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Die INDUS-Gruppe (ISIN: DE0006200108) hat nach vorläufigen Zahlen im ersten Halbjahr 2019 den Konzernumsatz um 3,8 % auf 876,5 Mio. Euro (Vorjahr 844,7 Mio. Euro) gesteigert.

Das Konzern-EBIT ging um 12,6 % auf 66,5 Mio. Euro (Vorjahr 76,1 Mio. Euro) zurück. Hauptgrund ist ein um 9,4 Mio. Euro geringerer EBIT-Beitrag des Segments Fahrzeugtechnik. Ursächlich dafür ist die schwierige Lage in der Automobilindustrie.

Wenigstens zeigt der operative CashFlow eine deutlich positive Entwicklung im ersten Halbjahr, der aus einem verbesserten Working Capital Management und einem im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres niedrigeren Bestandsaufbau resultiert. Der operative Cashflow im ersten Halbjahr beträgt +24,4 Mio. Euro gegenüber -22,4 Mio. Euro im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Fazit der Ergebnisse des ersten Halbjahres ist eine moderate Prognosereduktion: "Auf der Basis der vorläufigen Halbjahreszahlen und der reduzierten Erwartungen aufgrund der Situation in der Automobilindustrie für das zweite Halbjahr 2019 und unter Berücksichtigung des Ergebnisbeitrags aus dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung in Höhe von 16,5 Mio. Euro (voraussichtlich im dritten Quartal 2019, wie in der Ad-hoc-Meldung vom 23. Juli 2019 mitgeteilt) erwarten wir nunmehr im Konzern für das Gesamtjahr 2019 bei stabiler Umsatzprognose ein operatives Ergebnis (EBIT) im Bereich zwischen 152 bis 158 Mio. Euro, statt wie bisher zwischen 156 und 162 Mio. Euro."

Bau/ Infrastruktur und Maschinen- und Anlagenbau auf hohem Margenniveau

Zur INDUS-Gruppe gehören aktuell 46 Beteiligungen, die in fünf Segmenten tätig sind. Die ertragsstarken Segmente Bau/Infrastruktur und Maschinen- und Anlagenbau erzielten also wohl weiterhin sehr gute Ergebnisse. Im Segment Fahrzeugtechnik verstärkte sich dagegen die Margenschwäche der Serienzulieferer bei rückläufigen Absatzzahlen und einem insgesamt hohen Branchendruck, was die Prognose leicht verschlechtert. Die Unternehmen des Segments Medizin- und Gesundheitstechnik spüren auf weiterhin gutem Ertragsniveau die Auswirkungen einer steigenden Wettbewerbsintensität und der Regularien der EU-Medizinprodukte-Verordnung. Das Segment Metalltechnik entwickelte sich positiv:

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2018: Ausbalancierte Vermögens- und Finanzausstattung

Die Bilanzsumme der INDUS-Gruppe betrug zum Stichtag 31.12.2018 rund 1,72 Mrd. EUR und lag damit, im Wesentlichen bedingt durch ein gestiegenes Working Capital, um 4,0 % über dem Vorjahreswert. In Erwartung höherer Materialpreise bauten mehrere INDUS-Beteiligungen ihr Vorratsvermögen, maßgeblich den Bestand an Rohstoffen, auf. Zum 31.12.2018 betrug die Nettoverschuldung 482,8 Mio. EUR (Vorjahr 398,9 Mio. EUR). Das Eigenkapital erhöhte sich um 5,3 % auf 709,8 Mio. Euro (Vorjahr 673,8 Mio. EUR). Mit 41,3 % lag die Eigenkapitalquote (Vorjahr 40,8 %) deutlich über der definierten unteren Zielquote von 40 %. Die Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung/EBITDA) von 2,2 Jahren bewegt sich innerhalb des Zielkorridors von 2 bis 2,5 Jahren. Das Gearing (Verhältnis Nettoverschuldung/ Eigenkapital) lag bei 68 % (Vorjahr 59 %).

Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit sank 2018, im Wesentlichen aufgrund des Mittelabflusses durch den Aufbau der Vorräte, auf 74,7 Mio. EUR (Vorjahr 124,0 Mio. EUR). Die liquiden Mittel zum Stichtag lagen bei 109,6 Mio. EUR (Vorjahr 135,9 Mio. EUR).

Die Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen 102,4 Mio. EUR (Vorjahr 111,4 Mio. EUR). Davon wurden 78,9 Mio. EUR in Sachanlagen (Vorjahr 71,3 Mio. EUR) und 12,0 Mio. EUR in immaterielles Anlagevermögen (Vorjahr 7,7 Mio. EUR) zur Stärkung der Beteiligungen investiert. Die Investitionen in Unternehmenserwerbe lagen bei 11,5 Mio. EUR (Vorjahr 32,4 Mio. EUR). Die Abschreibungen stiegen, insbesondere aufgrund der gebuchten Wertminderungen, auf minus 83,7 Mio. EUR (Vorjahr minus 62,4 Mio. EUR).

Im Jahr 2019 plant INDUS Investitionen in die Beteiligungsunternehmen von rund 89 Mio. EUR; Schwerpunkt ist die Förderung der Operativen Exzellenz. Zusätzlich fließen bis zu 3 % des Konzern-EBIT jährlich in das erfolgreich etablierte Förderbankmodell zur Stärkung der Innovationskraft in den Unternehmen. Für Zukäufe in den definierten Zukunftsbranchen sind weitere 50 Mio. EUR vorgesehen.

Auftakt des Strategieprogramms PARKOUR

Bei einer gebremsten Konjunkturdynamik für die deutsche Industrie blickte INDUS bei Vorlage der Bilanz Ende März 2019 optimistisch in das laufende Geschäftsjahr. "Wir erwarten 2019 weiteres Wachstum in unseren Beteiligungen", sagt Dr. Johannes Schmidt, Vorstandsvorsitzender von INDUS. "Mit dem Strategieprogramm PARKOUR haben wir hier die richtigen Weichen gestellt. Durch die aktive Portfoliostärkung, Innovationsförderung und Leistungssteigerung in den Unternehmen erhöhen wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Gruppe. Wir machen die Beteiligungen fit für den PARKOUR, der bis 2025 vor ihnen liegt."

In Summe ging der Vorstand im Mai noch von einem Umsatzwachstum auf 1,72 bis 1,77 Mrd. EUR und einem Anstieg des operativen Ergebnisses (EBIT) auf 156 bis 162 Mio. EUR aus, dass hier nur eine kleine Korrektur jetzt nötig war, zeigt, dass die Diversifizierung des Portfolios bei INDUS funktioniert. Schwer prognostizierbar sind die Entwicklungen im Bereich Fahrzeugtechnik, die erheblich von den in diesem Jahr zu erwartenden strategischen Ausrichtungen der großen Automobilhersteller und deren Absatzentwicklung abhängen. Bei der Prognose sind die angestrebten Neuerwerbe auf erster und zweiter Ebene nicht berücksichtigt. Eine nachhaltige Entwicklung des Portfolios soll insbesondere über Zukäufe in den Zukunftsbranchen Automatisierungs-, Mess- und Regeltechnik, Bautechnik, Sicherheitstechnik, Medizin- und Gesundheitstechnik, Technik für Infrastruktur und Logistik sowie Energie- und Umwelttechnik erreicht werden. "Die intensiven Gespräche des laufenden Jahres zeigen eine für INDUS positive Entwicklung auf dem M&A-Markt", sagte Schmidt seinerzeit.

Aktuell (08.08.2019 / 09:22 Uhr) notieren die Aktien der Indus Holding AG im Xetra-Handel nahezu unverändert bei 34,50 EUR.


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