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Zum Wochenausklang konnte Steinhoff International Holdings NV (ISIN: NL0011375019) einen weiteren wichtigen Erfolg im Sanierungsprozess vermelden.

Bereits am 30.11.2018 stellte die Gesellschaft einen für sie und -offensichtlich am 14.12. bestätigt- auch für die Gläubiger gangbaren Lösungsweg vor.

Das Lösungsmodell in Kürze: Neugründung der bestehenden Firmenstruktur unterhalb der Steinhoff durch Einheiten in Luxemburg, Jersey und Großbritannien. Es sollen also unbelastete Gesellschaften anstelle der alten entstehen. Das Geflecht soll beibehalten werden,heißt Beteiligungsstruktur und Funktion innerhalb der Firmengruppe bleibt. Dann sollen alle Assets aus der alten Struktur auf die neue übertragen werden. Im dritten Schritt werden dann die Schulden der Steinhoff durch neue Darlehen respektive Anleihen der neuen Luxemburger Einheit refinanziert beziehungsweise ersetzt (bei Steinhoff durch  "New SEAG Luxco Debt"). Die bisherigen Gläubiger sollen dann an der neuen Luxemburger Gesellschaft teilhaben und so an den Assets und Sicherheiten partizipieren. Gläubiger, die individuelle Absicherungen auf ihre Forderungen halten, sollen diese auch innerhalb der neuen Struktur behalten. Unterstützt und ermöglicht werden soll dieser Umbau durch ein verlängertes Stillhalten der Gläubiger, bis der Umbau abgeschlossen wurde oder das CVA abgelaufen ist.

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Konkret

Es handelt sich um den Komplex der Gläubiger der Steinhoff Europa AG und die Gläubiger der Steinhoff Finanz Holding GmbH. Auf den entsprechenden Gläubigerversammlungen kamen jeweils die notwendigen Mehrheiten zustande. Heißt im Einzelnen:

Für Steinhoff Europa AG stimmten 94% der anwesenden Gläubiger für den Vorschlag der Gesellschaft. Das ist gleichbedeutend mit rund 93% aller Gläubiger.Bei Steinhoff Finanz GmbH stimmten 99% der anwesenden Gläubiger auf der Versammlung für die Annahme des Sanierungsvorschlags, was gleichzeitig für insgesamt rund 89% des gesamten Gläubigervolumens steht.

Die entsprechenden notwendigen rechtlichen Schritte für das Englische Gericht, welches im Vorfeld die Umschuldungsmodalitäten prüfen ließ und schließlich zur Abstimmung freigab, wurden seitens Steinhoff bereits veranlasst. Interessierte können den genauen Wortlaut der Vereinbarungen unter auf der Homepage Lucid-is.com unter der Rubrik Steinhoff herunterladen.

Nun gehen die rechtlich notwendigen Schritte weiter, die durch die Gläubigerzustimmung erst möglich wurden. Das Ergebnis ist klar: Umschuldung der beiden Gesellschaften und damit Sicherung des Überlebens der Steinhoff Gruppe unter dem Aspekt der kurzfristigen Schuldentragbarkeit.

Der Commercial Director und desigierte CEO Louis du Preez stellt zu dem Abstimmungsergebnis fest, dass damit die Basis für die finanzielle Stabilität der Steinhoff Gruppe gelegt wurde und man sich nun den operativen Aufgaben verstärkt widmen kann. Es geht also wieder um das Wesentliche: Optimierung und Stärkung der operativen Einheiten. Der erste Schritt ist getan. Im Wortlaut äußerte er sich so: "The agreements reached today with creditors of the Group's key finance companies are key to bringing in a new period of financial stability for the Group and enabling management to focus on maximizing the potential of the Group's various businesses. On behalf of the management board I would like to take this opportunity to thank everyone concerned for the tremendous efforts involved in reaching this critical milestone in the restructuring of the Group's financial indebtedness."{

Die Steinhoff-Story lebt und man darf auf die nächsten Schritte gespannt sein.

Bilanzierung 2017/2018

Es bleibt das Damoklesschwert der verschobenen Bilanzzahlenveröffentlichung. Trotz angeblich oder wahrscheinlich großer Fortschritte haben die Prüfer von PWC wohl noch viel zu beachten, insbesondere sollen/müssen die forensischen Ergebnisse der PWC Ermittlungen, die erst Ende Februar vorliegen, berücksichtigt werden. Ergebnis dieser vertieften Ermittlungen für die Steinhoff ist, dass die vorher kommunizierten Zeitpläne Makulatur sind und erst bis Mitte April mit den konsolidierten Bilanzen der Steinhoff Gruppe zu rechnen sei und mit Ende April auch die Bilanzen von Steinhoff Invest vorliegen sollen. Selbst diese Termine erscheinen ambitioniert: „While significant progress has been made in a number of areas, the full implications of the accumulated findings of the PwC report on the Group's 2017 and 2018 financial statements are still being analysed to ensure that the correct accounting treatment and related disclosures are adopted. This aspect remains a very crucial and complex area. (…) The Company now estimates that it will publish its Group audited financial statements for 2017 and 2018 by the middle of April 2019. The 2017 and 2018 financial statements for Steinhoff Investment Holdings Ltd will be released shortly thereafter.“

Keys

Freitag bestätigte sich, dass die Umschuldungsmaßnahmen nicht nur gut entwickeln , sondern eigentlich - zumindest die schwierigsten Teile - erledigt sind und offensichtlich nicht durch die Verzögerung bei der Bilanzerstellung geystört werden. Was fehlt ist ein Hinweis zur operativen Entwicklung und Sanierungsmaßnahmen. Hoffentlich bedeutet hier das Auslassen nichts negatives. Daran erinnert: Mattres Firm Inc. hat das Insolvenzverfahren verlassen und ist verkleinert nun wieder operativ erfolgreich.

Und Südafrika - Pepkor - liefert auf jeden Fall nennenswerte Ergebnisse.für die Gruppe.

"In parallel, our financial restructuring continues to make good progress. Our recently announced plans regarding the restructuring of the Group's financial indebtedness are significant milestones and will bring in a new period of financial stability for the Group. These plans are unaffected by today's announcement."

 

 


Chart: Steinhoff International Holding N.V. | Powered by GOYAX.de

Weitere Informationen

  • ISIN: NL0011375019

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