HENSOLDT Renk Steyr Rheinmetall TKMS – Defenseaktien und kein Ende des Booms? Oder Stockpicking angesagt?

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HENSOLDT Renk Steyr Rheinmetall TKMS - Defenseaktien und kein Ende des Booms? So könnte man denken. Aber vielleicht ist nicht alles Gold, was glänzt. Vielleicht muss man auf dem aktuellen Kursniveau der Defensewerte differenzierter vorgehen?

HENSOLDT Renk Steyr Rheinmetall TKMS – Defenseaktien und kein Ende des Booms? So könnte man denken. Aber vielleicht ist nicht alles Gold, was glänzt. Vielleicht muss man auf dem aktuellen Kursniveau der Defensewerte differenzierter vorgehen?

Die deutsche Verteidigungsindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Angetrieben von der veränderten geopolitischen Lage, steigenden Militärbudgets und einem jahrzehntelangen Nachholbedarf bei der Modernisierung der Streitkräfte, erleben die Unternehmen der Branche eine beispiellose Nachfragedynamik. Hierbei profitiert Rheinmetall, der größte deutsche Rüstungskonzern, von seinem breiten Portfolio in den Bereichen Fahrzeuge, Waffen und Munition – und mit Zukäufen u.a. im Marinebereich. Und der Getriebespezialist Renk hat sich im Defensebereich als unverzichtbarer Zulieferer für Kettenfahrzeuge etabliert.

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Währenddessen glänzt Hensoldt mit hochmoderner Sensorik und Verteidigungselektronik. Und die von der lähmenden Mutter an die lange Leine gelassene thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) wiederum ist ein weltweit führender Anbieter im U-Boot-Bau und maritimen Systemen. Dazu hazt sich die österreichische Steyr Motors mit ihren Hochleistungsmotoren für militärische Spezialanwendungen einen Namen gemacht. Was folgt ist ein aktueller Blick auf die Perspektiven dieser Unternehmen vom gegenwärtigen Kursniveau aus, beleuchtet die jüngsten Analysteneinschätzungen und zeigt auf, wie Künstliche Intelligenz als Zukunftstechnologie die Geschäftsmodelle und Wettbewerbspositionen der einzelnen Akteure nachhaltig verändern könnte.

HENSOLDT Renk Steyr Rheinmetall TKMS – Defenseaktien und kein Ende des Booms? Rheinmetall: Zwischen kurzfristiger Konsolidierung und langfristigem Wachstum.

Die Perspektiven für Rheinmetall vom aktuellen Kursniveau aus zeigen ein gemischtes Bild. Einerseits ein Ausschnitt aus den Innovationen, die auf der aktuell laufenden  Enforce Tac – Messe präsentiert werden. So hat der Konzern mit der neuen, ferngesteuerten Waffenstation RCWS320C-UAS und dem revolutionären Raketenjagdpanzer Fuchs JAGM eindrucksvoll seine Innovationskraft und seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, wegweisende Systeme für die Drohnenabwehr und den Multidomänenkampf zu entwickeln. Diese sogenannte Weltneuheit, die in Kooperation mit Lockheed Martin entstand, adressiere direkt die dringendsten Bedürfnisse moderner Gefechtsfelder und stärkt die langfristige Wachstumsstory.

Andererseits hat der Markt verhalten auf die ersten Indikationen des Managements für das Jahr 2026 reagiert. Analysten sprechen von einem „Anpassungsjahr“ mit geringerer Visibilität und verzögerten Programmphasen, was zu einer Reihe von Kurszielsenkungen geführt hat . So senkte beispielsweise JPMorgan das Kursziel von 2.250,00 auf 2.130,00 EUR, während Jefferies es von 2.170,00 auf 2.060 ,00 EUR anpasste – beide halten aber an ihrer Kaufempfehlung fest . Die Spannbreite der Ziele ist  weiterhin groß, zwischen 1.700,00 und 2.200,00 EUR, wobei die UBS trotz einer Anpassung von 2.500 ,00 auf 2.200,00 EUR die Spitzenposition hält. Die fundamentale Stärke durch einen vollen Auftragsbestand bleibt unbestritten, doch kurzfristig rücken die operative Umsetzung und der genaue Zeitplan der Programme in den Fokus der Anleger.

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Renk: Solide Basis und Expansionspläne trotz Konsolidierung

Die Aktie des Getriebespezialisten Renk befindet sich nach den Höhenflügen des Herbstes 2025 in einer Phase der Konsolidierung um die 57,00 EUR-Marke, was von Analysten jedoch als „gesunde Neukalibrierung“ angesehen wird . Die Perspektiven werden durch fundamentale Faktoren gestützt: Ein beeindruckender Auftragsbestand von rund 6,4 Mrd EUR bietet langfristige Planungssicherheit . Zeitgleich untermauert die jüngste Nachricht vom 19. Februar 2026, dass die US-Tochter RENK America Support- und Ersatzteilverträge im Wert von über 50 Mio USD erhalten hat, die anhaltend starke Nachfrage nach ihren Lifecycle-Support-Services und die gute Auslastung der Werke.

