Mutares greift in China an: Neuer Autozulieferer-Deal mit Hyundai-, VW- und Xiaomi-Zulieferer

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Mutares meldet den nächsten Zukauf im Automotive-Bereich – und diesmal geht es mitten hinein in den wichtigsten Automobilmarkt der Welt. Der Münchner Turnaround-Spezialist hat den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung von 67 % an der Hwaseung Special Rubber (Taicang) Co., Ltd. (HSR) und der Hwaseung Auto Parts (Taicang) Co., Ltd. (HST) von der börsennotierten koreanischen Hwaseung Corporation erfolgreich abgeschlossen.

Die beiden Gesellschaften sitzen im chinesischen Taicang, verfügen über zwei moderne Produktionsstätten und beschäftigen rund 600 Mitarbeitende. Gemeinsam erwirtschaften sie einen Umsatz von knapp 100 Mio. Euro – und haben eine Kundenliste, die sich sehen lassen kann: beliefert werden unter anderem GM, VW, Hyundai, Kia und Xiaomi.

Für Mutares ist das nicht nur ein weiterer Deal, sondern ein strategischer Schritt, um das eigene Automotive-Setup in China schlagkräftiger und kompletter zu machen.

Gummi, Schläuche, Klimaleitungen: Mutares baut die Wertschöpfungskette zu

HSR und HST sind spezialisiert auf Gummidichtungen und Schlauchprodukte, wie sie in praktisch jedem Fahrzeug zu finden sind – von klassischen Dichtsystemen bis hin zu Komponenten in Klimaanlagen und anderen Fluidsystemen. Genau hier setzt die strategische Logik an:

Die neuen Beteiligungen „passen ideal zum Amaneos China-Geschäft“, wie Mutares betont. Amaneos ist das bereits bestehende Plattforminvestment der Gruppe im Bereich Automotive. Durch die Integration von HSR und HST in die bestehenden Geschäftsbereiche für Gummikomponenten und Rohrleitungen für Klimaanlagen entsteht eine stärkere vertikale Wertschöpfungskette: mehr Fertigungstiefe, mehr Kontrolle über kritische Komponenten, mehr Kostenvorteile.

Operativ verspricht sich Mutares Effizienzsteigerungen und eine gestärkte Wettbewerbsposition im heiß umkämpften chinesischen Markt. Wer in China als Zulieferer bestehen will, braucht nicht nur Qualität, sondern auch Skaleneffekte und die Fähigkeit, globalen OEMs vor Ort Komplettlösungen anzubieten. Genau hier dürfte der Zukauf ansetzen.

China als Testfeld – und Türöffner für neue OEM-Beziehungen

Die Expansion im chinesischen Automobilsektor ist für Mutares mehr als ein geografischer Fußabdruck. China ist nicht nur der größte Automobilmarkt der Welt, sondern auch das Experimentierfeld für neue Fahrzeugkonzepte, E-Mobilität, Software-Integration und digitale Services im Auto. Zulieferer, die hier im Spiel sind, können früh Trends mitnehmen und sich bei Herstellern als verlässlicher Partner positionieren.

Mit HSR und HST erweitert Mutares seine Erfolgsbilanz im Segment Automotive & Mobility und schafft zusätzliche Anknüpfungspunkte zu führenden asiatischen und internationalen OEMs. Dass neben etablierten Größen wie VW, GM, Hyundai und Kia auch ein Player wie Xiaomi – ein Tech-Konzern, der erst seit kurzem Autos baut – auf der Kundenliste steht, zeigt, in welche Richtung sich das Geschäft entwickelt: klassische OEMs und neue, technologiegetriebene Herausforderer sind gleichermaßen adressiert.

Für die Mutares-Story heißt das: mehr Wachstumspotenzial, aber auch mehr Exponierung zu einem Markt, der zwar riesig ist, aber auch stark reguliert und wettbewerbsintensiv.

Signalwirkung: Koreanischer Blue-Chip verkauft an Mutares

Spannend ist auch, wer hier an Mutares verkauft. Die Hwaseung Corporation ist ein an der koreanischen Börse notiertes Unternehmen mit internationaler Präsenz. Dass sich ein solcher Konzern dafür entscheidet, eine Mehrheitsbeteiligung an einen europäischen Turnaround-Spezialisten abzugeben, ist zugleich Vertrauensbeweis und Referenz für Mutares.

Das Unternehmen selbst betont, die Transaktion spiegele die globale Stellung der Gruppe als „zuverlässiger und wertschöpfender Eigentümer“ wider – mit nachgewiesener Erfolgsbilanz in operativer Exzellenz, Transformation und nachhaltigem Wachstum. Natürlich ist das auch Eigenwerbung – aber in einer Branche, in der Carve-outs und Sondersituationen international immer wichtiger werden, zählen solche Referenzen.

Mutares versucht, sich genau hier zu positionieren: als Partner, der aus Nicht-Kernbereichen großer Konzerne fokussierte, profitable Einheiten formt – und damit für Verkäufer wie für künftige Kunden Mehrwert schafft.

Einordnung für Anleger: Mehr China-Risiko, mehr China-Chance

Für Investoren in die Mutares-Aktie fügt sich der Deal in das bekannte Muster: Zukauf eines etablierten, aber nicht optimal geführten Assets, Integration in eine bestehende Plattform, Hebung von Synergien – mit dem Ziel, in einigen Jahren einen lukrativen Exit zu realisieren.

Mit HSR und HST wird das Automotive-Portfolio breiter und globaler, gleichzeitig steigen aber auch die Exposure und die Komplexität im chinesischen Markt. Wer Mutares im Depot hat, setzt damit künftig noch stärker auf die Fähigkeit des Managements, internationale Integrationen zu steuern und operative Verbesserungen auch in einem anspruchsvollen Umfeld wie China zu realisieren.

Gelingt die Integration wie geplant, könnte der Deal zu einem wichtigen Profitbringer in der Automotive-&-Mobility-Sparte werden – und ein weiterer Baustein in der Exit-Pipeline, aus der Mutares seine Dividenden- und Wachstumsstory speist. Wie immer bei Mutares gilt: Hohe operative Schlagzahl, hohe Chancen – aber auch ein Geschäftsmodell, das konsequent Umsetzungserfolg verlangt.

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