der Eröffnung bei 20,41 EUR im Verlauf des Tages auf bis zu 21,99 EUR und markierte damit ein neues Mehrjahreshoch.

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Das Nebenwerte Magazin richtet seinen Fokus auf die Welt der deutschen Nebenwerte und hat sich zum Ziel gesetzt, Mid-Caps und Small-Caps aus Deutschland mehr in den Blickpunkt zu rücken.

Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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