Zudem treibt das Management unter CEO Susanne Wiegand die Wachstumsstrategie mit der Investitionsoffensive „Made for Germany“ voran, bei der bis 2028 bis zu 325 Mio EUR in die deutschen Standorte fließen sollen, um die technologische Führerschaft bei Panzerantrieben zu sichern. Analysten sehen trotz des aktuellen Kursniveaus deutliches Aufwärtspotenzial. Warburg Research stufte die Aktie jüngst auf „Kaufen“ hoch mit einem Kursziel von 63,00 EUR, während andere Institute sogar Kurse von bis zu 96,00 EUR für möglich halten .

Hensoldt: Rekordzahlen bestätigen Wachstumspfad.

Hensoldt hat mit den am 26. Februar 2026 vorgelegten vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 seine starke Position im europäischen Verteidigungsmarkt eindrucksvoll untermauert. Mit einem Rekord-Auftragseingang von 4.710 Mio EUR (ein Plus von 62%), einem Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9x und einem auf 8,8 Milliarden Euro gestiegenen Auftragsbestand hat das Unternehmen eine starke Basis für weiteres Wachstum gelegt. Und CEO Oliver Dörre führt diesen Erfolg auf die geopolitische Lage und beschleunigte Beschaffungsentscheidungen zurück, von denen die Sensor- und Optroniklösungen des Konzerns direkt profitieren.

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Trotz dieser hervorragenden Zahlen und eines Ausblicks, der eine Anhebung der Margenprognose vorsieht, reagierten einige Analysten mit leichten Anpassungen. Die DZ Bank senkte den fairen Wert von 112,00 auf 104,00 EUR, belässt die Aktie aber auf „Kaufen“ und führt den konservativen Ausblick auf einen vorsichtigen Ansatz des Managements zurück . Jefferies hingegen sieht die Aktie aufgrund der leicht unter den Erwartungen liegenden Kernzahlen (Free Cashflow) weiterhin bei einem Kursziel von 90,00 EUR auf „Hold“ . Aber die Gesamteinschätzung für Hensoldt bleibt positiv, getragen von der gesehenen Technologiekompetenz im Bereich Software-Defined Defence.

TKMS: Gigantischer Auftragsbestand gegen Kursschwäche.

thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) präsentiert sich ebenfalls mit einer außergewöhnlich starken Perspektive, die jedoch von kurzfristigen Marktschwankungen überlagert wird. Die Übergabe des autonomen Unterwasserfahrzeugs BlueWhale an die Deutsche Marine Ende Februar 2026 unterstreicht die Rolle des Konzerns als Pionier bei unbemannten maritimen Systemen und als „vollintegriertes maritimes Systemhaus“. Fundamentaler Treiber ist der Auftragsbestand von rekordverdächtigen 18,7 Mrd EUR, der dem Unternehmen eine langfristig 100% Auslastung sichert. Und wie sehen Kapazitätsausbau-Perspektiven aus?

Dass der Aktienkurs trotz einer Anhebung der Umsatzprognose für 2025/26 zeitweise nachgab, führen Analysten auf Sondereffekte zurück: ein schwächeres Finanzergebnis und ein schwieriger Vorjahresvergleich beim Auftragseingang, der von Rekordbuchungen geprägt war. Hierbei gehen die Expertenmeinungen auseinander. Während MWB Research das aktuelle Kursniveau als attraktive Kaufgelegenheit ansieht, warnt Bernstein vor einer hohen Bewertung und einer noch verbesserungswürdigen Marge im U-Boot-Geschäft . Die mittelfristigen Ziele des Managements (10% Umsatzwachstum p.a., Marge >7%) bleiben jedoch ambitioniert.

Steyr Motors: Übernahme stärkt Strategie. Reicht’s für höhere Kurse?

Für Steyr Motors ergibt sich nach Meinung von Optimisten vom aktuellen Kursniveau eine neue, dynamische Perspektive, die maßgeblich durch die am 25. Februar 2026 bekanntgegebene Übernahme des dänischen Motorenherstellers BUKH A/S geprägt wird. Dieser strategische Schritt wird von CEO Julian Cassutti als „Quantensprung“ bezeichnet, da er das Unternehmen vom Nischenanbieter zu einem breit aufgestellten, global skalierbaren Systemanbieter für missionskritische Marine-Anwendungen machen könnte. Auf jeden Fall erweitert durch die Integration von BUKH Steyr Motors seine Leistungsbandbreite erheblich (nun 24 bis 700 PS) und erschließt sich sofort neue Marktchancen, insbesondere im stark wachsenden Segment der unbemannten Wasserfahrzeuge (USV). Zudem gewinnt man ein starkes internationales Distributorennetzwerk und festigt die Position im margenstarken SOLAS-Segment. Die Akquisition, finanziert durch eine Kombination aus Barmitteln und Aktien, soll bereits im ersten vollen Konsolidierungsjahr das Ergebnis (EBIT) steigern. 

