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Der chinesische Haushaltsgeräte-Hersteller Midea Group Co. Ltd. hat ein freiwilliges Übernahmeangebot an die Aktionäre des Roboterherstellers Kuka AG (ISIN: DE0006204407) unterbreitet.

Das Unternehmen will 115 EUR je Aktie bezahlen und damit seinen Anteil auf mindestens 30% aufstocken. Gegenüber dem Schlusskurs vom 3. Februar, als Midea den Einstieg bei Kuka bekannt gab, ist dies ein Aufschlag von +59,6%. Kuka wird somit mit 4,6 Mrd. EUR bewertet.


Kurssprung nach hoher Bewertung

Das Angebot wurde abgegeben nachdem Midea eine Erhöhung seines Anteils an Kuka von derzeit 13,5% auf über 30% angekündigt hatte. Ab der Schwelle von 30% muss ein Anteilseigner ein Pflichtangebot für die Übernahme sämtlicher Anteile abgeben.

An der Börse löste das Übernahmeangebot einen Kurssprung bei Kuka aus. Bei Handelsbeginn lag dieser bei 113 Euro nach einem Schlusskurs am Dienstag von 84,41 EUR. Im Laufe des Tages stieg der Kurs der Kuka-Aktie weiter an und erreichte zeitweise ein Plus von über +30% und ein Tageshoch von 114,40 EUR.


Schutz von Kukas Selbstständigkeit

Midea, selbst Kunde von Kuka, kündigte an, im Falle einer Übernahme das Unternehmen jedoch an der Börse zu lassen und auch die Selbstständigkeit bezüglich des Personals, des Managements und des geschützten Know-hows zu bewahren. Midea will lediglich einen repräsentativen Sitz im Aufsichtsrat. Zudem sollen Investitionen in die Forschung und Entwicklung fließen, um die Wettbewerbsfähigkeit Kukas zu gewährleisten.

Beide Unternehmen sollen von der stärkeren Zusammenarbeit profitieren. Für Kuka wäre durch Midea ein besserer Zugang in den stark wachsenden chinesischen Markt für Automatisierungstechnik möglich. Synergien soll es auch im Logistikbereich geben.


Chinas Aufholjagd bei der Automatisierung

In China ist die Anzahl der Roboter mit geschätzten 36 je 10.000 Beschäftigte noch gering. Der Abstand zu den Industriestaaten mit einer Anzahl von mehreren hundert Robotern ist somit noch sehr groß. Die Regierung in Peking hat die Automatisierung jedoch zu einer Schlüsselbranche erklärt und will hier deutlich aufholen.

Die Augen sind nun auf die Aktionäre von Kuka gerichtet. Vor allem auf den Technologiekonzern Voith, der mit über 25% bisher der größte Anteilseigner ist. Ablehnungsgrund für das Übernahmeangebot könnten insbesondere Befürchtungen über einen möglichen Technologietransfer sein, der Kuka trotz aller Versprechen irgendwann schaden könnte.

 


Chart: Kuka AG  Powered by GOYAX.de

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