Lufthansa, Rheinmetall, Lanxess, Verbio & Co. – Zwei Szenarien für Ihr Depot im Nahost-Konflikt.

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Lufthansa, Rheinmetall, Lanxess, Verbio & Co. zwischen Eskalation und Deeskalation. In zwei Szenarien für Ihr Depot im Nahost-Konflikt versuchen wir Chancen aber auch Risiken aufzuzeigen.

Wie heute der zweite – wiederum tiefrote – Börsentag in Europa und Asien nach dem Angriff der israelisch-amerikanischen Streitkräfte auf Iran zeigt, beginnen die Negativszenarien immer mehr Raum zu greifen bei den Anlegern. Es geht ja nicht nur um Tourismus, sondern auch um möglicherweise explodierende Energiepreise und somit Kosten für einige gerade exportorientierte Branchen. Und eine möglicherweise längere Unsicherheitsphase, was per se schellcht für die Börse ist.

Unbestritten hat sich die geopolitische Lage im Nahen Osten schlagartig zugespitzt. Die angekündigten und nun durchgeführten Angriffe der USA und Israels auf den Iran lassen die Nervosität an den Kapitalmärkten steigen – und je länger sie dauern, um so mehr. Für Anlegerinnen und Anleger steht viel auf dem Spiel: Steigende Ölpreise, wieder aufflammende Inflationsängste und die Frage, wie tief die Kurse noch fallen könnten. Entscheidend wird die Dauer des Konflikts sein. Wir spielen zwei Szenarien durch – eines mit einer langen Eskalation und eines mit einer raschen Beruhigung – und zeigen, welche Aktien am deutschen Markt darunter besonders leiden und welche sogar profitieren könnten.

Lufthansa, Rheinmetall, Lanxess, Verbio & Co. – Szenario 1: Der lange Winter – Fünf Wochen oder länger Krieg und eine blockierte Straße von Hormus.

Stellen Sie sich vor, die Militärschläge hören nicht auf. Die USA und Israel führen ihre Angriffe über Wochen fort, und der Iran macht seine Drohung wahr: Die Straße von Hormus, das Nadelöhr für ein Fünftel des globalen Ölhandels, bleibt dauerhaft gesperrt. In diesem Albtraum-Szenario für die Weltwirtschaft wäre wohl mit drastischen Folgen zu rechnen. Auch wenn die OPEC die Produktion kräftig steigern könnte, Kapazitäten gäbe es, aber wie sicher ist die Produktion in Saudi-Arabien oder Abu Dhabi zwischen den beiden Konfliktparteien. Venezuela? Geht nicht von heute auf morgen angesichts maroder Förderanlagen. Und wie wirkt das auf die Hauptkunden der „Strasse von Hormus“, die sich meistens in Asien befinden. Ersatzkäufe in USA oder Afrika? Gar Europa?

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Experten wie die der Investmentbank Bernstein warnen, dass der Ölpreis in einem solchen Extremfall auf 120,00 bis 150,00 Dollar pro Barrel schießen könnte. Und iranische Offizielle menetekeln sogar Preise über 200,00 USD. Das wäre ein massiver Angebotsschock, der die Inflation wieder anheizen und das Wirtschaftswachstum empfindlich bremsen würde. Dazu beschreibt Ulrich Urbahn, Leiter Multi Asset Strategy & Research bei Berenberg, die Mechanik: Bei einem länger anhaltenden Ölpreis von 100 ,00 Dollar pro Barrel würde die Inflation im Euroraum von aktuell 1,7 % in Richtung 2,5 bis 3,0 % klettern, während das BIP-Wachstum um 0,2 bis 0,5 Prozentpunkte sinken würde .

Gift für den deutschen Aktienmarkt. Besonders für…
  • Fluggesellschaften und Tourismuskonzerne: Die Branche wäre doppelt getroffen. Explodierende Kerosinpreise verteuern den Betrieb, während die Reiselust der Bevölkerung angesichts der Krise sinkt. Insbesondere Lufthansa und TUI würden zu den ersten und größten Verlierern gehören, erste Kursabschläge von über zehn bzw. acht Prozent deuten dies bereits an .

  • Energieintensive Industrien: Chemiekonzerne wie BASF, Evonik oder LANXESS sähen ihre Gewinnmargen durch die explodierenden Energiekosten schrumpfen . Auch Autobauer wie Volkswagen müssten mit teureren Produktions- und Logistikkosten kämpfen .

  • Konjunktursensible Einzelhändler: Sollte die Wirtschaft in eine Rezession rutschen, würden die Verbraucher den Gürtel enger schnallen. Unternehmen wie Zalando oder HelloFresh, die stark vom Konsumklima abhängen, könnten unter Druck geraten.

