BB BIOTECH: Verhaltenes 1. Quartal für Biotechunternehmen

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Die BB Biotech AG hat heute ihren Geschäftsbericht für das Jahr 2022 vorgelegt.
Die Sorgen um die Widerstandsfähigkeit der Kapitalmärkte hat sich im 1. Quartal sehr stark in den Präferenzen der Anleger widerspiegelt. Nach einem soliden Jahresstart erlebten Small und Mid Caps aufgrund des Risk-off-Modus im weiteren Quartalsverlauf einen Ausverkauf. Mittelzuflüsse in den Biotechnologiesektor – ein wichtiger Indikator – entwickelten sich nach wie vor negativ. Dabei schnitten kleinere Biotechunternehmen schwächer als andere Biotechtitel ab. Ungeachtet der Börsenentwicklung gab es zahlreiche positive  Unternehmensnachrichten auf der Entwicklungs- und Zulassungsebene. Trotz des schwierigen Jahresbeginns blickt BB Biotech angesichts der fundamentalen Erfolge innovativer Large, Mid und Small Caps aus dem Biotechsektor optimistisch in die Zukunft.

Die Gesamtrendite des S&P Biotech Select Industry Index (-8.7% in USD) fiel schlechter aus als die des NBI Index (-1.9% in USD), der vorwiegend grössere Biotechnologie- und Pharmaunternehmen abbildet. Die Zunahme der M&A-Aktivitäten wirkte sich kaum auf den Biotechsektor aus. Für die BB Biotech-Aktie bedeutete dies eine Gesamtrendite von -4.4% in CHF und -6.8% in EUR (einschliesslich der Dividende von CHF 2.85 pro Aktie). Die Gesamtrendite des Portfolios verfehlte mit -9.2% in CHF, -9.4% in EUR und -8.3% in USD den NBI Index, stand aber in Einklang mit dem S&P Biotech Select Industry Index. Der Nettoverlust im 1. Quartal 2023 betrug CHF 254 Mio., verglichen mit einem Nettoverlust von CHF 300 Mio. im gleichen Vorjahreszeitraum.

Generalversammlung stimmt allen Anträgen zu

Auf der ordentlichen Generalversammlung der BB Biotech AG vom 23. März 2023 stimmten die Aktionäre sämtlichen Anträgen des Verwaltungsrates der BB Biotech AG zu. Dazu zählte auch die vorgeschlagene Dividende von CHF 2.85 je Aktie (brutto), infolgedessen die BB Biotech AG am 29. März 2023 insgesamt CHF 156 Mio. an ihre Aktionäre ausschüttete. Die Aktionäre bestätigten darüber hinaus die Vorstandsmitglieder Dr. Erich Hunziker (Präsident), Dr. Clive Meanwell, Laura Hamill, Dr. Pearl Huang, Prof. Dr. Mads Krogsgaard Thomsen und Dr. Thomas von Planta für ein weiteres Jahr im Amt.

Investitionsgrad bleibt hoch

Ende des 1. Quartals lag der Investitionsgrad mit 114.0% fast an der festgelegten Obergrenze. Der nach wie vor höhere Investitionsgrad entspricht der optimistischen Einschätzung des Investmentteams, dass viele Unternehmen nach der Korrektur der letzten zwei Jahre im Biotechnologiesektor attraktiv bewertet sind. Das Team wird weiterhin innerhalb der bewährten und erfolgreichen Anlagerichtlinien arbeiten, die einen Investitionsgrad zwischen 95% und 115% vorsehen. Für die Dividendenausschüttung in Höhe von CHF 156 Mio. griff BB Biotech hauptsächlich auf Barmittel zurück, die sie im Rahmen der Übernahme Myovants durch Sumitomo Dainippon Pharma erhalten hat.

Anpassungen im Portfolio

Im Berichtszeitraum kam es zu einigen geringfügigen Portfolioveränderungen. Die angekündigte Übernahme Myovants durch Sumitomo Dainippon Pharma wurde für USD 27 je Aktie in bar abgeschlossen. Ausserdem wurden die Positionen in Kezar Life Sciences und Homology Medicines vollständig veräussert. Ende des 1. Quartals enthielt das Portfolio von BB Biotech 28 Positionen. Das Portfolio konzentrierte sich noch stärker auf rentable Unternehmen, die inzwischen über ein Drittel des Anlageportfolios ausmachen, und auf gut kapitalisierte Unternehmen, die angesichts ihrer derzeitigen Bilanzen voraussichtlich eine nachhaltige Rentabilität erreichen werden, entfallen mehr als 40% des Portfolios. Kleinere Unternehmen mit anhaltendem Kapitalbedarf machen weniger als 20% des Portfolios aus.

