Gabler Group übernimmt DECK Marine Systems: Strategischer Zukauf stärkt das Geschäft mit Unterwassertechnologie

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Gabler Group AG treibt ihre Expansion im Markt für maritime Sicherheits- und Unterwassertechnologien weiter voran. Mit der Übernahme von 75 Prozent an der estnischen DECK Marine Systems OÜ erweitert das Unternehmen sein Technologieportfolio um spezialisierte Systeme für den Einsatz und die Bergung unbemannter Unterwasserfahrzeuge. Gleichzeitig sichert sich Gabler einen strategisch interessanten Standort im Baltikum, einer Region, die angesichts steigender Verteidigungsausgaben und wachsender Investitionen in maritime Sicherheit zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Mit dem am 16. Oktober 2026 abgeschlossenen Erwerb setzt die Gabler Group ihre Strategie fort, sich durch gezielte Akquisitionen vom Anbieter einzelner Unterwassertechnologien zu einem breiter aufgestellten Systemanbieter zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei die Verbindung mechanischer Handhabungssysteme mit moderner Unterwasserkommunikation, Energieversorgung und intelligenter Steuerungstechnik.

Gabler erweitert sein Portfolio um entscheidende Technologien

DECK Marine Systems wurde 2020 gegründet und hat sich auf technische Lösungen spezialisiert, mit denen Sensoren, Messinstrumente und unbemannte Unterwasserfahrzeuge von Schiffen und anderen maritimen Plattformen aus eingesetzt und anschließend wieder geborgen werden können.

Besonders interessant sind die sogenannten Launch-and-Recovery-Systeme (LARS), die das sichere Aussetzen und Bergen autonomer beziehungsweise ferngesteuerter Unterwasserfahrzeuge ermöglichen. Hinzu kommen spezielle Vorrichtungen zur Positionierung von Sonargeräten und Sensoren sowie elektrische und hydraulische Winden für Unterwasserinstrumente, Kabel und Versorgungsleitungen.

Mit diesen Technologien ergänzt DECK das bestehende Geschäft der Gabler Group in den Bereichen Submarine Systems sowie Subsea Communications & Data. Während Gabler bereits über Kompetenzen in der Unterwasserkommunikation, Datenverarbeitung und Energieversorgung verfügt, bringt DECK zusätzliche Fähigkeiten bei der mechanischen Integration und Handhabung entsprechender Systeme ein.

Daraus könnten künftig umfassendere Lösungen entstehen, bei denen Kunden nicht mehr verschiedene Komponenten unterschiedlicher Anbieter zusammenführen müssen, sondern größere Teile der benötigten Unterwassertechnik aus einer Hand erhalten.

Autonome Unterwasserfahrzeuge eröffnen neue Geschäftsmöglichkeiten

Ein besonders interessantes Entwicklungsfeld ist der zunehmende Einsatz unbemannter Unterwasserfahrzeuge. Solche Systeme werden unter anderem in der Meeresforschung, der Offshore-Industrie, bei Inspektionsaufgaben und im Verteidigungsbereich eingesetzt.

Mit wachsender technischer Leistungsfähigkeit steigen gleichzeitig die Anforderungen an ihre Integration in bestehende Schiffe und maritime Plattformen. Denn autonome Fahrzeuge müssen nicht nur zuverlässig unter Wasser arbeiten, sondern auch unter schwierigen Bedingungen sicher ausgesetzt und wieder aufgenommen werden können.

DECK beschäftigt sich deshalb unter anderem mit KI-gestützten Aussetz- und Bergungssystemen, die unbemannte Fahrzeuge automatisch erkennen, verfolgen und bei der Bergung unterstützen sollen.

Gerade die Verbindung solcher Technologien mit Gablers Kompetenzen in Kommunikation, Energieversorgung und Datenverarbeitung könnte langfristig neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.

Ein mögliches Einsatzgebiet ist beispielsweise die Überwachung kritischer Unterwasserinfrastruktur. Dazu gehören technische Einrichtungen, deren Zustand regelmäßig kontrolliert werden muss und bei denen automatisierte Inspektionssysteme eine wichtige Rolle spielen können.

Estland wird zum strategischen Standort für Gabler

Neben der technologischen Ergänzung ist auch die geografische Expansion ein wichtiger Bestandteil der Übernahme.

Mit DECK Marine Systems erhält die Gabler Group erstmals eine eigene Präsenz im Baltikum und damit einen direkten Zugang zum estnischen Markt.

Estland nimmt innerhalb der Europäischen Union und der NATO eine strategisch bedeutende Position ein. Vor dem Hintergrund steigender Verteidigungsausgaben und zusätzlicher Investitionen internationaler Partner gewinnen maritime Technologien und Lösungen zur Überwachung von Unterwasserinfrastruktur in der Region an Bedeutung.

Für Gabler eröffnet die lokale Präsenz die Möglichkeit, näher an potenzielle Kunden und Beschaffungsprogramme heranzurücken. Gleichzeitig kann DECK künftig auf die bestehenden internationalen Kundenbeziehungen und Vertriebsstrukturen der Gabler Group zurückgreifen.

