Planethic Group AG: Neu-CEO Sascha Voigt im Exklusivinterview: „Mililk bleibt unser zentraler Wachstumstreiber“

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Planethic Group AG: Neu-CEO Sascha Voigt im Exklusivinterview: „Mililk bleibt unser zentraler Wachstumstreiber“

Nach dem Umbau in eine Beteiligungsholding im Bereich FoodTech gab es im November einen überraschenden Führungswechsel bei der Planethic Group AG. Ex-Aufsichtsrat und Großaktionär Sascha Voigt hat die CEO-Rolle von Rayan Tegtmeier übernommen, mit dem wir noch im Oktober über die ambitionierten Pläne des Unternehmens rund um die innovative Mililk-Technologie gesprochen hatten.

Das Nebenwerte-Magazin hat bei Neu-CEO Sascha Voigt nachgefragt und ihn exklusiv interviewt. Dabei ging es neben den Gründen für den Führungswechsel auch um die neue operative Disziplin, die erste Produktionsanlage in den USA und die für Januar angesetzte außerordentliche Hauptversammlung. Seine Vision ist ehrgeizig: In fünf Jahren sieht er die Planethic Group als ein international skalierbares, hochprofitables Foodtech-Unternehmen mit mehreren Produktionsstandorten, stabilen Partnerschaften, starkem Cashflow und einer börsennotierten Mililk-Tochter. 

nwm: Herr Voigt, Ende Oktober freuten wir uns ein Interview „mit dem neuen Planethic-CEO Rayan Tegtmeier“ zu führen. Und jetzt einige Wochen später können wir mit dem „neuen CEO Sascha Voigt“ der Planethic Group sprechen. Was ist passiert?

Sascha Voigt: Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass die nächste Wachstumsphase der Planethic Group eine andere organisatorische Struktur benötigt. Die Anforderungen an Führung, Finanzierung und internationale Expansion sind gestiegen. Der Aufsichtsrat hat eine Entscheidung getroffen, die Geschwindigkeit, Stabilität und Umsetzungskraft gewährleistet. Da ich die technologische und strategische Entwicklung des Unternehmens seit Jahren kenne, lag es nahe, die CEO-Rolle zu übernehmen, um die Skalierung konsequent voranzutreiben.

nwm: Hätte man sich dieses Wechselspiel nicht im Interesse des Unternehmens und des Kapitalmarktes sparen können?

Sascha Voigt: Die operative Verantwortung in der aktuellen Wachstumsphase muss klar fokussiert sein. Herr Tegtmeier und ich hatten unterschiedliche Ansichten und Prioritäten, sodass sich unsere Wege in dieser Phase getrennt haben. Mein Fokus liegt nun auf der Umsetzung der Wachstumsstrategie. Die Strukturänderung stellt sicher, dass das Unternehmen die bestmögliche Führung erhält.

nwm: Und jetzt zu dem, was natürlich jeden Aktionär interessiert: Was ändert sich unter Ihrer Ägide? Sind die Ende Oktober präsentierten Pläne noch aktuell?

Sascha Voigt: Die strategische Grundrichtung bleibt unverändert: Wir entwickeln eine global agierende Foodtech-Beteiligungsgesellschaft mit klar definierten Wachstumsfeldern.

Neu ist die operative Disziplin:

  • Priorisierung von Projekten,
  • klare Meilensteinpläne,
  • effiziente Ressourcenallokation,
  • international abgestimmtes Finanzierungskonzept.

Unser Leitprinzip lautet: Investitionen dort, wo unmittelbare Wertschöpfung entsteht, und Reduktion von Komplexität, um Wachstum zu beschleunigen.

nwm: Das Thema Mililk, die Wachstumschancen und der geplante Aufbau von zehn Produktionsstätten weltweit – mit gesicherten 300 Mio. Litern Abnahmepotenzial per „unverbindlichen Willenserklärungen“ als Investitionsbasis – bleiben aktuell?

Sascha Voigt: Mililk bleibt unser zentraler Wachstumstreiber. Durch die neue und effizientere Technologie erreichen wir die geplanten Kapazitäten mit weniger Anlagen, was den Kapitalbedarf signifikant reduziert. Die erste Produktionsanlage startet im ersten Quartal 2026 in den USA. Eine zweite Anlage in Berlin wird vorbereitet, sobald die Finanzierung gesichert ist.