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Steyr Motors sollte nach der Bekanntgabe der Übernahme zunehmend an Aufmerksamkeit bei Analysten gewinnen. Aktuell: Die Analysten von NuWays bestätigen ihr „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 59 Euro. Für 2026 prognostiziert Steyr Motors einen Umsatz von 75 bis 95 Millionen Euro, was einem Wachstum von 55 bis 96% entspricht und deutlich über dem Analystenkonsens von 71 Millionen Euro liegt. Das Unternehmen erwartet eine EBIT-Marge von über 15%. In den letzten zwölf Monaten hat die Steyr Motors-Aktie beeindruckende 214% zugelegt.

HENSOLDT Renk Steyr Rheinmetall TKMS – Defenseaktien und kein Ende des Booms? Wie KI die Zukunft der einzelnen Unternehmen prägen könnte…

Die zweite Welle der Künstlichen Intelligenz im Verteidigungsbereich findet nicht mehr nur an der Front statt, sondern zunehmend in Werften, Hangars und Wartungshallen. Nachdem das Militär begonnen hat, KI als Technologie zu vertrauen, wird ihre Anwendung nun auch in anderen Bereichen gefordert – und kaum ein Feld ist so reif für die Einführung wie die Instandhaltung und Werterhaltung.

Für RENK könnte eine KI-gestützte vorausschauende Wartung die Art und Weise revolutionieren, wie das Unternehmen seine weltweite Flotte von Getrieben unterstützt. Durch die Echtzeitanalyse von Systemdaten kann KI potenzielle Ausfälle frühzeitig erkennen und Wartung von einem reaktiven zu einem proaktiven Prozess machen. Dies würde das Lifecycle-Support-Modell von geplanten Generalüberholungen hin zu zustandsbasierten Interventionen transformieren, die Einsatzbereitschaft der Flotten optimieren und gleichzeitig das margenstarke Aftermarket-Geschäft ausweiten.

Und weiter…

HENSOLDT kann in mehreren Dimensionen von KI profitieren. Als Sensorspezialist ist KI bereits fester Bestandteil des „Software-Defined Defence“-Ansatzes, der Hardware, Daten und Software zu integrierten Systemlösungen verbindet. Darüber hinaus könnten KI-gesteuerte virtuelle Tests und Validierungen die Entwicklungszyklen von HENSOLDT beschleunigen. Durch die Erstellung digitaler Zwillinge komplexer Sensorsysteme ließe sich die Leistung bereits lange vor der Existenz physischer Prototypen per Simulation validieren, was Entwicklungskosten und Time-to-Market reduzieren würde.

Rheinmetall zeigt bereits heute die Integration von KI in Systemen wie der RCWS320C-UAS, die Sensordatenfusion und automatisierte Zielbekämpfung zur Drohnenabwehr nutzt. Die nächste Stufe liegt in der „Änderungsfolgenabschätzung“ für komplexe Programme. Bei multinationalen Kooperationen wie dem Fuchs JAGM oder der künftigen Teilnahme am MGCS-Programm könnte KI Systemabhängigkeiten analysieren und die Auswirkungen technischer Änderungen frühzeitig simulieren – um teure Iterationen zu vermeiden und Entwicklungszeitpläne stabil zu halten.

Zu guter letzt auch bei…

TKMS hat mit der BlueWhale die autonome Domäne betreten, doch das Potenzial von KI geht weit über das Fahrzeug selbst hinaus. Beim U-Boot-Bau – einer der komplexesten Fertigungsaufgaben der Welt – könnte eine KI-optimierte Produktionsplanung die Effizienz enorm steigern. Der milliardenschwere Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro erfordert ein anspruchsvolles Projektmanagement über mehrere parallele Bauvorhaben hinweg. Eine KI-gesteuerte Ressourcenzuweisung und Terminplanoptimierung könnte TKMS dabei helfen, seine ambitionierten Margenziele zu erreichen.

Für Steyr Motors ergibt sich eine andere KI-Chance. Nach der Übernahme von BUKH verwaltet das Unternehmen ein erweitertes Produktportfolio über mehrere Leistungsklassen und Anwendungen hinweg. Eine KI-gestützte Designoptimierung könnte die Entwicklung neuer Motorvarianten beschleunigen, indem sie Leistungsmerkmale vor physischen Tests simuliert. Zudem könnte eine KI-gestützte Motorüberwachung bei missionskritischen Anwendungen wie unbemannten Wasserfahrzeugen (USV) den Kunden Echtzeit-Diagnosen und vorausschauende Warnungen liefern – ein bedeutender Mehrwert in Bereichen, in denen Zuverlässigkeit oberstes Gebot ist.

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