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Fast neun Monate nach der letzten Prognosesenkung muss die GEA AG (ISIN: DE0006602006) nun erneut ihre Erwartungen für das Gesamtjahr nach unten korrigieren. Das Unternehmen gab die neue Einschätzung am Montag bekannt.


Anhaltende Schwierigkeiten

Laut neuer Prognose des Spezialmaschinen- und Anlagenbauers soll das um Sonderkosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) nun einen Wert zwischen 600 und 640 Mio. EUR erreichen. Zuvor lag der Zielkorridor bei  620 bis 670 Mio. EUR.

GEA kämpft vor allem mit einem anhaltend schwierigem Geschäft mit Anlagen zur Milchverarbeitung. Die Erlöse gingen im zweiten Quartal von 1,16 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum auf 1,14 Mrd. EUR zurück. Beim bereinigten EBITDA belastete das kundenintensive Projektgeschäft die Zahlen. Es ging von 145 Mio. EUR auf 122 Mio. EUR zurück. Positiv entwickelte sich jedoch der Auftragseingang mit einem Zuwachs von 1,6 % auf 1,24 Mrd. EUR.

Bereits nach der schwachen Geschäftsentwicklung im ersten Quartal dieses Jahres hatte der Vorstand den Bestand der bisherigen Prognose an die Entwicklung im zweiten Quartal geknüpft. Das vor allem im Bereich der Nahrungsmittel- und Getränketechnik aktive Unternehmen aus Düsseldorf verbucht nun das vierte Quartal in Folge ein enttäuschendes Geschäft.


Anleger waren diesmal vorbereitet

Die Aktie sackte am Montag im Handelsverlauf zeitweise um über 7 % ab. Die Verluste hielten sich laut Analysten noch im Rahmen, da viele Anleger bereits im Oktober vergangenen Jahres das Papier abstießen. Die Gewinnwarnung verursachte damals einen Kursrutsch von gut 20 % an einem Tag. Zuvor hatte der Kurs noch ein Allzeithoch bei über 50 EUR erreicht.

Diesmal waren die Anleger, ganz im Gegensatz zur letzten Gewinnwarnung, jedoch vorbereitet. Allerdings gab GEA im Quartalsbericht an, dass weitere Zusatzkosten für nicht mehr angebotene Abfüllanlagen nicht enthalten sind. Im zweiten Quartal musste bereits ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag dafür abgeschrieben werden. Die noch nicht verbuchten Belastungen sollen aber einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag nicht übersteigen.


Einschätzung zur Aktie

Die nicht genaue Bezifferung der Zusatzkosten sorgt jedoch dafür, dass viele Einschätzungen zum Unternehmen negativ bleiben. Daran kann auch die Umsatzprognose nichts ändern, die von einem moderaten Anstieg der in 2016 erreichten 4,5 Mrd. EUR ausgeht.

Nach dem dritten Quartal und der Bekanntgabe der tatsächlichen Zusatzkosten wird noch deutlicher zu beurteilen sein, ob das Management sich erneut zu positiv geäußert hat. Wer noch investiert ist kann die Papiere jedoch durchaus halten. Umsatz und Auftragseingang sind weiterhin positiv und bieten daher mittelfristig einen positiven Ausblick.

 

 

GEA AG
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