NAGA-Aktie vor Comeback? Fintech-Player meldet Trendwende nach schwierigem Jahr

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NAGA Group hat ihre vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt – und die lesen sich auf den ersten Blick durchwachsen. Der Umsatz verharrte bei rund 62,4 Millionen Euro (Vorjahr: 63,2 Mio. EUR), das EBITDA schrumpfte von 9,0 auf 3,3 Millionen Euro. Doch hinter den nackten Zahlen verbirgt sich eine Story, die für Anleger mit Nerven durchaus spannend werden könnte.

Denn während sich viele Online-Broker 2025 mit historisch niedriger Marktvolatilität herumschlagen musmussten, investierte NAGA massiv in die Zukunft. Das Ergebnis: 37,5 Prozent mehr finanzierte Neukunden bei gleichzeitig 15,9 Prozent niedrigeren Akquisitionskosten. Eine Effizienzsteigerung, die in der Branche ihresgleichen sucht.

Warum 2025 ein Albtraum-Jahr für Trading-Plattformen war

Das Problem lag nicht bei NAGA allein. Die gesamte Online-Trading-Branche kämpfte 2025 mit einem strukturellen Gegenwind: Wichtige Anlageklassen wie Edelmetalle bewegten sich über Monate hinweg nur in eine Richtung. Für Broker wie NAGA, deren Geschäftsmodell auf Handelsfrequenz und Volatilität basiert, Gift. Weniger Bewegung bedeutet weniger Trades, engere Spreads und damit sinkende Umsätze.

Vergleichbare Unternehmen im Sektor berichteten von ähnlichen Problemen – ein Indiz dafür, dass NAGA nicht etwa hausgemachte Probleme hatte, sondern schlicht dem Marktumfeld zum Opfer fiel. Interessant für Investoren: Genau in dieser Phase nutzte das Management die Zeit für strategische Weichenstellungen.

Integration abgeschlossen: CAPEX-Fusion zahlt sich aus

Ein zentraler Meilenstein wurde 2025 erreicht: Die vollständige operative Integration der 2024 übernommenen CAPEX Group ist abgeschlossen. Die daraus resultierenden Synergieeffekte führten bereits zu einer Reduzierung der Kostenbasis – weitere Einsparungen sollen 2026 folgen.

Währungsbereinigt stieg der Umsatz übrigens um 3,5 Prozent auf 65,4 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA lag bei 4,7 Millionen Euro. Die Währungseffekte zeigen: Das internationale Geschäft von NAGA in über 100 Ländern macht das Unternehmen anfälliger für Wechselkursschwankungen, bietet aber auch Diversifikation.

Kundenbindung steigt: Auszahlungen sinken um 21 Prozent

Ein Detail, das Analysten aufhorchen lassen dürfte: Die Kundenauszahlungen gingen 2025 um satte 21 Prozent zurück, während die Einlagen stabil blieben. Das spricht für eine deutlich verbesserte Plattformbindung. Nutzer bleiben länger, handeln mehr – und genau das ist die Währung im Fintech-Business.

Mit über 2,5 Millionen registrierten Nutzern und mehr als 180.000 finanzierten Kunden hat NAGA eine solide Basis aufgebaut. Die „Naga One“ SuperApp vereint Trading, Aktien- und ETF-Investments, Krypto-Handel, Social Trading und Neo-Banking unter einem Dach. Ein Produktportfolio, das gerade in volatileren Marktphasen seine Stärken ausspielen könnte.

CEO setzt auf KI: „AI-first-Ansatz“ als Wachstumsturbo

CEO Octavian Patrascu blickt optimistisch nach vorne: „2025 war unser zweites Transformationsjahr seit der Fusion. Die wesentlichen Integrationsarbeiten sind nun abgeschlossen. 2026 verfolgen wir konsequent einen AI-first-Ansatz in Marketing, Operations, Geschäftswachstum und Execution.“

Künstliche Intelligenz soll künftig in allen Geschäftsbereichen zum Einsatz kommen – von der Kundenakquise über die Prozessoptimierung bis zur Produktentwicklung. Ein Ansatz, der in der Fintech-Branche zunehmend zum Standard wird, bei kleineren Playern aber noch längst nicht überall konsequent umgesetzt ist.

Ausblick 2026: EBITDA könnte sich verfünffachen

Jetzt wird es spannend: Für das laufende Geschäftsjahr 2026 peilt NAGA einen Umsatz zwischen 68 und 75 Millionen Euro an – das wäre ein Plus von bis zu 20 Prozent. Noch beeindruckender: Das EBITDA soll auf 10 bis 15 Millionen Euro klettern. Im besten Fall eine Verfünffachung gegenüber 2025.

Die Begründung: Das Jahr 2026 sei „über alle Kennzahlen hinweg stark gestartet“, so das Unternehmen. Sollte die Marktvolatilität tatsächlich zurückkehren – und danach sieht es angesichts geopolitischer Unsicherheiten und schwankender Zinspolitik durchaus aus – könnte NAGA überproportional profitieren.

Einordnung für Anleger: Chancen und Risiken

NAGA bleibt ein hochspekulatives Investment. Der Nebenwert (Marktkapitalisierung unter 100 Mio. EUR) ist anfällig für starke Kursschwankungen und hängt stark von der Marktvolatilität ab. Positiv zu werten: Die operative Transformation ist abgeschlossen, die Kundenbasis wächst, die Effizienz steigt.

Vergleichbare Werte wie eToro oder Plus500 zeigen, dass die Branche grundsätzlich profitabel sein kann – aber auch, wie stark zyklisch das Geschäft ist. Wer bei NAGA einsteigt, sollte einen langen Atem mitbringen und auf eine Rückkehr höherer Handelsvolumina setzen.

Interessant könnte die Aktie für risikobereite Anleger werden, die auf eine Normalisierung des Marktumfelds spekulieren und dem Management zutrauen, die KI-Transformation erfolgreich umzusetzen. Der günstige Zeitpunkt für den Aufbau von Positionen könnte jetzt sein – vor einer möglichen Neubewertung, falls die EBITDA-Prognose für 2026 tatsächlich erreicht wird.

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