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Der SDAX erzielte in 2015 gegenüber dem Leitindex DAX eine deutliche Outperformance. Mit +26,61% belegte er unter den vier wichtigsten deutschen Indizes Platz zwei hinter dem TECDAX.

Die Hypoport AG, erst im Dezember in den SDAX aufgestiegen, wurde dabei nicht nur Performance-Sieger im eigenen Index, sondern war auch im Vergleich zu den Werten aus dem DAX, MDAX und TECDAX deutlicher Gewinner in Sachen Kursgewinne.

Zu den großen Verlierern gehörten im vergangenen Jahr indes vor allem der Modehersteller Gerry Weber und Biotest. Die Kurse beider Unternehmen hatten sich binnen zwölf Monate mehr als halbiert.


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Best-Index-Performer: Hypoport beendet beeindruckendes Rally-Jahr mit zwei weiteren Höhepunkten

Wer sich Ende 2014 ein schönes Aktienpaket der Hypoport AG (ISIN: DE0005493365) ins Depot gelegt hat und erst ein Jahr später wieder in selbiges hineingeschaut hat, der wird sich voller freudiger Verwunderung die Augen gerieben haben: Ganze +562,28% ist die Aktie in diesem überschaubaren Zeitraum gestiegen.

Ging sie am 30.12.2014 noch bei einem Kurs von 12,16 EUR aus dem Handel, so schloss sie ein Jahr später bereits bei einem Kurs von 80,50 EUR. Dabei ist der Jahres-Schlusskurs nicht weit weg vom Allzeithoch bei 81,55 EUR. Dieses wurde ebenfalls am letzten Handelstag in 2015 neu markiert. Erst neun Tage zuvor gab es bei Hypoport bereits ein positives Ereignis und Grund zur Freude: Das Unternehmen wurde nämlich in den SDAX aufgenommen. Im November hatte die Deutsche Börse dies vorab entschieden und verkündet.

Die tolle Performance war ganz sicher nicht zwingend vorauszusehen gewesen, aber reiner Zufall war es natürlich auch nicht. Denn Hypoport konnte Anleger und Analysten das ganze Jahr über immer wieder mit positiven Meldungen überraschen. Die Erwartungen wurden regelmäßig übertroffen, so dass der Kurs vom stark wachsenden Geschäftsfeld "FinTech" regelrecht in die Höhe schoss. So steigerte das Unternehmen aus Berlin seinen Umsatz in den ersten neun Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres um +27% auf 103,1 Mio. EUR. Das EBIT konnte mit 14,7 Mio. EUR mehr als verdoppelt werden. Insbesondere die weiterhin optimistischen Aussichten sorgen dafür, dass die Aktie auch jetzt noch im Fokus von Anlegern steht. Es ist gut möglich, dass bei weiterhin guten Neuigkeiten die 100 EUR in diesem Jahr fallen.

Hinter dem mit deutlichem Abstand auf Platz eins stehenden Best-Index-Performer Hypoport folgt auf Rang zwei der nach Performance lange Zeit im SDAX führende Druckmaschinen-Hersteller Koenig & Bauer AG (ISIN: DE0007193500) mit einem Kursplus von +229%.

In den letzten Jahren hatte das Unternehmen aus Würzburg im Zuge einer Restrukturierung an der Börse deutliche Verluste hinnehmen müssen. Erst mit der Veröffentlichung der Zahlen für das Jahr 2014 im Frühjahr des letzten Jahres ging es an der Börse wieder bergauf. Koenig & Bauer konnte nämlich endlich wieder schwarze Zahlen vorweisen. Weil die folgenden Zahlen in 2015 diesen Trend bestätigten, fassten Anleger offensichtlich wieder Vertrauen in das Unternehmen und der Kurs stieg zwischenzeitlich gar bis zu einem neuen Allzeithoch bei 35,78 EUR.