Aber wo Schatten, da auch Licht. Denn es gibt jedoch auch Gewinner in diesem Szenario. Und nicht nur die üblichen Verdächtigen, wie Gold und Defense:

  • Rüstungskonzerne: Steigende Verteidigungsausgaben und die Wiederauffüllung der Arsenale befeuern die Kurse. Rheinmetall, HENSOLDT und Renk gelten als klare Profiteure und legten zuletzt gegen den Trend teils kräftig zu. Hierzu unser Artikel von Sonntag über Rheinmetall, Steyr, Renk, Hensoldt und TKMS, leider topaktuell. 

  • Reedereien: Eine Blockade der Straße von Hormus würde die weltweiten Handelsrouten durcheinanderwirbeln und die Frachtraten in die Höhe treiben. Die Aktie von Hapag-Lloyd könnte von diesem Effekt besonders profitieren.

  • Energiekonzerne: Öl- und Gaskonzerne wie Shell oder BP würden von den hohen Rohstoffpreisen profitieren. Auch wenn sie nicht im DAX notieren, sind sie wichtige Schwergewichte in vielen Depots. Analysten hoben bereits die Prognosen für Unternehmen wie Chevron oder Exxon an. Und auch eine Verbio am deutschen Markt könnte natürlich profitieren. Genauso wie auf lange Sicht die EE-Konzerne, wie eine Nordex, Clearvise, ABO Energy, Eenrgiekontor und …

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Lufthansa, Rheinmetall, Lanxess, Verbio & Co. – Szenario 2: Der kurze Schock – Deeskalation in wenigen Tagen und die Suche nach Einstiegskursen.

Das zweite, von vielen Marktteilnehmern derzeit eindeutig favorisierte Szenario, ist ein kurzer, heftiger Schock. Die Militäraktionen bleiben begrenzt, die Straße von Hormus wird schnell wieder freigegeben, und die Lage beruhigt sich innerhalb weniger Tage. So wie sich China als Mahner für eine kurzfristige Öffnung der Strasse von Hormus engagiert – ein Land das durchaus Einfluss auf Iran habne könnte. Aber natürlich gilt: Es gibt kein Wünsch-Dir-was an der Börse. Aber noch wäre auch dieses Szenario dnekbar, auch wenn Trump anders spricht. Aber TACO ist ja bekannt für…

Die ersten Reaktionen der Börsen deuten auf genau diese Erwartung hin. Trotz der schweren Nachrichten zeigte sich die Wall Street stabil, und viele Experten sehen in den Kursverlusten bereits eine Kaufgelegenheit. „Sowohl die Experten von JPMorgan als auch von Morgan Stanley sehen in Kursschwächen Kaufgelegenheiten für längerfristig orientierte Anleger“, hieß es in einem Bericht der Börsen-Zeitung . Und Thomas Altmann von QC Partners ergänzte: „Die Reaktionen zeigen, dass viele Anleger bislang eher von einer kurzzeitigen militärischen Auseinandersetzung ausgehen“.

… wem nützt es? Wo gibt liegen dann Chancen?

Sollte sich der Konflikt schnell auflösen, wäre mit einer kräftigen Erholung zu rechnen. Dann bieten sich jetzt gute Einstiegskurse für Aktien, die vor allem wegen der Krise und nicht wegen fundamentaler Probleme abgestraft wurden. Hier drei exemplarische Kandidaten: 

  • Lufthansa: Die Aktie der Fluggesellschaft wurde regelrecht durchgereicht. Sobald die Ölpreise wieder sinken und die Flugrouten in den Nahen Osten sicher sind, dürfte eine schnelle Erholung einsetzen. Der aktuelle Kursrutsch könnte sich im Nachhinein als übertrieben erweisen.

  • BASF: Als einer der größten Chemiekonzerne Europas leidet BASF besonders unter hohen Energiekosten. Ein Ende des Konflikts würde die Kostenperspektive für das Unternehmen schlagartig verbessern und den Spielraum für eine Kurserholung öffnen.

  • TUI: Ähnlich wie Lufthansa ist TUI ein Spielball der Krisenängste. Verfliegen die Sorgen vor einem Flächenbrand, kehrt auch die Reiselust zurück. Das macht die Aktie zu einem klassischen Rebound-Kandidaten.

Die großen US-Banken raten ihren Kunden bereits, solche Rücksetzer zu nutzen. Auch Ulrich Urbahn von Berenberg formuliert es als Strategie: „Wir würden größere Abverkäufe als Chance sehen, unser Aktienübergewicht auszubauen“. Anleger sollten jedoch eines beachten: Die Volatilität wird hoch bleiben. Wer jetzt einsteigt, muss die Nerven für weitere Schockwellen haben. Das Risiko, dass Szenario 1 eintritt, ist durchaus gegeben. Auch wenn – noch – viele auf etwas anderes hoffen. 

 

 

Chart: Lufthansa AG | Powered by GOYAX.de

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