Nemetschek steigt in die Milliardensliga auf – Umsatzrekord

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Nemetschek hat 2025 abgeliefert, was sich Investoren von einem digitalen Profiteur der Bau- und Medienbranche wünschen – und noch ein bisschen mehr. Erstmals in der Unternehmensgeschichte überschreitet der Konzern die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro:

Währungsbereinigt kletterte der Konzernumsatz um 22,6 % auf 1.191,2 Mio. Euro (reported: +19,7 %). Damit lag das Wachstum sogar leicht oberhalb des im Juli angehobenen Prognosekorridors von 20 bis 22 %. Auch das vierte Quartal zeigte keine Spur von Müdigkeit: währungsbereinigt stieg der Umsatz um 16,7 % auf 325,3 Mio. Euro – getragen vor allem von einer erneut sehr starken Performance im Build-Segment, also den Lösungen für die Bauausführung.

Im Zahlenwerk steckt zudem – wie angekündigt – ein Beitrag aus der Übernahme von GoCanvas, die den Sprung in die Milliardendimension zusätzlich beschleunigt hat.

Margenstark wie ein Software-Champion

Noch interessanter als der reine Umsatzsprung ist für Anleger der Blick auf die Profitabilität. Denn Nemetschek wächst nicht nur schnell, sondern auch ausgesprochen ertragsstark.

Das EBITDA legte währungsbereinigt um 28,9 % auf 371,1 Mio. Euro zu (reported: +23,3 %), also deutlich schneller als der Umsatz. Die EBITDA-Marge wurde von 30,2 % auf 31,2 % gesteigert und lag damit genau in der Richtung, die das Management im Jahresverlauf skizziert hatte. Im vierten Quartal schaffte Nemetschek sogar eine Marge von 32,9 % – Software-Niveau, wie es Investoren lieben.

In der gemeldeten Marge steckt ein außerordentlicher, nicht operativer Effekt im niedrigen zweistelligen Millionenbereich, der aus der Insolvenz eines Service- und Zahlungsdienstleisters stammt. Trotzdem bleibt das Bild klar: Nemetschek hat die Kostenbasis im Griff, skaliert das Modell konsequent und zeigt, dass der Übergang zu mehr wiederkehrenden Umsätzen kein Margenrisiko, sondern ein Hebel ist.

KI als Wachstumstreiber: AI-first-Strategie wird konkret

CEO Yves Padrines macht keinen Hehl daraus, wo Nemetschek seine nächste Wachstumsstufe sieht: Künstliche Intelligenz. Unter dem Schlagwort „AI-first-Strategie“ treibt der Konzern die Integration von generativer KI und Agentic-AI-Funktionen in sein Lösungsportfolio voran.

Das passiert auf zwei Ebenen: Zum einen organisch – durch den Ausbau bestehender Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Planung über Bauausführung bis hin zum Betrieb von Gebäuden. Zum anderen anorganisch – etwa durch Zukäufe wie Firmus AI, die KI-Kompetenz und spezifische Funktionen ins Haus holen.

Die Story dahinter ist klar: Die Bauwirtschaft ist noch weit von ihrem Digitalisierungspotenzial entfernt, gleichzeitig wächst der Druck, effizienter zu planen, Fehler zu reduzieren, Kosten zu senken und CO₂-Bilanzen im Blick zu behalten. Genau hier will Nemetschek mit KI-gestützten Workflows ansetzen – von smarteren Planungs-Tools über automatisierte Qualitätsprüfungen bis hin zu besseren Datenflüssen zwischen allen Gewerken.

Das Management sieht darin „erhebliche zusätzliche Wachstumspotenziale“ – und angesichts des bisherigen Track Records bei Margen und Skalierung ist das mehr als nur Marketing-Rhetorik.

Vier Jahre im Rückspiegel: Wachstum mit System, nicht im Zufall

Der Blick auf 2025 wirkt besonders überzeugend, wenn man die vergangenen Jahre daneben legt.

Zwischen 2022 und 2025 hat Nemetschek:

  • den Umsatz kontinuierlich gesteigert und nun erstmals die Milliarde überschritten,

  • die Marge Schritt für Schritt in den Bereich über 30 % gehoben,

  • und mit dem Fokus auf Subscriptions und Cloudlösungen die Basis für planbare, wiederkehrende Erlöse verbreitert.

2025 steht damit nicht als Ausreißer, sondern als logische Fortsetzung einer strategischen Linie: Digitalisierung der Bau- und Medienbranche, konsequenter Ausbau des Plattformcharakters der eigenen Lösungen und nun die klare Positionierung als KI-getriebener Softwareanbieter.

Einordnung für Anleger: Nemetschek wird zum Qualitätswachstumswert mit KI-Fantasie

Aus Anlegersicht liefert Nemetschek genau das Profil, das im Technologiesektor gesucht ist:

  • Hohe zweistellige Wachstumsraten,

  • EBITDA-Margen über 30 %,

  • klar erkennbare Wachstumstreiber (Digitalisierung, Cloud, KI),

  • und eine zunehmend internationale Aufstellung in einem Markt, der noch lange nicht ausgereizt ist.

Natürlich bleibt die Aktie nicht ohne Risiken: Eine deutliche Abkühlung im Bauumfeld, Währungsbewegungen oder Verzögerungen bei der Monetarisierung neuer KI-Features könnten kurzfristig bremsen. Doch 2025 zeigt, dass Nemetschek in der Lage ist, Prognosen zu übertreffen, operative Hebel zu nutzen und gleichzeitig in Zukunftsthemen zu investieren.

Der CEO bringt es selbstbewusst auf den Punkt: Man blicke „sehr zuversichtlich auf das Jahr 2026 und darüber hinaus“ und erwarte weiterhin starkes, nachhaltiges und profitables Wachstum.

Für Investoren, die auf strukturelles Wachstum im Schnittfeld von Software, Bau und KI setzen wollen, bleibt Nemetschek damit ein Titel, den man auf dem Radar haben sollte – oder bereits im Depot.

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