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Im Geschäftsjahr 2018 stieg der Umsatz des internationalen Handels- und Dienstleistungskonzerns BayWa AG (ISIN: DE0005194005) auf 16,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 16,1 Mrd. Euro).

Das EBIT betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 172,4 Mio. Euro (Vorjahr: 171,3 Mio. Euro). Mit der Steigerung der Ergebnisse in allen operativen Segmenten des Konzerns erreichte die BayWa ihre Jahresziele und konnte so die positiven Einmaleffekte des Vorjahres in Höhe von rund 20 Mio. Euro ausgleichen. Das Unternehmen will für 2018 eine stabile Dividende in Höhe von 0,90 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,90 Euro) zahlen.

"Das Segment Agrar verbesserte sich vor allem durch eine sehr gute Geschäftsentwicklung im internationalen Handel und in der Technik", erläuterte der Vorstandsvorsitzende Klaus Josef Lutz. Die deutliche Ergebnissteigerung in diesem Segment sei besonders hervorzuheben, da der deutsche Agrarhandel 2018 einmal mehr unter sehr hoher Trockenheit im Sommer zu leiden hatte.

Hervorragend schnitt im Jahr 2018 auch das Segment Energie ab: "Sowohl die klassische Energie als auch das Geschäftsfeld Regenerative Energien erzielten jeweils eine Bestmarke", betonte Lutz. Auch das Baugeschäft habe sich weiter erfolgreich im Konzern entwickelt.

Mit der Erreichung des gesetzten Jahresziels, unter anderem die Sondereffekte aus dem Verkauf der Konzernzentrale in München durch operative Verbesserungen mindestens zu kompensieren, zeigte sich der Vorstandsvorsitzende zufrieden. Er sieht unter anderem durch die Zukäufe der vergangenen Jahre im Spezialitätenbereich des internationalen Agrarhandels weiteres Wachstum. Im internationalen Obstgeschäft sollen durch Stärkung des Vertriebs im Jahr 2019 ebenfalls die Ergebnisse steigen. Ähnliches gilt für die Regenerativen Energien, die ihren Wachstumskurs in diesem Jahr fortsetzen werden.

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Auch im deutschen Agrarhandel sei, eine durchschnittliche Klima- und Vegetationsentwicklung vorausgesetzt, mit deutlichen Ergebnissteigerungen zu rechnen, so Lutz. Dies gelte vor allem für das 1. Halbjahr: Wegen des Niedrigwassers bis Ende des letzten Jahres könne erst jetzt der Vorratsbestand an Getreide ausgeliefert werden. Lutz rechnet außerdem mit einer starken Futtermittelnachfrage aufgrund der aktuellen Grundfutterknappheit. Auch bei der Technik und der klassischen Energie geht er von einer guten Geschäftsentwicklung aus, wenn auch die jeweiligen EBIT-Höchstmarken von 2018 im laufenden Geschäftsjahr wahrscheinlich nicht erreicht werden können. Für das Segment Bau sieht er ebenfalls eine stabile Entwicklung. "Insgesamt wollen wir die Ergebnisse 2019 im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern", betonte Lutz. Die BayWa erwartet bereits im 1. Quartal 2019 ein deutlich besseres Ergebnis als im Vorjahreszeitraum.

Der Vorstandsvorsitzende erläuterte außerdem, dass die BayWa zukünftig noch viel stärker und zielgerichteter eine "grüne Perspektive" bei der Ausgestaltung ihrer Geschäftsstrategien und -modelle verankern werde: "Die Auswirkungen des Klimawandels stellen die größte Herausforderung für uns alle und damit auch für uns als Unternehmen dar", hob Lutz hervor. Die BayWa baue hier auf einer soliden Basis auf. Als Beispiele nannte er nicht nur das Geschäftsfeld Regenerative Energien, sondern auch die Lösungen, die im Rahmen der Digitalisierung zur effizienteren Nutzung von Dünger oder Wasser angeboten werden. "Mit der Implementierung einer ,grünen Perspektive' wollen wir Antworten auf die Frage finden, wie wir nachhaltig und ressourcenschonend unsere Geschäfte (weiter-)entwickeln", erläuterte Lutz.

Segment Agrar mit deutlicher EBIT-Steigerung

Das Segment Agrar steigerte den Umsatz 2018 auf 11,0 Mrd. Euro (Vorjahr: 10,8 Mrd. Euro). Das EBIT stieg deutlich um fast 20 Mio. Euro auf 100,1 Mio. Euro (Vorjahr: 82,1 Mio. Euro).

