DOUGLAS, Europas führender Anbieter für Premium Beauty, ist in einem nach wie vor schwierigen Konsumumfeld mit relativ stabilen Zahlen in das Geschäftsjahr 2025/26 gestartet.
Nach vorläufigen Angaben legte der Umsatz im ersten Quartal (1. Oktober bis 31. Dezember 2025) von 1,65 auf 1,67 Mrd. Euro zu – ein Plus von 1,7 % gegenüber einem starken Vorjahresquartal, in dem Douglas ohne die mittlerweile verkaufte Online-Apotheke Disapo noch 6,5 % Wachstum geschafft hatte. Das ist kein Wachstumssprung, aber auch kein Einbruch: Douglas verteidigt sein Umsatzniveau – in einem Umfeld, in dem Konsumlaune und Kaufkraft vieler Kunden weiter unter Druck stehen.
Gute Aktionen, schwaches Weihnachtsfinale – die Schattenseite der Rabattschlacht
Operativ zeigt sich ein klarer Musterverlauf:
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Singles’ Day und Black Week liefen ordentlich,
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allerdings kam es zu einem Vorzieheffekt bei Weihnachtskäufen.
Der November war damit der stärkste Monat im Quartal, während sich der Dezember – eigentlich Peak-Saison für Parfümerien – vor allem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden schwächer als erwartet entwickelte.
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Positiv stach dagegen Mittel- und Osteuropa hervor, wo Douglas weiterhin deutlich zulegen konnte. Das zeigt: Die Gruppe profitiert von ihrer geografischen Diversifikation – die Schwäche in den großen westeuropäischen Kernmärkten wird zumindest teilweise durch andere Regionen abgefedert.
Margendruck wird sichtbar: EBITDA-Marge rutscht klar unter Vorjahr
Während der Umsatz noch leicht zulegt, zeigt sich bei der Profitabilität klarer Gegenwind. Die bereinigte EBITDA-Marge sank im ersten Quartal vorläufig von 21,5 % auf 19,9 %.
Haupttreiber:
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Druck auf die Bruttomarge durch eine deutlich gestiegene Preissensibilität der Kunden,
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und Produktmix-Effekte, also ein anderer Warenkorb als im Vorjahr (z. B. mehr rabattierte Produkte, andere Marken- oder Kategorienanteile).
Mit anderen Worten: Um Umsatz und Marktanteile zu halten, musste Douglas im Promotional Game mitspielen – und das kostet Marge. Für einen stark verschuldeten Retailer ist das kein Idealszenario, aber noch weit entfernt von Alarmstufe Rot: Eine EBITDA-Marge knapp unter 20 % im wichtigsten Quartal des Jahres ist nach wie vor ein ordentlicher Wert, nur eben nicht mehr so komfortabel wie zuvor.
Stationär stabil, online stärker – Omnichannel bleibt Trumpf
Strukturell bleibt die Douglas-Story intakt:
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Die Filialumsätze legten um 0,4 % zu,
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die Online-Umsätze wuchsen mit +4,2 % deutlich schneller.
Getrieben wurde der stationäre Bereich unter anderem durch den weiteren Ausbau des Filialnetzes: 13 neue Standorte (netto) gingen im Quartal an den Start. Gleichzeitig zahlt sich der Ausbau der Onlineplattform weiter aus – Douglas bleibt einer der wenigen europäischen Beauty-Händler, der Stationär- und Onlinegeschäft wirklich integriert spielen kann.
Für Investoren ist das wichtig: In einem Markt, in dem reine Pure-Player unter Margendruck stehen und klassische Händler an Frequenzverlusten leiden, ist ein funktionierendes Omnichannel-Modell ein echter Wettbewerbsvorteil.
Guidance bestätigt: Douglas setzt auf profitables Wachstum – trotz Gegenwind
CEO Sander van der Laan spricht offen von einem „herausfordernden Umfeld“, in dem makroökonomische und geopolitische Entwicklungen die Verbraucherstimmung belasten und die Preissensibilität erhöhen. Gleichzeitig verweist er auf die starke Position im Premium-Beauty-Markt, bereits umgesetzte strategische Initiativen und ein diszipliniertes Kostenmanagement.
Wichtig für den Kapitalmarkt: Die Prognose für das Gesamtjahr 2025/26 bleibt unverändert. Douglas erwartet weiterhin:
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Umsatz zwischen 4,65 und 4,80 Mrd. Euro,
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eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 16,5 %,
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sowie einen Netto-Verschuldungsgrad (Net Debt / EBITDA) zwischen 2,5x und 3,0x zum 30. September 2026.
Die kommenden Quartale werden sich zudem mit niedrigeren Wachstumsraten des Vorjahres messen – rein rechnerisch wird das Wachstum also einfacher. Das gibt dem Management etwas Luft, um stärker auf Margin Management statt reiner Umsatzmaximierung zu setzen.
Einordnung für Anleger: Qualitätstitel im Konsumsektor – aber kein Selbstläufer
Für Investoren ist das Bild gemischt, aber klar lesbar:
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Positiv: stabile bis leicht wachsende Umsätze, starke Marktposition im Premium-Beauty-Segment, funktionierendes Omnichannel-Modell, bestätigte Jahres-Guidance, solide Ziele beim Verschuldungsgrad.
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Negativ: spürbarer Margenrückgang, anhaltend schwaches Konsumklima in wichtigen Kernmärkten, hoher Wettbewerbsdruck in Aktionszeiträumen.
Kurz gesagt: Douglas liefert zum Start ins Jahr keinen Grund zur Panik, aber auch keinen echten Kurstreiber. Die Investmentstory hängt damit maßgeblich daran, ob es gelingt, im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres:
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die Marge zu stabilisieren,
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den Promotionsdruck zu steuern,
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und gleichzeitig den Schuldenabbau wie angekündigt voranzutreiben.
Gelingt das, bleibt Douglas ein spannender Kandidat für Anleger, die im europäischen Konsumsektor auf eine hochprofitable, markenstarke Plattform setzen wollen – mit dem Bewusstsein, dass Premium-Beauty zwar robuster ist als viele andere Segmente, aber die aktuellen Makro- und Konsumrisiken nicht völlig ausblenden kann.