Das Abnahmepotenzial ist validiert, die industrielle Skalierung technologisch machbar und wirtschaftlich attraktiv. Unser Organisations- und Finanzierungsplan zielt darauf ab, diese Pipeline schnell in investitionsfähige Projekte zu überführen.

nwm: Welche konkreten Meilensteine sehen Sie in den nächsten 12 bis 18 Monaten für die Skalierung der Mililk-Technologie?

Sascha Voigt: Die zentralen Meilensteine sind:

  1. Abschluss der Industrialisierungsphase der Mililk-Technologie,
  2. Projektfinanzierung inklusive strategischer Industriepartner,
  3. Standortentscheidungen für erste internationale Produktionsstätten,
  4. Aufbau der Maschinen und regionaler Lieferketten,
  5. Skalierung des B2B-Vertriebs mit abgesicherten Abnahmemengen.
nwm: Spannend für unsere Leser war auch das Thema eines potenziellen Börsengangs der Mililk an die NASDAQ. Können Sie hier schon konkreter werden? Gibt es Meilensteine, die erreicht sein sollten, damit ein solcher Börsengang für alle Stakeholder Sinn macht?

Sascha Voigt: Ein Börsengang ist ein langfristiges Ziel und kein Selbstzweck. Er wird nur dann sinnvoll, wenn Mililk operativ, technologisch und finanziell die notwendige Reife erreicht. Unsere Priorität liegt auf der industriellen Skalierung – wenn diese Meilensteine erreicht sind, eröffnet ein späterer Kapitalmarkteintritt echten Mehrwert für Aktionäre und Stakeholder.

nwm: Herr Tegtmeier sprach davon, sich vornehmlich auf die Mililk zu konzentrieren. Und weitere spannende Einzelheiten zu diesem „Projekt“ kann man auch noch in unserem Interview vom Oktober finden (LINK auf altes Interview). Wie sehen denn Ihre Pläne für die anderen selbstständigen Töchter Happy Cheeze, Peas on Earth und Veganz aus? Was kann man da erwarten?

Sascha Voigt: Alle drei Einheiten bleiben wichtige Bausteine unseres Portfolios. Sobald Mililk in die Skalierungsphase geht, werden wir gezielt Peas on Earth vorantreiben. Veganz und Happy Cheeze entwickeln wir über Wachstumsprojekte und strategische Partnerschaften weiter – immer mit dem Ziel, die Wertsteigerung für unsere Aktionäre zu maximieren.

nwm: Wie lange wollen Sie als CEO die Planethic Group AG führen? Und woran wollen Sie Ihren Erfolg messen?

Sascha Voigt: Mein Ziel ist es, die Planethic Group sicher durch die Transformations- und Skalierungsphase zu führen. Erfolg messe ich an Meilensteinen: technologische Industrialisierung, Projektfinanzierung und Aufbau einer funktionsfähigen internationalen Struktur sowie nachhaltige Wertsteigerung. Sobald diese Ziele erreicht sind, wird der Aufsichtsrat die Führungsstruktur für die nächste Phase prüfen. Ich bleibe so lange, wie ich gebraucht werde.

nwm: Da Ihr Unternehmen erklärtermaßen Geld benötigt, um die ehrgeizigen Wachstumspläne umzusetzen, die logische Frage: Dürfen Ihre Aktionäre weitere Kapitalmaßnahmen der Planethic Group erwarten? Oder gibt es alternative Maßnahmen, die derzeit präferiert werden?

Sascha Voigt: Wir befinden uns in einer kapitalintensiven Wachstumsphase. Primär setzen wir auf Projektfinanzierungen auf Ebene der Tochtergesellschaften. Klassische Kapitalmaßnahmen werden nur geprüft, wenn sie einen klaren Mehrwert für die Aktionäre schaffen. Zusätzlich erwarten wir aus dem Verkauf der OrbiFarm GmbH einen Mittelzufluss von rund 30 Mio. Euro.

nwm: Wie bewerten Sie als Großaktionär die jüngsten Kurskapriolen der Planethic-Aktie?

Sascha Voigt: Ich bin langfristig investiert und mein wirtschaftliches Interesse deckt sich mit dem der Aktionäre. Mein Fokus liegt auf operativer Umsetzung und nachhaltiger Wertsteigerung, nicht auf kurzfristigen Kursbewegungen.

nwm: Und wie wollen Sie das Vertrauen des Kapitalmarktes zurückgewinnen?

