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Die USU Software AG (ISIN: DE000A0BVU28) ist mit Rekordzahlen ins Geschäftsjahr 2020 gestartet.

„Wir haben die Vertriebsanstrengungen intensiviert, aber auch der zunehmende Trend in Richtung Digitalisierung hat uns hier ganz sicher geholfen“, erklärt Vorstandsvorsitzender Bernhard Oberschmidt im Interview mit dem Nebenwerte-Magazin. Bereits jetzt entscheiden sich etwa 30 % der USU-Kunden für Software-as-a-Service (SaaS), in den nächsten vier bis fünf Jahren soll diese Quote auf 100 % steigen.

Das Nebenwerte-Magazin sprach mit USU-CEO Bernhard Oberschmidt auch über die Herausforderungen in Zeiten von COVID-19, den Rekordauftragsbestand und günstige Übernahmeziele.

Herr Oberschmidt, Glückwunsch zu den starken Q1-Zahlen, Umsatz um 19 Prozent auf 26 Mio. Euro gesteigert, EBITDA verdreifacht auf 3,1 Mio. Euro. Sie dürften gerade angesichts des Umfelds, in dem wir aktuell leben, hoch zufrieden sein?

Bernhard Oberschmidt: Absolut. Die Q1-Zahlen stellen diverse neue Rekordwerte für ein USU-Auftaktquartal dar, worüber wir angesichts der Corona-Krise sehr stolz sind. Auch wenn das Vorjahresquartal, um ehrlich zu sein, eher schwach ausgefallen war, haben wir im Vorjahresvergleich enorme Steigerungsraten verzeichnen können. So hat sich beispielsweise unsere Plangröße – das Bereinigte EBIT – verzwölffacht.

Sie sind mitten in der Transformation vom Lizenz- zum SaaS-Modell: Wie hoch war der Anteil wiederkehrender Erlöse im ersten Quartal und wie wirkt sich die Transformation auf die Profitabilität aus?

Bernhard Oberschmidt: Der Anteil der wiederkehrenden Erlöse, welche sowohl SaaS- als auch Wartungserlöse enthalten, belief sich im Auftaktquartal 2020 auf 30 %, wovon etwa ein Drittel allein auf das SaaS-Geschäft zurückzuführen ist. Das bedeutet, dass vom Gesamtumsatz inzwischen knapp 10 % aus SaaS resultieren. SaaS ist mittel- und langfristig deutlich profitabler als das Lizenzgeschäft, da der Kunde jedes Jahr einen Lizenzanteil zahlt. Der Wermutstropfen liegt jedoch in der Kurzfristbetrachtung. Im Zeitpunkt des Vertragsschlusses fehlt uns der Lizenzumsatz. Und wenn wir den Vertrag im Dezember abschließen, fehlen uns z. B. eine halbe Million Lizenzerlöse, denen für dieses Jahr dann nahezu keine SaaS-Erlöse gegenüberstehen. Erst in der Folgezeit fließen dann kontinuierlich Erlöse.

Wo liegt die Zielgröße bei den wiederkehrenden Erlösen, wenn die Transformation abgeschlossen ist?

Bernhard Oberschmidt: Nun, wenn die Transformation komplett abgeschlossen ist, dann sollten sich 100 % aller Neukunden für SaaS entscheiden, was wahrscheinlich in vier bis fünf Jahren der Fall sein wird. Stand heute entscheiden sich etwa 30 % für SaaS und noch rund 70 % für die Einmal-Lizenz. Am Ende sollte der Anteil der wiederkehrenden Erlöse bei über der Hälfte der Gesamterlöse liegen.

Umsatzseitig sind die Beratungserlöse mit 22 Prozent sehr kräftig gewachsen. Das war angesichts von COVID-19 nicht unbedingt zu erwarten. Welcher Umstand pusht das Geschäft, sind Sie im laufenden Quartal im Beratungsgeschäft mit mehr virusbedingtem Gegenwind konfrontiert?

Bernhard Oberschmidt: Nachdem wir ja Mitte vergangenen Jahres einige Auslastungsprobleme hatten, da wir nicht nahtlos an auslaufende Projekte anknüpfen konnten, haben wir die Vertriebsanstrengungen auch im Servicebereich intensiviert, was bereits im Abschlussquartal 2019 und dann auch in der Folge in Q1/2020 zu neuen Aufträgen führte. Aber auch der zunehmende Trend in Richtung Digitalisierung hat uns hier ganz sicher geholfen.

Zudem muss ich an dieser Stelle auch meine Kollegen sehr loben, die im Zuge der Corona-Krise neue Lösungs- und entsprechend auch Beratungsangebote rund um die Corona-Krise, wie beispielsweise einen Corona-Bot, entwickelt haben, der automatisiert sämtliche Fragen zu Corona beantwortet. Auf der Homepage des Landkreises Ludwigsburg kommt dieser bereits produktiv zum Einsatz. Und auch für die Unternehmen, die vor der großen Herausforderung standen, ihre Mitarbeiter schnell in das Homeoffice zu schicken, haben wir neue Angebote entwickelt, die diese Unternehmen dabei unterstützen. All dies hat unseren Erfolg maßgeblich getrieben.

Sowohl im Beratungs- als auch Softwaregeschäft ist man ja auf Kontakt mit den Kunden angewiesen. Wie lösen Sie das aktuell, die Zahlen legen ja nahe, dass es im Vertrieb bei USU normal läuft?

