Porsche schaltet bei der Neuausrichtung in den nächsten Gang – und nimmt dafür kurzfristig massive Ergebnisbelastungen in Kauf. Auf der Jahrespressekonferenz zeichnet der neue Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Leiters ein klares Bild: weniger Bürokratie, schlankere Strukturen, strikter Fokus auf Marge statt Stückzahl – vor allem im schwierigen China-Geschäft. Gleichzeitig liefert der Sportwagenbauer harte Zahlen: Umsatz runter, operatives Ergebnis eingebrochen – wegen außerordentlicher Aufwendungen von rund 3,9 Milliarden Euro.
„Value over Volume“: Porsche will wieder begehrlicher werden – nicht billiger
Leiters macht gleich zu Beginn Tempo: Seit seinem Amtsantritt habe das Führungsteam die Lage „systematisch analysiert“ und erste Maßnahmen eingeleitet. Kernpunkte:
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Value over Volume, insbesondere in China
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verschlankte Führungsstruktur, weniger Hierarchien
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Bürokratieabbau und stärkere Fokussierung auf das Kerngeschäft
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qualitätsorientierter Hochlauf des vollelektrischen Cayenne
Die Botschaft ist klar: Porsche will sich nicht in den Preiskampf ziehen lassen, sondern die Marke über Exklusivität und Produktattraktivität stabilisieren.
Strategie 2035: Portfolio-Ausweitung in margenstärkere Segmente
70 Tage nach Amtsantritt skizziert Leiters erste Eckpunkte der Strategie 2035: Porsche prüft eine Ausweitung des Produktportfolios, um in margenstärkeren Segmenten zu wachsen – „oberhalb“ der heutigen zweitürigen Sportwagen sowie „oberhalb des Cayenne“. Für Anleger ist das ein klassischer Hebel: Wenn Porsche neue, hochpreisige Derivate und Baureihen erfolgreich platziert, kann das die Preissetzungsmacht und damit die Cashflow-Qualität stützen.
Kapitalmarkt-Botschaft inklusive: Die Strategie 2035 soll die Basis schaffen für nachhaltig starken Cashflow, „starke Ergebnisse“ und Porsche-adäquate Margen.
Neue Modelle: 911 Turbo S und Cayenne Electric sollen Emotion und E-Momentum liefern
Porsche setzt weiter auf den Mix der Antriebsarten – und will gleichzeitig elektrischer werden. 2025 gab es zwei Weltpremieren:
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911 Turbo S (September) mit Bi-Turbo-Antriebsstrang und T-Hybrid-Technologie
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Cayenne Electric (November) als vollelektrisches SUV-Flaggschiff, das Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Angebot ergänzend
Auch für 2026 kündigt Porsche weitere „emotionale Derivate“ an. Das ist aus Börsensicht wichtig, weil Produktzyklen im Luxussegment oft direkt mit der Margenentwicklung verknüpft sind.
Zahlen 2025: Umsatz sinkt – operatives Ergebnis kollabiert wegen 3,9 Mrd. Euro Sonderaufwendungen
Das Geschäftsjahr 2025 war laut Unternehmen „herausfordernd“ – und die Kennzahlen lesen sich entsprechend:
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Konzernumsatz: 36,27 Mrd. Euro (2024: 40,08 Mrd. Euro)
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Operatives Konzernergebnis: 413 Mio. Euro (2024: 5,64 Mrd. Euro)
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Operative Konzernumsatzrendite: 1,1 % (2024: 14,1 %)
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EBITDA-Marge Automobile: 13,3 % (2024: 22,7 %)
Der Hauptgrund: außerordentliche Aufwendungen von rund 3,9 Mrd. Euro, bestehend aus:
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Neuausrichtung der Produktstrategie & Reskalierung: ca. 2,4 Mrd. Euro
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Batterieaktivitäten: ca. 700 Mio. Euro
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US-Zölle: ca. 700 Mio. Euro
Finanzvorstand Dr. Jochen Breckner macht zugleich klar: Auch 2026 seien im Rahmen der Rekalibrierung einmalige Effekte in hoher dreistelliger Millionenhöhe zu erwarten – Porsche akzeptiere diese Belastungen, um mittelfristig wieder Porsche-Margen zu sichern.
Cashflow, E-Quote, Auslieferungen: robust – aber klar schwächer
Auch abseits der GuV zeigt 2025 Bremsspuren:
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Netto-Cashflow Automobile: 1,51 Mrd. Euro (2024: 3,73 Mrd. Euro)
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Netto-Cashflow-Marge Automobile: 4,7 % (2024: 10,2 %)
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BEV-Anteil Automobile: 22,2 % (2024: 12,7 %)
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Auslieferungen: 279.449 Fahrzeuge (-10,1 % ggü. 310.718 in 2024)
Porsche betont dennoch eine hohe Nettoliquidität und gesunde Bilanz – ein wichtiger Punkt, weil der Umbau Geld kostet und Luxusmärkte volatil bleiben.
Dividende gekürzt – aber über der ursprünglichen Guideline
Das Ergebnis je Aktie fällt entsprechend:
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0,47 Euro je Stammaktie, 0,48 Euro je Vorzugsaktie
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von:
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1,00 Euro je Stammaktie
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1,01 Euro je Vorzugsaktie
vor.
Die Dividende wird damit signifikant reduziert, liegt laut Unternehmen aber „deutlich über“ der ursprünglichen Guideline von 50 Prozent.
Ausblick 2026: Marge soll zurückkommen – trotz China-Druck und US-Zollrisiken
Für 2026 erwartet Porsche erneut „sehr herausfordernde“ Bedingungen: Luxussegment in China unter Druck, intensiver Preiswettbewerb bei E-Autos, geopolitische Unsicherheiten und anhaltende US-Zollpolitik. Auf dieser Basis prognostiziert Porsche:
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Umsatz: 35 bis 36 Mrd. Euro
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Operative Konzernumsatzrendite: 5,5 bis 7,5 %
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Netto-Cashflow-Marge Automobile: 3 bis 5 %
Das ist die entscheidende Börsenfrage: Schafft Porsche den Rebound der Profitabilität, während gleichzeitig Strukturkosten sinken, der E-Hochlauf gelingt und China nicht weiter erodiert?















