
Mutares kündigt nicht grossartig an, sondern macht einfach. Nachdem man diese Woche bereits einen „Zukauf“ vermelden konnte, gibt es nun zum Wochenschluss die andere Seite der Medaillie – einen Exit.
Und die passenden Daten zum exit können einen schon fast schwindlig machen: Es heisst heute „Mutares unterzeichnet Vereinbarung zum Verkauf ihres Portfoliounternehmens inTime Group an die Tawin Holdings Group„. Dabei reden wir von einem Unternehmen von rund 100 Mio EUR Umsatz im Logistikbereich. Der Käufer kommt aus der Branche und scheint mit der Mutares Beteiligung genau das passende Puzzleteil inclusive Synergieeffekten gefunden zu haben. Der Erwerber, die Tawin Holdings Group, ist Eigentümerin von Priority Freight, einem internationalen Anbieter von zeitkritischen Logistikdienstleistungen.
HENSOLDT Renk Steyr Rheinmetall TKMS – Bomben auf Iran bestätigen Zeitenwandel.
STEYR Motors unterschätzte Aktie? Wieviel geht noch? Pro und Contras…
Und Mutares liefert Tawin das passende…
Die inTime Group ist ein europäischer Logistikdienstleister mit Schwerpunkt auf zeitkritischen, maßgeschneiderten Transportlösungen für Industrie- und Gewerbekunden. Und seit der Übernahme durch Mutares im August 2025 – man beachte die extrem kurze Haltedauer – wurde die inTime Group durch ein „umfassendes operatives und finanzielles Verbesserungsprogramm“ restrukturiert. Zu den Maßnahmen gehörten laut Mutares Kostensenkungsinitiativen, Personalanpassungen, Flottenoptimierung, Effizienzsteigerungen in den Bereichen Betrieb, IT und Verwaltung sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Preisgestaltung und Margen. Infolgedessen sei die operative Leistung und die Kostenstruktur der Gruppe deutlich gestärkt worden – ob man wirklich so schnell das Unternehmen neu erfinden konnte? Egal, für den Käufer muss es attraktiv gewesen respektive geworden sein.
Also alles richtig gemacht bei Mutares!
Als Teil von Mutares habe man die inTime Group als fokussierte und skalierbare Plattform mit einer klaren strategischen Ausrichtung neu positioniert. Das Unternehmen erzielt aktuell unter Mutares Ägide einen Umsatz von rund 100 Mio EUR und beschäftige rund 400 Mitarbeitende. Und gewohnt souverän kommentiert Johannes Laumann, CIO von Mutares: „Der Verkauf der inTime Group zeigt unsere Fähigkeit, durch strategische operative Transformation und diszipliniertes Portfoliomanagement Wert zu schaffen. Gemeinsam mit dem Managementteam haben wir das Unternehmen erfolgreich neu positioniert und für die nächste Wachstumsphase vorbereitet. Wir sind zuversichtlich, dass die Tawin Holdings Group gut aufgestellt ist, um die Entwicklung der inTime Group weiter zu unterstützen.“
Mutares -Carve-out als Königsweg?
Warum abgespaltene Konzernteile das ideale Sanierungsobjekt für Wiederverkäufer sind. Wenn ein Großkonzern einen Geschäftsbereich abspaltet, ist das oft der Beginn einer neuen Erfolgsgeschichte – allerdings selten für den Verkäufer. Für spezialisierte Beteiligungsgesellschaften hingegen eröffnen sich hier einzigartige Chancen. Das Geschäftsmodell: Übernahme eines vernachlässigten oder nicht zum Kerngeschäft gehörenden Bereichs, operative Sanierung, strategische Neuausrichtung – und nach einigen Jahren der Verkauf mit satter Rendite. Doch was macht dieses Konstrukt, den sogenannten Carve-out, für Unternehmen, die mit dem Ziel des gewinnbringenden Weiterverkaufs übernehmen, so attraktiv?
Gerresheimer Aktie: Wenn selbst ein Short Squeeze unrealistisch erscheint, was bleibt dann noch?
Lufthansa, Rheinmetall, Lanxess, Verbio & Co. – Zwei Szenarien für Ihr Depot im Nahost-Konflikt.
Hidden Champion im Schatten des Konzerns.
Stellen Sie sich einen hochspezialisierten Maschinenbauer vor, der seit Jahrzehnten zu einem Mischkonzern gehört. Als kleiner Teil eines großen Ganzen führt er ein Schattendasein, muss mit knappen Budgets auskommen und wird von der Konzernmütter vor allem als Kostenfaktor betrachtet. Genau hier setzen Käufer wie die Münchner Mutares SE & Co. KGaA an. Für Mutares, börsennotiert und auf genau dieses Geschäftsmodell spezialisiert, sind Carve-outs das Kerngeschäft. Und die Attraktivität liegt auf der Hand: „Solche Unternehmen haben oft hervorragende Produkte und eine starke Marktposition, sind aber im Konzernverbund unter Wert geschlagen“, beschreibt ein Analyst die Situation. Dann kauft oder übernimmt eine Mutares gezielt solche Perlen, um sie aus der Konzernumklammerung zu befreien.