Sascha Voigt: Vertrauen entsteht durch sichtbare Leistung. Wir konzentrieren uns auf technologische Fortschritte, wachsende Umsätze und die Umsetzung klar definierter Meilensteine – weniger Reden, mehr Tun.

nwm: Für Januar haben Sie eine außerordentliche Hauptversammlung angekündigt. Warum ist diese notwendig?

Sascha Voigt: Das Berliner Registergericht hatte Bedenken bezüglich des Bedingten Kapitals der Hauptversammlung vom 13. August 2025. Die außerordentliche Hauptversammlung stellt die rechtlichen Rahmenbedingungen wieder her und schafft operative Flexibilität, die das Wachstum und die Umsetzung unserer Projekte beschleunigen könnten. Der Vorstand wird in jedem Fall sorgfältig prüfen, ob die Ausnutzung der Ermächtigung im Interesse der Gesellschaft und ihrer Aktionäre ist.

Darüber hinaus stehen Wahlen zum Aufsichtsrat auf der Tagesordnung. Jan Bredack, Gründer der Planethic Group, bringt einzigartiges Wissen zu Vision, Markenaufbau und Marktexpansion ein. Seine geplante Wahl in den Aufsichtsrat stärkt strategische Steuerung, Innovationskraft und langfristige Wertsteigerung – ohne operative Bindung.

nwm: Und zum Abschluss dieselbe Frage, die wir im Oktober stellten: Wo sehen Sie die Planethic Group in fünf Jahren?

Sascha Voigt: In fünf Jahren ist die Planethic Group ein international skalierbares, hochprofitables Foodtech-Unternehmen mit mehreren Produktionsstandorten, stabilen Partnerschaften, starkem Cashflow und einer börsennotierten Mililk-Tochter. Ziel: nachhaltiges Wachstum und kontinuierliche Wertsteigerung für unsere Aktionäre.

nwm: Herr Voigt, besten Dank für das Interview!
Sascha Voigt, CEO der Planethic Group AG
Herr Sascha Voigt ist Gründer und CEO der IP Innovation Partners GmbH, Unternehmer und Investor mit über 25 Jahren Erfahrung im Bereich New Technologies, Transformation, Licensing und Engineering. Herr Sascha Voigt ist Gründer und CEO der IP Innovation Partners GmbH, Unternehmer und Investor mit über 25 Jahren Erfahrung im Bereich New Technologies, Transformation, Licensing und Engineering. Mit mehreren erfolgreichen Exits in den letzten 15 Jahren, unter anderem an amerikanische und asiatische Konzerne, verfügt er ebenfalls über ausgezeichnete Kenntnisse im Bereich Investment. Die über 40 Patente an denen er als Miterfinder beteiligt ist, zeigen eindrucksvoll seine Expertise. Für seine Erfolge in einem seiner Unternehmen wurde er, u.a. vom amerikanischen Wall Street Journal, mit dem Innovation Gold Award ausgezeichnet. Sascha Voigt und sein Team begleiten Veganz seit mehreren Jahren in der Entwicklung und Skalierung der Mililk Technologie un Produktion. Seit 2022 ist er ebenfalls Investor.
Kurzinfo zum Unternehmen

PLANETHIC GROUP AG ist Marke und Produzent für pflanzenbasierte Lebensmittel. Gegründet 2011 in Berlin, wurde PLANETHIC als vegane Supermarktkette bekannt. Mit einer bunten und lebensbejahenden Unternehmensphilosophie gelang es uns, die vegane Nische aufzubrechen und den pflanzlichen Ernährungstrend auf dem Markt zu etablieren. Unser aktuelles Produktportfolio umfasst Produkte vom Frühstück bis zum Abendbrot, die im DACH-Raum breit verfügbar sind.

Das PLANETHIC-Sortiment wird kontinuierlich durch hochwertige, innovative Artikel optimiert und die nachhaltige Wertschöpfungskette stetig verbessert. Als transparente Marke sind wir B Corp zertifiziert, vergleichen die Umweltbilanz aller eigenen Produkte mit allen Lebensmitteln im deutschsprachigen Raum und setzen regelmäßig neue Benchmarks für eine nachhaltige Lebensmittelindustrie.

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