HENSOLDT hat 2025 einen echten Lauf hingelegt – und zwar genau dort, wo Anleger aktuell hinschauen: Auftragseingang und Visibilität. Das Unternehmen meldet einen Auftragseingang von 4.710 Mio. € – satte +62% gegenüber 2024. Der Auftragsbestand wächst um ein Drittel auf 8.833 Mio. €.
Das Book-to-Bill-Verhältnis steigt auf 1,9x. Übersetzt: Es kommen deutlich mehr neue Aufträge rein, als HENSOLDT im selben Zeitraum als Umsatz abarbeitet. Für Investoren ist das der klassische „Wachstumsvorrat“ – und ein Hinweis, dass die Nachfrage strukturell anzieht.
Umsatz +10% – trotz Umbau im laufenden Betrieb
Auch operativ setzt HENSOLDT die Aufträge sichtbar in Projektmeilensteine und Lieferungen um. Der Umsatz steigt um knapp 10% auf 2.455 Mio. € (Vorjahr: 2.240 Mio. €). Bemerkenswert: Das gelang, obwohl parallel „operative Transformationsinitiativen“ laufen, die Kapazitäten und Prozesse auf mehr Volumen ausrichten sollen.
Genau hier scheitern viele Industrie- und Rüstungswerte: Auftrag rein, Umsetzung hakt. HENSOLDT signalisiert: Ramp-up läuft – und wird weiter beschleunigt.
Profitabilität überzeugt: EBITDA-Marge über Prognose, Cashflow stark
Noch besser: Wachstum kommt nicht „umsonst“, sondern profitabel.
-
Bereinigtes EBITDA: 452 Mio. € (Vorjahr: 405 Mio. €)
-
Bereinigte EBITDA-Marge: 18,4% – damit über der Guidance („18% oder höher“)
-
Bereinigter Free Cashflow: 347 Mio. €, ebenfalls über Guidance
Der Nettoverschuldungsgrad bleibt mit 1,6x niedrig und stabil. HENSOLDT betont finanziellen Spielraum für Investitionen – wichtig, weil Kapazitätsausbau und Lieferfähigkeit in den nächsten Jahren darüber entscheiden, wer vom europäischen Beschaffungszyklus wirklich profitiert.
Sensors vs. Optronics: Radar bleibt der Anker – Optronik dreht beim Wachstum richtig auf
Die Segmentdaten zeigen, wo der Hebel sitzt:
Sensors: solide, margenstark – Radar und Eurofighter treiben
-
Auftragseingang: 3.143 Mio. € (u. a. Luftverteidigungsradare, Eurofighter, PEGASUS, P8-Poseidon)
-
Umsatz: 2.058 Mio. € (+8%)
-
Bereinigtes EBITDA: 394 Mio. €, Marge 19,2%
Ein kleiner Dämpfer: In H1 gab es einen langsameren Start der Radarproduktion, der Hochlauf wirkt noch leicht nach. Trotzdem ist Sensors weiter die Cash- und Margenmaschine.
Optronics: Volumenexplosion, Profitabilität zieht nach
-
Auftragseingang: 1.585 Mio. € (mehr als Verdopplung; Treiber u. a. Luchs 2 und Leopard 2)
-
Umsatz: 419 Mio. € (+20%)
-
Bereinigtes EBITDA: 58 Mio. € (+140%), Marge 13,8%
Hier sieht man Skaleneffekte in Echtzeit: Mehr Volumen, deutlich mehr Ergebnis.
Dividende steigt – und 2026 wird die Latte höher gelegt
Für Aktionäre gibt es zusätzlich ein klares Signal: HENSOLDT will 0,55 € Dividende je Aktie vorschlagen – +10% zum Vorjahr.
Der Ausblick für 2026 wird zudem präzisiert/angehoben:
-
Umsatz: ca. 2.750 Mio. € (statt „+10% Wachstum“)
-
Book-to-bill: 1,5x bis 2,0x (unverändert)
-
Bereinigte EBITDA-Marge: 18,5% bis 19,0% (angehoben)
-
Bereinigter Free Cashflow: weiterhin ca. 40% des bereinigten EBITDA
-
Nettoverschuldungsgrad: Ziel auf ca. 1,5x spezifiziert
Das ist der entscheidende Punkt: HENSOLDT verkauft nicht nur die Rüstungsstory – sondern liefert Kennzahlen und erhöht die Ambitionen.
Einordnung: Warum das für Anleger jetzt besonders relevant ist
Europa rüstet schneller und konkreter auf – und HENSOLDT sitzt genau in den Segmenten, die auf modernen Gefechtsfeldern entscheidend sind: Sensorik, Radar, Optronik und vernetzte Systemlösungen (Software-Defined Defence). CEO Oliver Dörre spricht ausdrücklich von beschleunigten Beschaffungsentscheidungen und Deutschlands Schlüsselrolle als Treiber.
Für Anleger ist das Setup attraktiv, weil es gleich mehrere Kurstreiber kombiniert:
-
Rekordauftragseingang + hoher Backlog = Visibilität
-
Marge über Prognose = operative Qualität
-
starker Cashflow = finanzielle Stärke
-
2026-Guidance angehoben = Erwartungsmanagement nach oben













