
Hochtief Aktie: Zwischen Rekordjagd und differenzierten Analysten-Voten – Chance oder Übertreibung? Mit dem Anstieg auf ein Kurse von 414,00 EUR (XETRA, 20.02.2026) hat die Hochtief-Aktie (ISIN DE0006070006) ein neues Rekordniveau erreicht.
Die Hochtief-Aktie befindet sich seit Juni 2024 im langfristigen Aufwärtstrend und hat in diesem Zeitraum knapp 300% an Wert gewonnen. Doch nach den jüngsten, durchaus starken, Zahlen gehen die Meinungen der Analysten zunehmend auseinander. Während die einen die Aktie angesichts des jüngsten Kurssprungs nur noch als fair bewertet ansehen, wittern andere weiteres Kurspotenzial bis weit über 400,00 EUR hinaus.
Aktien KW 8. News. Knorr Bremse. Jost. Norma Group. Ottobock. HHLA. STEYR Motors. Deutsche Rohstoff. Hapag Lloyd. technotrans.
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STEYR Motors unterschätzte Aktie? Wieviel geht noch? Pro und Contra…
Gretchenfrage: Ist es zu spät jetzzt noch die Hochtief Aktie zu kaufen?
Natürlich sehen viele in Infrastruktur- respektive Bauaktien, wie einer Strabag, Bilfinger oder eben auch einer Hochtief eine klare Wette auf einen Freidensschluss in der Ukraine. Und dem dann anstehenden auf viele Jahre angelegten Wiederaufbauprogramm. Aber die 79%-ACS Beteiligung an dem Essener Konzern könnte Phantasien für Aktionäre eingrenzen. Denn die oft gezeigte Kooperation der ACS mit dem Hochtiefkonzern könnte natürlich auch „die besseren Teile“ eine spotentiellen Auftragssegens aus der Ukraine direkt in Spanien landen sehen. Wobei die ACS-freundliche Dividendenpolitik natürlich auch den freien Aktionären der Hochtief zugute kommt. Auch ohne Ukraine-Phantasie ist Hochtief spannend:
Die operativen Zahlen, die Hochtief am Donnerstag vorgelegt hat, können sich mehr als sehen lassen. Der Umsatz stieg 2025 um 15 % auf über 38 Mrd EUR, der operative Konzerngewinn legte sogar um beeindruckende 26 % auf 789 Mio EUR zu und übertraf damit die eigene Prognose. Noch wichtiger für die zukünftige Entwicklung: Der Auftragseingang schnellte um 32 % auf 52,6 Mrd EUR nach oben, was zu einem Rekord-Auftragsbestand von 72,5 Mrd EUR führte.
STEYR Motors unterschätzte Aktie? Wieviel geht noch? Pro und Contras…
Vor allem die Ausrichtung auf Zukunftsmärkte wie KI-Infrastruktur zahlt sich aus. Der Auftragseingang im Rechenzentrumsbereich lag bei 16,8 Milliarden Euro. Und so betonte CEO Juan Santamaría die starke Position der Essener: „Unser Konzern ist als globaler Anbieter von technischen Infrastruktur-Komplettlösungen hervorragend positioniert. Wir haben uns zum Marktführer in schnell wachsenden strategischen Wachstumsbereichen wie dem KI-, Digital- und Tech-Sektor entwickelt.“ Für das laufende Jahr 2026 stellt das Management einen weiteren Gewinnanstieg von 20 bis 30 % in Aussicht.
Hochtief Optimismus bekommt gestern frische Nahrung aus Australien.
Die Dynamik hält an: Erst gestern wurde bekannt, dass die australische CIMIC-Tochter CPB Contractors von Sydney Water mit einem wichtigen Projekt beauftragt wurde. Der Auftrag zur Erneuerung der Wasseraufbereitungsanlage Orchard Hills wird rund 150 Mio USD Umsatz beisteuern. Hierzu bemerkte Juan Santamaría, der auch Vorstandsvorsitzender der Mutter ACS ist, unterstrich die Bedeutung solcher Projekte: „Dieses Upgrade ist von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass Sydney Water auch weiterhin eine wachsende Bevölkerung mit sicherem, hochwertigem Trinkwasser versorgen kann.“
Zwei Seiten der Medaillie. Analysten über die Hochtief Aktie…
Trotz dieser hervorragenden Perspektiven gehen die Meinungen der Experten auseinander, was den aktuellen Aktienkurs betrifft. Da gibt es einmal die Mahner: So sieht der Analyst Masriano Miguel der Banco Santander die Luft nach oben als begrenzt an. Er senkte die Bewertung der Aktie am Freitag von „Outperform“ auf „Neutral“. Seine Begründung ist interessant, denn sie liegt nicht in einer schlechteren Geschäftsentwicklung, sondern im rasanten Kursanstieg selbst. Denn Miguel argumentiert, der Aktienkurs berücksichtige bereits ein „sehr rosiges Szenario“ für die US-Tochter Turner und auch für Hochtief selbst, was sich aktuell aber noch nicht vollständig untermauern lasse. Er hob zwar nach den starken Zahlen sein Kursziel von 300,00 auf 324,00 EUR an, doch diese Anhebung reiche nicht mehr für ein positives Votum aus. Logisch bei Kursen deutlich über 400,00 EUR. Seit seiner Aufnahme der Bewertung im August 2025 habe sich der Kurs mehr als verdoppelt. Dennoch lobte auch er den „beeindruckenden Auftragseingang von plus 120 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal des Vorjahres“ bei Turner sowie die optimistischen Aussagen von CEO Santamaría zum Rechenzentrumsgeschäft.
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Forvia Hella kann nicht nur die Prognose halten, sondern die Zahlen sehen sogar gut aus. Relativ und auch absolut. Wenn es nur nicht die eine Baustelle gäbe…
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Und die Gegenseite – Optimisten bei der Bank of America und BNP.
Ganz anders bewerten die Experten der Bank of America (BofA) und der BNP Paribas die Chancen der Hochtief Aktie. So bekräftigte der Analyst Marcin Wojtal von der BofA sein „Buy“-Urteil und hob sein Kursziel deutlich von 396,00 auf 460,00 EUR an. Damit hat nur die BNP mit 469,00 EURein noch höheres Ziel. So sieht Wojtal die Aktienstory unverändert als „intakt“ an und rechne weiter mit „Überraschungen zum Positiven“. Ein entscheidendes Argument liefere ihm die Historie des Managements: Hochtief habe bislang „stets konservative Prognosen abgegeben“ und diese dann übererfüllt.
Frischer Wind nicht nur von Down under für die Aktie.
Die aktuellen Zahlen und der frische Auftrag aus Australien untermauern, dass Hochtief operativ hervorragend dasteht und in den richtigen Zukunftsfeldern investiert ist. Für Anleger ergibt sich jedoch ein klassisches Szenario: Während die einen (BofA, BNP) auf die Fortsetzung der positiven Überraschungen und die konservative Guidance des Managements setzen, warnen andere (Santander, Jefferies mit „Hold“) davor, dass der Traum bereits eingepreist ist. Die Entscheidung hängt letztlich vom eigenen Risikoprofil ab – ob man auf die weiterhin intakte Wachstumsstory setzt oder eine Verschnaufpause nach dem steilen Anstieg für wahrscheinlicher hält. Dazu die beeindruckende technsiche Lage der Aktie – hier stehen die Ampeln auf grün, wie der Chart deutlich zeigt.