Der internationale Agrarhandel BAST profitierte 2018 besonders von zwei Entwicklungen: Aufgrund der trockenheitsbedingten Grundfutterknappheit stieg die Nachfrage der Futtermittelindustrie nach Soja, die verstärkt von der niederländischen Konzerngesellschaft Cefetra B.V. bedient werden konnte. Zum anderen begünstigte die Verschiebung der globalen Warenströme von den USA nach Brasilien infolge chinesischer Importzölle auf US-Soja die bestehenden Handelspositionen. Außerdem konnte sich der Konzern dank bestehender Handelskontrakte und Lagerbestände bei der starken Preisrallye für Weizen im vergangenen Sommer aufgrund erwarteter Ernterückgänge in Europa sehr gut behaupten.

Das Geschäftsfeld Agrar mit dem Handels-, Betriebsmittel- und Erfassungsgeschäft hingegen litt unter der extremen Trockenheit des letzten Jahres: Deutlich geringere Erfassungsmengen von Getreide aufgrund sehr niedriger Erntemengen infolge der Dürre, erhebliche Vermarktungsprobleme wegen des Niedrigwassers der Flüsse und die vegetationsbedingt wesentlich geringere Düngermittelabgabe belasteten die Geschäftsaktivitäten in Deutschland und Österreich stark. Dazu kamen massiv gestiegene Logistikkosten durch Kleinwasserzuschläge sowie fehlende Trocknungserlöse.

Das Geschäftsfeld Global Produce (ehemals: Obst) erlebte 2018 eine uneinheitliche Entwicklung. Zum einen konnte die neuseeländische Konzerngesellschaft T&G Global Limited (T&G) den Verkauf von Äpfel und Birnen steigern, und die niederländische Tochtergesellschaft TFC Holland B.V. profitierte von höheren Absätzen bei Beeren und Steinobst sowie Südfrüchten. Zum anderen lag das Volumen bei Tafelkernobst in Deutschland aufgrund der schlechten Ernte 2017 um mehr als 50 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Trotz der positiven Entwicklung der internationalen Aktivitäten konnte das Geschäftsfeld Global Produce das Vorjahresergebnis nicht ganz erreichen. Das lag vor allem am Handelskonflikt zwischen den USA und China: Äpfel aus den USA, die ursprünglich für den Export nach China vorgesehen waren, mussten wegen der chinesischen Einfuhrzölle zu deutlich niedrigeren Preisen als vorgesehen in den USA vermarktet werden.

Das Geschäftsfeld Technik erreichte dagegen 2018 beim Ergebnis eine Höchstmarke. Dies ist besonders auf die deutliche Steigerung im Neumaschinengeschäft mit Traktoren zurückzuführen. Dadurch erhöhten sich auch das Servicegeschäft und der Ersatzteilverkauf. Am Ende des Geschäftsjahres verzeichnete die Landtechnik aufgrund besonders milder Witterung einen ungewöhnlich starken vorzeitigen Abruf bestellter Neumaschinen, so dass das Geschäftsfeld ein deutlich höheres Ergebnis als erwartet erzielen konnte.

Segment Energie mit sehr starker Entwicklung

Das Segment Energie erzielte 2018 eine weitere Höchstmarke bei Umsatz und EBIT: Der Umsatz lag bei 4,0 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,6 Mrd. Euro) und das EBIT stieg auf 96,0 Mio. Euro (Vorjahr: 85,0 Mio. Euro). Das Geschäftsfeld Regenerative Energien hat sich 2018 sehr positiv entwickelt und die für das Gesamtjahr geplanten Projektentwicklungen und -verkäufe wie geplant komplett umgesetzt. Es wurden Anlagen mit einer installierten Leistung von insgesamt 453 Megawatt (MW) und damit fast 40 MW mehr als 2017 verkauft. Der größte Teil fiel auf Solaranlagen mit 324 MW; im Windbereich wurden Anlagen mit 116,7 MW veräußert. Auch der Handel mit Solarmodulen entwickelte sich vor allem durch die Expansion nach Südamerika und in die Region Asien-Pazifik ausgesprochen positiv.

