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Steinhoff International Holdings NV (ISIN: NL0011375019) hat es geschafft. Gestern handelte die Aktie im Tageverlauf erstmals unter zehn Cent. Kurzzeitig sah der Markt die 9,90 Cent. 481.498 Stück markierten um 12:53 den neuesten Tiefststand. Langsam verlieren - glauben wir - auch die größten Optimisten den Glauben an die Gesellschaft.

Gerüchteküche.

Neues von Steinhoff Kommuniziertes gibt es eigentlich nicht viel. Vor einigen Tagen (06.11.2018) veröffentlichte Steinhoff International Holdings NV eine mehr oder weniger kryptische News über die Erlaubnis(!) die Berechnungen und dann wahrscheinlich auch Auszahlungen zu starten über die - nennen wir es mal so - Entschädigungsgebühr für Gläubiger die innerhalb gesetzter Fristen anfangs Juni 2018 einem Zahlungsmoratorium ("Support Letter") zustimmten.

Wenn schon die Berechnung, Identifikation der Anspruchsberechtigten und potentielle Zahlung von zugesagten Gebühren eine News wert ist, dann muss man sich fragen, ob es nichts Wichtigeres oder Berichtenswerteres gibt. Wohl leider nichts.

Weiterhin geistert aktuell durchs Netz, dass weitere strafrechtliche Ermittlungen gegen ehemals Verantwortliche der Steinhoff International Holdings NV durch die Staatsanwaltschaft Oldenburg derzeit erfolgen. „Ein eventuelles Erfordernis weiterer Ermittlungen im Wege der internationalen Rechtshilfe in strafrechtlichen Angelegenheiten mit Südafrika wird fortlaufend geprüft“ sagte ein Vertreter der STA Oldenburg gegenüber dpa diesbezüglich. Alles sehr schwammig, alles auf jeden Fall nicht positiv. Es findet sich die Behauptung, dass über Offshore-Konstruktionen Gelder in den vergangenen Jahren dem Konzern entzogen wurden.

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Die Veräußerung der französischen Einzelhandelsimmobilien der Conforama-Kette zu angeblich "zu niedrigem Preis" wurde von Bloomberg aus "informierten Kreisen" kolportiert. Die angeblich rund 800 Millionen Euro Portfoliowert und deren angebliche Veräußerungsabsicht wurden von Steinhoff nicht kommentiert. Fakt ist: Steinhoff braucht Geld. Logisch dass dann Gerüchte über alle möglichen noch vorhandenen Vermögensgegenstände auftauchen. Man kann sich auch fragen, ob ein Einzelhändler die Immobilien besitzen muss, in denen er Geschäfte betreibt. Kaufhof und Karstadt haben größtenteils darauf verzichtet, wenn auch gezwungenermaßen. Geschadet hat es nicht. Zumindest wenn allfällige Erlöse zu Gunsten des Unternehmens verwendet und die Mietverhältnisse zu üblichen Marktpreisen eingegangen werden können.

Hoffnung?

Das Einzige, was möglicherweise etwas Klarheit bringen könnte, wären testierte, aussagekräftige Bilanzen, wie für den Dezember versprochen. Das Erschreckende ist: Steinhoff erhält von seinen Gläubigern eine Atempause, um operativ wieder auf die Beine zu kommen, und trotzdem gibt es seitens des Unternehmens wenig Information über Fortschritte oder Pläne. Gerade die Verantwortlichen von Steinhoff sollten wissen, dass Vertrauen am Kapitalmarkt nur zurückgewonnen werden kann, wenn man transparent und proaktiv über die Entwicklungen informiert. Die Angst vor möglichen Haftungsfragen wegen falscher oder irreführender News kommt zu spät und ist momentan und für die zukünftige Informationspolitik eher ein geringeres Problem. Das bisher Erreichte ist in Anbetracht der Ausgangsvoraussetzungen gar nicht so schlecht.

Solange es seitens Steinhoff International Holdings NV so wenig Transparenz gibt, ist unserer Meinung nach die Aktie eher für Zocker interessant, als für Anleger, die auf einen Turn Around hoffen.

 


Chart: Steinhoff International Holding N.V. | Powered by GOYAX.de

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  • ISIN: NL0011375019

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