Meilensteine der Portfoliounternehmen

Moderna legte für seinen RSV-Impfstoff vielversprechende Ergebnisse einer Phase-III-Studie bei älteren Menschen vor. Dieser Impfstoff entwickelt sich unter den drei derzeit im Rennen befindlichen Produktkandidaten immer mehr zum möglichen Best-in-Class-Produkt. Moderna hat für zwei Impfstoffe den Status als «Breakthrough-Therapie» erhalten. Dabei handelt es sich um einen seiner RSV-Impfstoffkandidaten in der Entwicklungsphase und seinen personalisierten mRNA-Krebsimpfstoff in Kombination mit Keytruda bei Hochrisikopatienten mit Melanom. Dagegen fallen die Ergebnisse der Phase-III-Studie zu Modernas Grippeimpfstoff für die südliche Hemisphäre gemischt aus.

Ionis präsentierte ermutigende Topline-Ergebnisse der Phase-III-Studie NEURO-TTRansform zu Eplontersen für Patienten mit hereditärer Transthyretin-vermittelter Amyloid-Polyneuropathie (ATTRv-PN). Zudem teilte Ionis mit, dass der FDA-Beratungsausschuss zugunsten (9:0 Stimmen) einer möglichen beschleunigten Zulassung Tofersens bei amyotropher Lateralsklerose (ALS) in Kombination mit Mutationen im Gen der Superoxiddismutase 1 entschieden hat. Die FDA hat als Termin für die abschliessende Entscheidung den 25. April 2023 festgelegt.

Intra-Cellular Therapies veröffentlichte positive Topline-Resultate für seine Monotherapie Lumateperon (Markenname Caplyta) zur Behandlung schwerer depressiver Episoden bei Patienten mit schweren depressiven Störungen und bipolarer Störung.

Incyte und Macrogenics erhielten von der FDA nach anfänglicher Ablehnung überraschenderweise die Zulassung für Zynyz (Retifanlimab) bei metastatischem oder rezidivierendem, lokal fortgeschrittenem Merkelzellkarzinom (MCC).

Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf

Notenbanken werden ihre Zinsanhebungen fortsetzen, um die Inflation einzudämmen. Dabei sind die Markterwartungen, dass ein langsameres Tempo angeschlagen wird, idealerweise ohne eine Rezession auszulösen. Trotz der Zinsunsicherheit verzeichnen Biotechunternehmen, darunter auch die meisten Portfoliounternehmen von BB Biotech, weiterhin fundamentale Fortschritte.

Das US-Gesundheitssystem kämpft nach wie vor mit zu hohen Kosten. Der Umsetzung des Inflation Reduction Act (IRA) wird im Herbst 2023 mehr Aufmerksamkeit zuteilwerden, wenn die zuständige Behörde die Namen der ersten zehn verschreibungspflichtigen Arzneimittel veröffentlicht, die 2026/27 von Preisbeschränkungen betroffen sein werden.

Das Investment Management Team ist nach wie vor von der Attraktivität der Portfoliounternehmen überzeugt, nicht nur aufgrund ihrer derzeit niedrigen Bewertungen, sondern auch wegen vieler erwarteter Meilensteine für die Entwicklung, Zulassung und Vermarktung von Produkten, deren Erreichen für Investoren in Zukunft höhere Renditen bedeuten kann. Ausserdem ist es davon überzeugt, dass jedes der Portfoliounternehmen einen sorgfältigen Umgang mit seinen Finanzmitteln pflegt.

Das Team erwartet im weiteren Jahresverlauf Neuigkeiten von Argenx, Neurocrine Biosciences, Moderna, Sage, Alnylam sowie Ionis.

Die Small- und Mid-Cap-Segmente des Biotechsektors sind attraktiv bewertet. In Anbetracht des anhaltenden Drucks auf grössere Unternehmen, ihr Wachstum durch externe Innovationen voranzutreiben, dürften M&A-Aktivitäten sowie Lizenzvereinbarungen weiterhin eine wichtige Rolle für das Wachstum des gesamten Biotechsektors spielen.

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