Douglas Group – In einem Umfeld zunehmender Konsumzurückhaltung zeigt sich die Douglas Group von ihrer widerstandsfähigen Seite. Europas führender Premium-Beauty-Händler steigerte im ersten Quartal 2025/26 (Oktober bis Dezember 2025) seinen Umsatz um 1,7 % und behauptete damit seine starke Marktposition.
Doch das Ergebnis hat Schattenseiten: Aufgrund von Rabattaktionen und einer spürbar höheren Preissensibilität der Verbraucher sank die bereinigte EBITDA-Marge auf 19,9 % (Vorjahr: 21,5 %). Der Quartalsgewinn steht damit unter Druck – ein Trend, der in der gesamten europäischen Konsumlandschaft spürbar ist.
CEO Sander van der Laan bringt es auf den Punkt: „Die Verbraucher wägen ihre Ausgaben zur Zeit genauer ab. Das intensiviert den Wettbewerb und führt dazu, dass Preisaktionen für alle Anbieter wichtiger werden.“ Dennoch bleibe die Douglas Group hochprofitabel und „bestens aufgestellt, wenn der Markt wieder Fahrt aufnimmt“.
Zentraleuropa stark – DACH bremst: Beauty-Boom im Osten, Flaute im Westen
Während die großen Märkte Deutschland und Frankreich aktuell stagnieren, zeigt Zentralosteuropa deutlich mehr Dynamik: +7,3 % Wachstum im ersten Quartal. In Frankreich legte der Umsatz leicht um 1,2 %, in der DACHNL-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlande) um 0,6 % zu.
Der stationäre Handel steuerte +0,4 % zum Umsatz bei – insbesondere dank Netzwerkausbau und Modernisierungen. Ohne neue Standorte hätte das Ergebnis allerdings -2,8 % betragen. Deutlich besser lief es online: Das E-Commerce-Segment legte um 4,2 % zu.
Ein Pluspunkt ist die Verzahnung von Laden- und Onlinegeschäft. Digitale Services wie Click & Collect Express verzeichneten zweistellige Wachstumsraten – ein klarer Beleg für die Stärke des Omnichannel-Modells, das Douglas konsequent verfolgt. Besonders die DOUGLAS App etabliert sich als Schlüsselfaktor im Kundenerlebnis: Bereits mehr als jede dritte Online-Bestellung wird über die App getätigt.
Margendruck und Rabattschlacht: Beauty-Branche kämpft um Profitabilität
Der anhaltende Preisdruck und die hohe Werbeaktivität im Markt zehren an den Margen – ein branchenweites Phänomen. Das bereinigte EBITDA sank um 5,6 % auf 333,7 Mio. Euro, was vor allem auf die aggressiven Preisaktionen und Anlaufeffekte neuer Filialen zurückzuführen ist.
Trotzdem bleibt der Free Cashflow mit 464,4 Mio. Euro robust (Vorjahr: 494,5 Mio.). Die Nettoverschuldung konnte weiter reduziert werden: exklusive Mieten liegt sie bei 609 Mio. Euro, rund 180 Mio. Euro weniger als ein Jahr zuvor. Der Nettoverschuldungsgrad beträgt nun 2,6x (bzw. 1,4x ohne Mietverbindlichkeiten).
Positiv fiel das Finanzergebnis aus: Niedrigere Zinsaufwendungen verbesserten diesen Posten um ca. 5 Mio. Euro – ein weiteres Zeichen dafür, dass der Konzern seine Kapitalstruktur gezielt stärkt.
Shopping-Peaks am Black Friday – Online knackt alle Rekorde
Am Black Friday 2025 drehte das Onlinegeschäft voll auf: Der Web-Traffic bei Douglas und Nocibé stieg auf das 3,5-Fache eines normalen Freitags, Spitzenwerte lagen bei 25.000 Bestellungen pro Stunde.
Insgesamt wurden 358.000 Bestellungen an einem einzigen Tag in 22 Märkten abgewickelt – neuer Rekord! Kein Wunder: Die Douglas-App belegte in Deutschland Platz 1 der iOS-Shopping-Charts.
Allerdings hatte der Vorzieheffekt auf das Weihnachtsgeschäft negative Folgen – viele Kunden kauften bereits im November, was die Dezemberzahlen leicht dämpfte. Dennoch zeigt die starke Black-Week-Performance, wie wichtig digitale Absatzkanäle geworden sind.
Digitalisierung & Exklusivität: Douglas setzt auf Markenpower und neue Stores
Douglas investiert weiter in zwei Säulen seines Erfolgs: digitale Transformation und exklusive Marken.
Mit dem Launch der Make-up-Marke about-face der Sängerin Halsey (Januar 2026) und der Duftmarke Orebella von Bella Hadid (ab Februar 2026) unterstreicht der Konzern seinen Anspruch, führend im Premium-Beauty-Segment Europas zu bleiben. Beide Marken sind exklusiv im Douglas-Universum erhältlich.
Auch im stationären Geschäft geht es voran: Zwischen Oktober und Dezember 2025 eröffnete Douglas 13 neue Filialen netto und modernisierte 22 bestehende Stores. Insgesamt zählen zum Konzern 1.972 Standorte (inkl. Franchise). Highlights: das neue Flagship-Haus in Köln auf der Schildergasse und die 170. Filiale in Polen.
Technologisch modernisiert Douglas seine Infrastruktur weiter: Bereits 10 von 22 Ländern arbeiten auf dem neuen Group-Tech-Stack. Einheitliche Zahlungsprozesse und IT-Systeme sollen langfristig Kosten senken und das Einkaufserlebnis europaweit harmonisieren.
Guidance bestätigt – optimistischer Blick nach vorn
Trotz des herausfordernden Marktumfelds bestätigt Douglas seine Prognose für das Gesamtjahr 2025/26:
- Umsatz: 4,65 bis 4,80 Mrd. Euro
- EBITDA-Marge: rund 16,5 %
- Verschuldungsgrad: 2,5x bis 3,0x
Van der Laan zeigt sich zuversichtlich: „Nach dem Aufschwung nach der Pandemie spüren wir nun Gegenwind – aber unsere Marke, unsere Strukturen und unsere Loyalität der Kunden sind stark. Wir bleiben auf Kurs.“
Fazit: Douglas bleibt das Schwergewicht im Beauty-Handel – E-Com ist der Wachstumsmotor
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen verteidigt die Douglas Group ihre Spitzenposition souverän. Die Umsatzsteigerung, die robuste Cashflow-Entwicklung und die konsequente Digitalisierung sprechen für ein belastbares Geschäftsmodell.
Kurzfristig drückt der Margendruck aufs Ergebnis, doch die Expansionsstrategie und exklusive Markenpartnerschaften stärken die Premium-Position. Für Anleger bleibt Douglas ein defensiver Konsumwert – mit klarer Digitalstrategie, starker Marke und solidem Ausblick.
Wer an den langfristigen Trend zu Premium-Beauty glaubt und in Europas Marktführer investieren möchte, sollte Douglas weiter auf der Watchlist behalten.