Bernhard Oberschmidt: Es ist erstaunlich, wie gut sich das Thema Videokonferenz inzwischen etabliert hat. Während früher ein Großteil unserer Kunden darauf bestanden hat, dass unsere Berater bei ihnen vor Ort aktiv sein sollen, ist es jetzt allgemein akzeptiert – und vor dem Corona-Hintergrund auch notwendig, dass unsere Berater aus dem Homeoffice heraus agieren, was in einigen Fällen deutlich effizienter ist. Auch der Vertrieb nutzt die Videokonferenz sehr ausgiebig, um den Kundenkontakt aufrecht zu erhalten bzw. sogar auszubauen. Insgesamt läuft es sehr positiv, aber ganz sicher nicht unbedingt „normal“. Vielleicht normalisiert sich aber durch die aktuelle Situation auch das Thema der Digitalisierung, was für uns eine enorme Chance wäre, die wir auch mittelfristig nutzen wollen.

Ihr Auftragsbestand liegt auf Rekordniveau mit 57,8 Mio. Euro, wie schnell wird dieser abgebaut und entsprechend zu Umsatz?

Bernhard Oberschmidt: Unser Auftragsbestand stellt gesicherte Umsätze auf Sicht von zwölf Monaten dar. Das bedeutet, dass alles, was heute als Auftragsbestand ausgewiesen wird, binnen zwölf Monaten zu Umsatz wird und dann aus dem Auftragsbestand wegfällt. Nur durch neue Aufträge können wir den Auftragsbestand aufrechterhalten oder gar ausbauen. Auf der anderen Seite haben wir eine recht hohe gesicherte Umsatzbasis für die kommenden zwölf Monate.

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Würden Sie vor diesem Hintergrund zustimmen, dass 2020 ein dreistelliger Millionenumsatz im Bereich des Möglichen ist?

Bernhard Oberschmidt: Wir planen mit einem Umsatzwachstum trotz der Coronakrise. Daher ist dies durchaus im Bereich des Möglichen.

Mit 17,6 Mio. Euro an liquiden Mitteln ohne Bankschulden wären Zukäufe leicht machbar. Gibt es dank Corona attraktive und günstige Ziele?

Bernhard Oberschmidt: Attraktive Akquisitionskandidaten haben wir schon mehrere im Visier, nur sind diese leider noch immer alles andere als günstig. Während die börsennotierten Unternehmen teilweise stark in der Bewertung nachgaben, haben wir dies im nicht börsennotierten Bereich noch nicht genauso wahrnehmen können. Aber wir rechnen damit zumindest Richtung Ende dieses Jahres oder im nächsten Jahr und sind dank unserer umfangreichen Liquidität insofern gut gerüstet.

Herr Oberschmidt, besten Dank für das Interview.

Bernhard Oberschmidt: Sehr gerne


Chart: USU Software AG | Powered by GOYAX.de

 

Bernhard Oberschmidt | Vorstand USU Sortware AG

bernhard oberschmidt usu softwareNach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften kam Bernhard Oberschmidt 1996 zur USU AG, der heutigen Konzerntochter der USU Software AG. Nach Tätigkeiten im Bereich Finanzen und Qualitätsmanagement übernahm er 1998 die Leitung für die Bereiche Rechnungswesen und Controlling. Im Jahr 2000 begleitete er in dieser Verantwortung den Börsengang der USU AG. Im Rahmen des Zusammenschlusses der Openshop Holding AG und der USU AG zur heutigen USU-Gruppe wurde Bernhard Oberschmidt im Jahr 2002 zum Chief Financial Officer ernannt. Heute agiert er als Vorstandsvorsitzender und verantwortet die Konzernstrategie sowie die Ressorts Finanzen, Investor Relations und zentrale Administration.


Kurzinfo zum Unternehmen

Die USU-Gruppe ist der größte europäische Anbieter für IT- und Knowledge Management-Software. Marktführer aus allen Teilen der internationalen Wirtschaft schaffen mit USU-Anwendungen Transparenz, sind agiler, sparen Kosten und senken ihre Risiken. Neben der 1977 gegründeten USU GmbH gehören auch die Aspera GmbH, Aspera Technologies Inc., LeuTek GmbH, OMEGA Software GmbH sowie USU SAS zu der im Prime Standard der Deutschen Börse notierten USU Software AG (ISIN DE 000A0BVU28).
Der Kompetenzbereich IT Management unterstützt Unternehmen mit umfassenden ITIL(R)-konformen Lösungen für das strategische und operative IT- & Enterprise Servicemanagement. Kunden erhalten mit USU-Lösungen eine Gesamtsicht auf ihre IT-Prozesse sowie ihre IT-Infrastruktur und sind in der Lage, Services transparent zu planen, zu verrechnen, zu überwachen und aktiv zu steuern. Im Bereich Software-Lizenzmanagement gehört USU dabei zu den führenden Herstellern weltweit.
Mit intelligenten Lösungen und ihrer Expertise im Kompetenzfeld Digital Interaction treibt USU die Digitalisierung von Geschäftsprozessen voran. Durch Standard-Software und Beratungsleistungen werden Service-Abläufe automatisiert und Wissen aktiv für alle Kommunikationskanäle und Kundenkontaktpunkte in Vertrieb, Marketing und Kundenservice bereitgestellt. Das Portfolio in diesem Bereich wird durch Systemintegration, individuelle Anwendungen und Lösungen für Industrial Big Data komplettiert.

 

Weitere Informationen

  • ISIN: DE000A0XYG76

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Das Nebenwerte Magazin richtet seinen Fokus auf die Welt der deutschen Nebenwerte und hat sich zum Ziel gesetzt, Mid-Caps und Small-Caps aus Deutschland mehr in den Blickpunkt zu rücken.

Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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