ams-OSRAM – Was bislang nur als Flüstern am Markt unterwegs war, ist nun offiziell: Die ams-OSRAM AG befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen über den Verkauf einzelner Geschäftsaktivitäten. Anlass für die Mitteilung sind Marktgerüchte, die das Unternehmen nun mit einer Ad-hoc-ähnlichen Klarstellung einordnet.
Klar ist vor allem eines: Die geplanten Verkäufe sind Teil des bereits im April 2025 kommunizierten Entschuldungsplans. ams OSRAM verfolgt das Ziel, durch Desinvestitionen Erlöse von deutlich mehr als 500 Mio. Euro zu erzielen. Welche Geschäftsbereiche genau betroffen sind, wird nicht genannt – doch das Signal an den Kapitalmarkt ist eindeutig: Der Konzern meint es ernst mit dem Schuldenabbau.
Schuldenbremse auf Konzernniveau – wie viel Substanz kommt unter den Hammer?
Die nun bestätigten Gespräche sind ein weiterer Baustein einer Strategie, die klar auf Bilanzsanierung und Finanzierungssicherheit abzielt. Nach starken Investitionen und Übernahmen in den vergangenen Jahren hat sich ams OSRAM eine hohe Verschuldung aufgeladen – in einem Marktumfeld, in dem Zinsen wieder eine Rolle spielen.
Der Plan:
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Nicht-strategische oder peripher gewordene Geschäftsbereiche sollen verkauft werden.
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Die Erlöse sollen direkt in die Entschuldung der Gruppe fließen.
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Damit soll die finanzielle Flexibilität zurückgewonnen und der Druck der Kapitalmärkte reduziert werden.
Dass das Management in der Mitteilung ausdrücklich von Erlösen „weit mehr als 500 Mio. Euro“ spricht, lässt erahnen, dass es sich nicht um kleinere Randaktivitäten, sondern um substanzielle Assets handeln dürfte. Für Anleger stellt sich die Frage: Welche Teile des Portfolios bleiben langfristiger Kern – und welche werden zur Finanzierungsquelle?
Standort Premstätten: Langfristige Sicherung als politisches und strategisches Signal
Ein wichtiger Satz in der Mitteilung dürfte vor allem in Österreich und bei der Belegschaft für Erleichterung sorgen: Die Gespräche finden „unter langfristiger Sicherung des Standorts in Premstätten, Österreich“ statt.
Das bedeutet:
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Der Standort Premstätten soll nicht zur Disposition stehen.
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Auch bei einem Verkauf einzelner Geschäftsbereiche will man die lokale Verankerung sichern – sei es über Kooperationsmodelle, Übergangsverträge oder andere Strukturen.
Damit sendet ams OSRAM ein doppeltes Signal: an die Politik, dass man nicht auf einen schnellen Ausverkauf setzt – und an Investoren, dass die Technologie- und Entwicklungsbasis in Österreich weiterhin eine strategische Rolle spielt.
Viel Bewegung, wenig Konkretes – was Anleger wissen (und was nicht)
So klar die Bestätigung der Gespräche ist, so vorsichtig ist das Unternehmen beim Ausblick:
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Es gebe keine Zusicherung über den Ausgang der Verhandlungen.
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Weitere Details will man „zu gegebener Zeit“ veröffentlichen.
Für Anleger heißt das:
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Es ist Bewegung in der Sache – die Entschuldungsstory ist nicht nur PowerPoint, sondern läuft.
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Konkrete Effekte auf Bilanz, Ergebnis und Struktur lassen sich jedoch erst bewerten, wenn Name, Preis und Umfang der zu verkaufenden Assets auf dem Tisch liegen.
Zwischen den Zeilen wird aber klar: ams OSRAM befindet sich mitten in einem strategischen Umbau, bei dem Schuldenabbau und Portfoliostraffung Hand in Hand gehen sollen. Wer in die Aktie investiert ist oder sie beobachtet, sollte die nächsten Wochen und Monate genau verfolgen – hier könnten aus „fortgeschrittenen Gesprächen“ schnell kursbewegende Fakten werden.