Ein Paradebeispiel ist die Übernahme des Hochleistungs-Kunststoffgeschäfts von MANN+HUMMEL im Jahr 2022. Ein Geschäft mit rund 1.500 Mitarbeitern, Standorten in drei Ländern und einem Umsatz von knapp 500 Mio EUR – für den Filtrationsspezialisten MANN+HUMMEL ein strategischer Randbereich, für Mutares ein ideales Plattforminvestment im Segment Automotive & Mobility. Das Ziel: Mit schlanken Strukturen und fokussierter Strategie den Wert steigern, um das Unternehmen später gewinnbringend zu veräußern.
Gerresheimer Aktie: Wenn selbst ein Short Squeeze unrealistisch erscheint, was bleibt dann noch?
Lufthansa, Rheinmetall, Lanxess, Verbio & Co. – Zwei Szenarien für Ihr Depot im Nahost-Konflikt.
Ein aktuelleres Beispiel ist die Übernahme der traditionsreichen Parkettmarke HARO der Hamberger Industriewerke, die im Frühjahr 2026 abgeschlossen werden soll. Hier zeigt sich das Muster besonders deutlich: Eine Premiummarke mit 150 Mio EUR Umsatz, 700 Mitarbeitern und globalem Vertrieb, die im Besitz eines Familienunternehmens nicht die gewünschte Dynamik entfalten konnte. In diesem Fall sprach Mutares-Vorstand Johannes Laumann von einer „außergewöhnlichen Gelegenheit“, Deutschlands führenden Parketthersteller mit einer weltweit anerkannten Premiummarke zu erwerben .
Werttreiber Sanierung: Vom Kostenfaktor zum Cashbringer.
Der Reiz eines Carve-outs liegt für Sanierer wie Mutares vor allem in den strukturellen Ineffizienzen, die im Konzernverbund entstanden sind:
Komplexe Kostenstrukturen: Als Teil eines Großkonzerns nutzen ausgegliederte Bereiche oft dessen teure Zentralfunktionen – von der IT über die Rechtsabteilung bis hin zum Einkauf. Nach der Abspaltung müssen diese Dienstleistungen entweder günstiger am Markt eingekauft oder effizienter selbst erbracht werden. Das schafft erhebliches Einsparpotenzial.
Gerresheimer Aktie: Wenn selbst ein Short Squeeze unrealistisch erscheint, was bleibt dann noch?
Lufthansa, Rheinmetall, Lanxess, Verbio & Co. – Zwei Szenarien für Ihr Depot im Nahost-Konflikt.
Fehlende unternehmerische Freiheit: Im Konzern müssen sich Nischenbereiche oft den Strategien der Kernsparten unterordnen. Nach dem Carve-out können sie ihre eigene Roadmap fahren, neue Märkte erschließen und schneller entscheiden. Bei HARO sieht Mutares beispielsweise großes Potenzial in der Expansion nach Asien, wo die Nachfrage nach Premium-Parkett steigt – ein Markt, der von Hamberger womöglich nicht priorisiert wurde .
Working Capital optimieren: Viele Konzerntöchter arbeiten mit hohen Lagerbeständen oder langen Zahlungszielen, die von der Mutter vorgegeben werden. Ein schlanker Eigentümer kann hier für deutliche Effizienzgewinne sorgen.
Mutares – Das Erfolgsrezept.
Besonders raffiniert wird die Strategie, wenn mehrere Carve-outs zu einer neuen, schlagkräftigen Einheit zusammengeführt werden. Mutares hat dafür den Begriff der „Plattform“ geprägt. Das Ziel: Durch Größe und Synergien einen Wert zu schaffen, der weit über der Summe der Einzelteile liegt. Und ein Musterbeispiel hierfür ist der Zusammenschluss der Balcke-Dürr GmbH mit der NEM Energy B.V. Balcke-Dürr, seit 2016 im Mutares-Portfolio, war ein etablierter Anbieter von Wärmetauschern und Reaktoren. NEM wurde im Dezember 2022 als Carve-out übernommen. Durch die Integration der beiden Gesellschaften entstand eine neue „NEM Energy Group“ mit einem Umsatz von rund 340 Mio EUR. Und Johannes Laumann kommentierte diesen Schritt damals mit den Worten: „Die Integration […] wird signifikante Synergien realisieren und dem erweiterten Kundenstamm eine breite Palette an Serviceangeboten bieten“. Ein größeres, breiter aufgestelltes Unternehmen ist später zu einem höheren Multiple verkaufbar – sei es an einen strategischen Investor oder über die Börse.
Und Mutares? STEYR-Exit die Krone 2025, jetzt weitere Juwelen dazu.
Als man am 20.11. 2025 die endgültige Trennung von Steyr Motors melden konnte, bestätigte man eindrucksvoll die Vorgaben/Erreichbarkeit der Prognose 2025. Nach dem Börsenlisting im Oktober 2024 und einer seit März 2025 laufenden schrittweisen Platzierungsserie hatte Mutares die zuletzt gehaltenen 23 % per Privatplatzierung vollständig bei institutionellen Investoren im In- und Ausland untergebracht. Unterm Strich stehen Bruttoerlöse von über 170 Mio EUR über die gesamte Haltedauer – ein ROIC deutlich über der eigenen Zielspanne vom Faktor 10. Für einen Ansatz, der auf „Buy, Fix, Sell“ getaktet ist, ist das ein exemplarischer Lauf: Einstieg Q4/2022, beschleunigter Turnaround, Sichtbarkeit über das Listing – und dann der saubere Ausstieg.













