Bastei Lübbe hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/2026 bewiesen, dass sich ein starkes Programm und digitale Formate auch in einem schwächeren Buchmarkt durchsetzen können. Der Kölner Publikumsverlag wächst weiter, muss dafür aber höhere Produktions- und Marketingkosten in Kauf nehmen. Die Jahresziele bleiben dennoch unverändert.
Umsatz legt zu – Marge bleibt zweistellig
Von April bis Dezember 2025 erzielte Bastei Lübbe einen Konzernumsatz von 92,1 Mio. Euro, nach 90,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Konzern-EBIT liegt bei 10,1 Mio. Euro, was einer EBIT-Marge von 11,0 % entspricht.
Vorstandschef Soheil Dastyari betont, dass vor allem zwei Faktoren das Wachstum stützen: ein attraktives Verlagsprogramm mit starken Neuerscheinungen sowie die dynamische Entwicklung digitaler Formate – und das in einem Umfeld, in dem der Gesamtmarkt rückläufig ist.
Digitalgeschäft wächst – Community-Anteil geht zugunsten von Blockbustern zurück
Der Digitalanteil am Konzernumsatz ist weiter gestiegen – von 29 % auf 31 %. Besonders Audio- und eBook-Produktionen entwickeln sich robust und bilden inzwischen einen festen Ertragspfeiler.
Auffällig ist die Verschiebung im Umsatzmix:
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Der Anteil der community-getriebenen Geschäftsmodelle sinkt von 43 % auf 31 %.
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Ursache sind starke Umsätze einzelner Blockbuster-Titel der etablierten Verlagsmarken, die den Anteil klassischer Formate wieder erhöhen.
Damit zeigt sich eine klare Doppelstrategie: Einerseits baut Bastei Lübbe digitale Erlösquellen aus, andererseits sorgen Bestseller im klassischen Verlagsgeschäft für kräftige Umsatzimpulse.
Segment „Buch“ wächst gegen den Markt – Ergebnis gibt nach
Das Kernsegment „Buch“ erwirtschaftete im Neunmonatszeitraum 86,8 Mio. Euro (Vorjahr: 85,2 Mio. Euro) und wächst damit trotz schwächerem Marktumfeld. Die Nachfrage nach Neuerscheinungen der Bestsellerautorinnen und -autoren des Hauses bleibt hoch.
Beim Ergebnis zeigt sich jedoch der Preis des Erfolgs:
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Segment-EBIT: 9,5 Mio. Euro (Vorjahr: 14,4 Mio. Euro)
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Hauptgründe:
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deutlich gestiegene Autorenhonorare für Spitzentitel
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höhere Druck- und Produktionskosten
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ein außergewöhnlich profitables Vorjahr mit überdurchschnittlichen Margenprodukten
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Segment „Romanhefte“ stabil – auf kleiner Basis profitabel
Im Segment „Romanhefte“ blieb der Umsatz mit 5,3 Mio. Euro exakt auf Vorjahresniveau. Das Segment-EBIT lag bei 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,9 Mio. Euro).
Damit zeigt sich das Heftgeschäft als stabile, margenpositive Nische, die zwar nicht wächst, aber einen kontinuierlichen Ergebnisbeitrag liefert.
Kosten steigen bewusst – Profitabilität bleibt solide
Die Ergebnisentwicklung folgt weitgehend dem Plan:
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Materialaufwand: 49,1 Mio. Euro – überproportional zum Umsatz gestiegen, vor allem wegen teurer Blockbuster-Produktionen und höherer Autorenhonorare.
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Personalaufwand: leicht erhöht auf 16,6 Mio. Euro (Vorjahr: 16,1 Mio. Euro).
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Sonstige betriebliche Aufwendungen: 16,6 Mio. Euro (Vorjahr: 15,9 Mio. Euro), vor allem durch gezielt höhere Vertriebs- und Marketingausgaben.
Das EBT liegt nach neun Monaten bei 10,0 Mio. Euro (Vorjahr: 14,7 Mio. Euro). Der auf die Aktionäre entfallende Konzernüberschuss beträgt 6,7 Mio. Euro (Vorjahr: 9,9 Mio. Euro), das Ergebnis je Aktie entsprechend 0,51 Euro (Vorjahr: 0,75 Euro).
Kurz gesagt: Bastei Lübbe investiert in Programm, Marken und Reichweite – zulasten der kurzfristigen Marge, aber mit Blick auf nachhaltiges Wachstum.
Bilanz: Solide Eigenkapitalbasis trotz Dividende
Die Konzernbilanzsumme stieg zum 31. Dezember 2025 auf 117,2 Mio. Euro (31.03.2025: 114,3 Mio. Euro).
Der den Aktionären zurechenbare Eigenkapitalanteil erhöhte sich auf 70,7 Mio. Euro (31.03.2025: 68,7 Mio. Euro) – obwohl im Berichtszeitraum eine Dividende von 4,8 Mio. Euro für das Geschäftsjahr 2024/2025 ausgeschüttet wurde.
Damit unterstreicht Bastei Lübbe die finanzielle Stabilität und die Fähigkeit, Wachstum, Dividende und Investitionen parallel zu tragen.
Prognose bestätigt: Ziele für 2025/2026 im Blick
Trotz Inflationsdruck, steigenden Kosten und einem insgesamt schwächeren Buchmarkt hält der Vorstand an der Prognose fest:
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Umsatz: 120 bis 125 Mio. Euro
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EBIT: 14,0 bis 16,0 Mio. Euro
Nach neun Monaten hat Bastei Lübbe bereits einen Großteil dieses Weges zurückgelegt. Entscheidend wird nun das Schlussquartal mit weiteren Programmhighlights, der Fortsetzung des Digitalwachstums und einem weiterhin konsequent gesteuerten Kosten- und Marketingmix.