Auch das klassische Energiegeschäft erreichte 2018 ein Rekordergebnis, das um 27 Prozent über dem Vorjahr lag. Dazu trugen im wesentlichen Margenverbesserungen im Kraftstoffgeschäft bei, da die Niedrigwasserstände der Flüsse und der Ausfall der Bayernoil-Raffinerie im 2. Halbjahr zu einer angespannten Versorgungssituation und spürbaren Preisanstiegen in Deutschland geführt hatten. Der BayWa Konzern konnte in diesem Umfeld von langfristigen Lieferverträgen und einer eigenen, sehr effizienten Logistikflotte profitieren. Das Geschäft mit Holzpellets entwickelte sich ebenfalls weiter positiv und konnte erneut ein Absatzplus von 1,4 Prozent erreichen, das wie im Vorjahr über dem Marktdurchschnitt lag. Positiv verlief auch das Geschäft im Wärme-Contracting, das mit der Akquirierung neuer Objekte weiterwuchs.

Segment Bau 2018 weiter auf Kurs

Der Umsatz im Segment Bau betrug 2018 1,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,6 Mrd. Euro) und das EBIT verbesserte sich leicht auf 31,1 Mio. Euro (Vorjahr: 30,1 Mio. Euro). Der Baustoffhandel in Deutschland und Österreich wurde im gesamten Jahresverlauf von einer guten Konjunktur und bis in den Dezember hinein von einer milden Witterung begünstigt. Die hohe Kapazitätsauslastung besonders im deutschen ausführenden Baugewerbe führte zwar zu Engpässen bei Transport und Lieferzeiten auf Seiten der Baustoffhersteller, aber die BayWa konnte durch ihre Standortinfrastruktur, hohe Warenverfügbarkeit und eine eigene, leistungsfähige Logistik stärker wachsen als der Markt. Ein wichtiger Schwerpunkt in der Weiterentwicklung des Geschäftsfeldes war die Verknüpfung von digitalem mit stationärem Handel sowie das Angebot im Bereich gesundes Bauen und Modernisieren. So konnte unter anderem der Online-Verkauf an Privatkunden stark ausgedehnt werden. Das Programm "BauGesund-Partnerschaft" baute die BayWa weiter aus. Hier werden auf der Basis von mittlerweile rund 6.000 geprüften emissionsarmen Produkten mit dem "BauGesund-Siegel" die Gewerbekunden beraten und geschult. Außerdem stieg die Nachfrage im klassischen Streckengeschäft für Sortimente des Tief- und Straßenbaus, da die öffentliche Hand verstärkt die Straßeninfrastruktur repariert und modernisiert.

Segment Innovation & Digitalisierung mit deutlicher Umsatzsteigerung

Das Segment Innovation & Digitalisierung bündelt alle Aktivitäten des BayWa Konzerns in den Bereichen Digital Farming und eBusiness. Der Bereich eBusiness fast die Online-Aktivitäten des BayWa Konzerns zusammen. Die Umsätze und Erträge daraus werden allerdings demjenigen Geschäftsfeld bzw. Segment zugeordnet, in dem das jeweils verkaufte Produkt angesiedelt ist. Notwendige Investitionen in die Entwicklung von Digital-Farming-Lösungen sowie die Bereitstellung und Weiterentwicklung des "BayWa Portals" führen deshalb zu keinen unmittelbaren Erträgen.

2018 konnte das Segment den Umsatz auf 10,7 Mio. Euro (Vorjahr: 6,9 Mio. Euro) steigern. Die Entwicklungsaufwendungen für den Bereich Digitalisierung schlugen sich in einem EBIT von minus 12,3 Mio. Euro (Vorjahr: minus 10,8 Mio. Euro) nieder.

Im Berichtsjahr konnte sich das Segment aufgrund der Düngeverordnung, die eine Optimierung der Düngemengen und strengere Dokumentationspflichten vorschreibt, gut mit ihren Digital-Farming- bzw. Farm-Management-Produkten und dem Softwarepaket "NEXT Farming OFFICE" auf dem Markt positionieren. Die Verkaufszahlen stiegen deutlich. Mit 49 Prozent entfiel der größte Teil des Umsatzes auf Softwarelizenzen und Wartungsverträge, gefolgt von digitalem Kartenmaterial einschließlich Analysen und Beratungen sowie Bodenprobenentnahmen mit einem Anteil von 34 Prozent.

Aktuell (28.03.2019 / 14.15 Uhr) in Stuttgart umsatzlos leicht im Plus bei 31,60 EUR.


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  • ISIN: DE0005194062

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