INDUS hat im Geschäftsjahr 2025 in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld solide geliefert. Nach vorläufigen und ungeprüften Zahlen stieg der Umsatz leicht auf 1,74 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,72 Mrd. Euro). Das adjusted EBITA lag bei 147,8 Mio. Euro (Vorjahr: 153,7 Mio. Euro), die adjusted-EBITA-Marge bei 8,5 % (Vorjahr: 8,9 %).
Damit landete INDUS innerhalb der zuletzt bestätigten Prognosebandbreiten. Besonders bemerkenswert: Der Free Cashflow lag laut Unternehmen deutlich über dem Zielwert von 90 Mio. Euro. Für Anleger ist das ein wichtiges Signal, denn gerade in unsicheren Marktphasen zählt am Ende vor allem Cash-Generierung.
Engineering im Fokus: Zukäufe stärken das Segment spürbar
INDUS hat 2025 nicht nur verwaltet, sondern aktiv ausgebaut – vor allem im Segment Engineering. Mit den Zukäufen von HBS (inklusive US-Tochter SUNBELT) wurde das Portfolio der Beteiligung KÖCO erweitert. Zusätzlich stärkt der US-Präzisionsmetallfertiger METFAB die internationalen Kapazitäten der MBRAUN-Gruppe.
Dazu kommt: Ende 2025 wurde der Kaufvertrag für den Medientechnik-Spezialisten PRO VIDEO unterzeichnet – ein weiterer Baustein für das Engineering-Segment.
Spannend für den Kapitalmarkt: INDUS spricht von einem starken vierten Quartal in den Segmentunternehmen, mit kontinuierlich steigenden Umsätzen und Ergebnissen im Jahresverlauf sowie einem deutlich höheren Auftragsbestand zum Jahresende. Das klingt nach Rückenwind für den Start ins neue Jahr.
Infrastructure wächst – HAUFF-TECHNIK baut in Skandinavien aus
Auch das Segment Infrastructure entwickelte sich solide. Die Beteiligungen konnten den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern, die Marge des adjusted EBITA lag im Rahmen der Erwartungen.
Besonders strategisch interessant ist der Ausbau rund um HAUFF-TECHNIK:
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KETTLER
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ELECTRO TRADING
Damit erweitert INDUS das Produktportfolio im Bereich Infrastrukturnetze und stärkt gleichzeitig die Präsenz in Skandinavien. Zusätzlich ergänzt TRIGOSYS das Angebot von BETOMAX im Bereich Abschalungen für den Stahlbetonbau.
Für Anleger zeigt das: INDUS setzt weiter auf das bekannte Erfolgsmodell – gezielte Add-on-Akquisitionen in Nischenmärkten, statt auf große, riskante Deals.
Materials Solutions: Zollpolitik und Exportkontrollen drücken den Umsatz – Ergebnis dennoch verbessert
Im Segment Materials Solutions war das Umfeld am schwierigsten. INDUS nennt explizit:
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Marktverwerfungen durch US-Zollpolitik
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chinesische Exportkontrollen
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steigende Materialpreise
Das führte zu einem geringeren Umsatz. Trotzdem ist die wichtige Botschaft: Ein umfangreiches Maßnahmenpaket sorgte dafür, dass sich die Unternehmen operativ im Jahresverlauf gut entwickelten und ihren Ergebnisbeitrag im zweiten Halbjahr steigern konnten. Laut Mitteilung lagen Segmentergebnis und EBITA-Marge über Vorjahr.
Das ist für die INDUS-Story zentral: Schwäche in einzelnen Märkten wird durch operative Disziplin und breite Aufstellung abgefedert.
Was Anleger daraus mitnehmen können
INDUS liefert 2025 kein spektakuläres Wachstumsjahr – aber ein qualitativ starkes:
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Prognose getroffen
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Cashflow stark
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Portfolio aktiv ausgebaut
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Auftragsbestand verbessert
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Q4 mit Dynamik
Gerade im aktuellen Umfeld kann das an der Börse mehr wert sein als reines Umsatzwachstum. Die Holding zeigt, dass das Modell aus Diversifikation, Nischenfokus und Mittelstands-Beteiligungen auch unter Druck funktioniert.
Vorstandschef Johannes Schmidt verweist entsprechend auf die Strategie „EMPOWERING MITTELSTAND“ mit den Wachstumstreibern Akquisitionen, Internationalisierung und Technikkompetenz. Für 2026 bleibt damit die zentrale Frage: Kann INDUS den operativen Schwung aus dem zweiten Halbjahr in neues Wachstum übersetzen?














