Neuer Rüstungs-Börsenkandidat aus Lübeck: Gabler plant IPO im Scale – 359 Mio. € Auftragsbestand als Kurs-Turbo?

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Gabler hat ihre IPO-Pläne offiziell gemacht: Geplant ist ein Angebot aus neuen und bestehenden Aktien – mit anschließender Einbeziehung in den Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse im Scale-Segment, voraussichtlich Anfang März 2026 (marktbedingt).

Der bisherige Alleinaktionär, die Possehl-Gruppe, will nach dem Börsengang mindestens eine Minderheitsbeteiligung behalten; zudem sind marktübliche Lock-ups vorgesehen.

Für Anleger wichtig: Scale ist als SME-Wachstumsmarkt zwar ein schneller Weg an die Börse – aber eben auch ein Segment, in dem Liquidität und Research-Abdeckung stark über Erfolg oder Enttäuschung entscheiden.

Worum es hier wirklich geht: Unterwasser-Technologie mit hohem Defense-Anteil

Gabler verdient historisch den Löwenanteil mit Verteidigungs- und verteidigungsbezogenen Lösungen: 75,2% der Pro-forma-Nettoumsätze 2025 stammen aus diesem Bereich.

Das Setup ist damit hochattraktiv für den Zeitgeist (Sicherheitslage, Schutz maritimer Infrastruktur) – aber es ist auch ein Klumpenrisiko: Wer kauft, kauft Defense-Exposure gleich mit.

Inhaltlich positioniert sich Gabler entlang eines Trends, der in Europa sicherheitspolitisch immer höher hängt: Schutz kritischer Untersee-Infrastruktur (Seekabel, Pipelines, Offshore-Anlagen). NATO hat dazu zuletzt die Kooperation mit Industriepartnern betont.

Die Equity-Story: 6x Jahresumsatz als Auftragsbestand – und starke Pro-forma-Margen

Was die Meldung wirklich „klicktauglich“ macht, sind die harten Kennzahlen:

  • Auftragsbestand zum 31.12.2025: 358,7 Mio. €, laut Darstellung etwa das Sechsfache des Nettoumsatzes der letzten zwölf Monate (davon 89,8 Mio. € „fest“, 268,9 Mio. € „weich“).

  • Pro-forma-Nettoumsatz 2025: 61,7 Mio. € (ohne den 2025 veräußerten Thermoform-Bereich).

  • Bereinigtes Pro-forma-EBIT 2025: 16,5 Mio. € = 28,2% EBIT-Marge.

  • Zielbild: Mittelfristig soll der Nettoumsatz auf 100 Mio. € pro Jahr steigen.

Das ist die klassische „Defense-Tech/Maritime“-Formel: hohe Visibilität über Aufträge + Service/Aftermarket + skalierbare Add-ons.

40 Mio. € frisches Geld: Wofür der IPO wirklich genutzt werden soll

Aus den neu auszugebenden Aktien strebt Gabler einen Nettoemissionserlös von rund 40 Mio. € an. Das Geld soll laut Plan in drei Richtungen fließen: Bilanz stärken, Vertrieb & Kapazitäten (inkl. F&E) ausbauen und selektive kleinere Akquisitionen.

Die Transaktion wird von Cantor Fitzgerald Ireland Limited als Sole Global Coordinator und Joint Bookrunner begleitet; B. Metzler seel. Sohn & Co. Aktiengesellschaft ist Joint Bookrunner.

Was Anleger jetzt prüfen sollten: Chance groß – aber Scale-Realität ist gnadenlos

Bull-Case:

  • Defense-lastiges Geschäft + Infrastruktur-Schutz = politischer Rückenwind (strukturell steigende Budgets in Europa werden breit dokumentiert).

  • Hoher Auftragsbestand schafft Planbarkeit.

  • Profitabilität wirkt für ein Wachstumsthema überdurchschnittlich (28,2% pro-forma-EBIT-Marge).

Bear-Case:

  • Scale-Listings können bei zu wenig Free Float / zu wenig Research schnell illiquide werden – dann reichen ein paar schlechte Tage, um Kurse zu „zerlegen“.

  • Defense-Anteil bedeutet: Abhängigkeit von Programmen, Budgets, Genehmigungen, Lieferketten.

  • Der Auftragsbestand enthält einen großen „weichen“ Anteil – Investoren müssen genau verstehen, wie belastbar der ist.

Und ja, die Story wird schon als heißer Kandidat gehandelt: In IPO-Übersichten taucht Gabler bereits mit Eckdaten prominent auf.

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