Auf Platz drei landete die Patrizia Immobilien AG (ISIN: DE000PAT1AG3) mit einer Jahres-Performance von +121,49%, knapp dahinter gefolgt vom Online-Händler für Heimtierbedarf Zooplus AG (ISIN: DE0005111702) mit +121,38% und Grenkeleasing AG (ISIN: DE000A161N30), dem Spezialisten für IT-Leasing, auf Rang fünf mit +107,44%.

Damit erreichten fünf der 50 zughörigen Werte eine Performance jenseits der 100%. Immerhin 15 Unternehmen erzielten gegenüber dem SDAX eine Outperformance, d.h. schnitten mit einem Kursplus von mehr als 26,61% ab.


Worst-Index-Performer: Gerry Weber und Biotest mit hohen Kursverlusten auf Jahressicht

Zu den 13 Verlierern im SDAX gehörten allen voran Gerry Weber International AG (ISIN: DE0003304101) mit einer negativen Performance von -62,58% und die Biotest AG (ISIN: DE0005227235) mit -50,85%.

Der Aktienkurs des Modeunternehmens Gerry Weber brach insbesondere seit Juni drastisch ein. Mit einer erneuten Gewinnwarnung auf Basis der Halbjahreszahlen schockte das Unternehmen aus Halle in Westfalen die Anleger. Der Kurs fiel um 30%. Auch mit den Zahlen für die ersten neun Monate bestätigte Gerry Weber den weiteren Abwärtstrend. Im Oktober fiel die Aktie nochmals deutlich. Zwar konnte man durch die Übernahme von Hallhuber den Umsatz steigern, aber das EBIT fiel in den ersten neun Monaten von 65,5 Mio. EUR im Vorjahr auf nunmehr 38 Mio. EUR. Gerry Weber hatte wie die Konkurrenz auch mit einem äußerst schwierigen Marktumfeld innerhalb der Textilindustrie zu kämpfen. Eine weitere Konsequenz des Kursverfalls war im Übrigen, dass das Unternehmen im September vom MDAX in den SDAX abstieg. Ende 2014 ging die Aktie noch bei einem Kurs von 33,34 EUR aus dem Handel. Am 30.12.2015 notierte das Papier gerade einmal noch bei 12,78 EUR.

Ähnlich schlecht verlief das Börsenjahr für Biotest. Das Pharma- und Biotherapeutika-Unternehmen aus Dreieich zeigte bereits seit März letzten Jahres einen Abwärtstrend. Zuletzt verlor die Vorzugsaktie im Oktober nochmals über 30% binnen eines Monats. Eine Gewinnwarnung aufgrund einer 84 Mio. EUR-Abschreibung hatte die Aktie auf ein Mehrjahrestief von 12,13 EUR gezogen. Bis zum Ende des Jahres erholte sie sich aber ein wenig bis auf 15,40 EUR.

Mit -18,49% schloss die Hamburger Hafen und Logistik AG (ISIN: DE000A0S8488) 2015 auf dem drittletzten Platz im SDAX ab. Seit Veröffentlichung der Q1-Zahlen im Mai rutschte der Kurs in den Keller. Auslöser war, dass der Hamburger Hafenlogistik-Konzern im Containergeschäft rückläufige Zahlen verzeichnete. Vor allem zwischen Hamburg und den russischen Ostseehäfen brach das Geschäft um fast 35% ein. Das quittierte die Börse mit fallenden Kursen.

Auf den weiteren Verliererplätzen folgten der Automobilzulieferer Grammer AG (ISIN: DE0005895403) mit einer Performance von -17,34% und der Münchener Baumaschinen- und Baugerätehersteller Wacker Neuson SE (ISIN: DE000WACK012) mit -16,10%. 

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Das Nebenwerte Magazin richtet seinen Fokus auf die Welt der deutschen Nebenwerte und hat sich zum Ziel gesetzt, Mid-Caps und Small-Caps aus Deutschland mehr in den Blickpunkt zu rücken.

Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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