Die Übernahme könnte damit in beide Richtungen wirken: Gabler erweitert seinen Marktzugang im Baltikum, während DECK bessere Möglichkeiten erhält, seine Technologien international zu vermarkten.

Allerdings bedeutet die strategisch günstige Positionierung noch nicht automatisch zusätzliche Aufträge. Ob sich aus regionalen Verteidigungs- und Investitionsprogrammen konkrete Umsätze ergeben, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Vom Komponentenhersteller zum integrierten Systemanbieter

Die Akquisition passt zur langfristigen Ausrichtung der Gabler Group, ihr Geschäftsmodell stärker auf integrierte maritime Lösungen auszurichten.

Bislang konzentriert sich das Unternehmen auf missionskritische Unterwassertechnologien in den drei Geschäftsbereichen Submarine Systems, Subsea Communications & Data sowie Subsea Power.

Mit DECK kommt nun eine wichtige zusätzliche Kompetenz hinzu: die technische Schnittstelle zwischen Schiffen und den darunter eingesetzten Unterwassersystemen.

Gabler-Vertriebsvorstand Ole Johannsen sieht insbesondere in der Verbindung mechanischer Systeme mit intelligenter Steuerung und Automatisierung zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten. Künftig soll das Unternehmen seinen Kunden nicht nur einzelne technische Komponenten, sondern auch die notwendige Infrastruktur für deren Einsatz und Integration anbieten können.

Für die Wettbewerbsposition könnte diese Erweiterung relevant sein, da komplexe maritime Projekte häufig unterschiedliche technische Disziplinen miteinander verbinden. Je mehr dieser Leistungen Gabler selbst abdecken kann, desto größer wird grundsätzlich das Potenzial, an umfassenderen Kundenprojekten beteiligt zu werden.

Übernahme bereits abgeschlossen – Gründer bleibt beteiligt

Die Transaktion wurde am 16. Oktober 2026 vollständig abgeschlossen. Gabler hält seitdem 75 Prozent an DECK Marine Systems, während die verbleibenden 25 Prozent über die Beteiligungsgesellschaft JGCON beim bisherigen Mitgründer und Chief Operating Officer Jevgeni Gorbatšov verbleiben.

Gorbatšov hat mit dem Abschluss der Übernahme die Position des CEO von DECK übernommen und wird die weitere Entwicklung gemeinsam mit der Gabler Group verantworten. Der bisherige Geschäftsführer und Mitgründer Dmitri Jekimov bleibt dem Unternehmen beratend verbunden.

Damit setzt Gabler auf eine Kombination aus Mehrheitskontrolle und unternehmerischer Kontinuität. Durch die verbleibende Beteiligung ist das lokale Management weiterhin wirtschaftlich an der Entwicklung von DECK interessiert.

Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Angaben zu Umsatz, EBITDA oder Profitabilität des übernommenen Unternehmens wurden ebenfalls nicht veröffentlicht.

Für 2026 zunächst nur geringe finanzielle Auswirkungen

DECK Marine Systems wird ab dem Closing in den Konzernabschluss der Gabler Group einbezogen. Da die erstmalige Konsolidierung erst im vierten Quartal erfolgt, erwartet das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr lediglich geringfügige Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis.

Damit steht bei der Akquisition zunächst weniger ein kurzfristiger Ergebnissprung als vielmehr der strategische Ausbau des Geschäftsmodells im Vordergrund.

Für eine konkrete finanzielle Bewertung fehlen allerdings wichtige Informationen. Neben dem nicht genannten Kaufpreis sind insbesondere die Umsatzgröße, die Ertragskraft und der mögliche Investitionsbedarf von DECK bislang unbekannt.

Entscheidend wird deshalb sein, ob Gabler durch die Übernahme zusätzliche Kundenprojekte gewinnen und die neu erworbenen Technologien erfolgreich in das bestehende Produktportfolio integrieren kann.

Fazit: Gabler baut seine Position im Markt für maritime Technologien aus

Mit der Übernahme von 75 Prozent an DECK Marine Systems setzt die Gabler Group ihren Expansionskurs fort und erweitert ihr Geschäftsmodell um eine technologisch interessante Komponente.

Die estnische Gesellschaft bringt Spezialwissen für den Einsatz und die Bergung unbemannter Unterwasserfahrzeuge, moderne Handhabungssysteme und Entwicklungsaktivitäten im Bereich KI-gestützter Automatisierung ein. Gleichzeitig erhält Gabler einen Standort im strategisch wichtigen Baltikum und verbessert damit seine Möglichkeiten, an regionalen und internationalen Projekten mitzuwirken.

Kurzfristig dürfte sich die Übernahme kaum auf die Geschäftszahlen auswirken. Langfristig könnte sie jedoch dazu beitragen, dass Gabler bei komplexen maritimen Projekten eine größere Rolle übernimmt und zusätzliche Wertschöpfung innerhalb des eigenen Konzerns erzielt.

Die entscheidende Perspektive liegt deshalb nicht in einem unmittelbaren Umsatzsprung, sondern in der Weiterentwicklung zum integrierten Anbieter von Unterwassertechnologien. Gelingt es Gabler, die neuen Kompetenzen erfolgreich zu vermarkten, könnte DECK Marine Systems zu einem wichtigen Baustein der internationalen Wachstumsstrategie werden.

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