11,00 € in bar – Klöckner-Deal vor der Zielgeraden? Vorstand empfiehlt Annahme, Großaktionär ist schon drin

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Klöckner & Co SE ist die Richtung klar: Vorstand und Aufsichtsrat haben ihre gemeinsame begründete Stellungnahme veröffentlicht – und empfehlen den Aktionären ausdrücklich, das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot von Worthington Steel anzunehmen und die Aktien anzudienen. In die Bewertung flossen auch Fairness- bzw. Angemessenheitsbeurteilungen der Berater Goldman Sachs Bank Europe SE (Vorstand) und Deutsche Bank (Aufsichtsrat) ein.

Brisant für die Annahmequote: Die Vorstandsmitglieder wollen ihre eigenen Aktien vollständig andienen – und noch wichtiger: Der Großaktionär SWOCTEM GmbH hat laut Mitteilung bereits rund 41,53% eingebracht.

11,00 € je Aktie: So hoch ist die Prämie wirklich

Worthington Steel bietet 11,00 € in bar je Klöckner-Aktie. Das entspricht laut Unternehmensangaben einer Prämie von ca. 81% auf den Schlusskurs vom 5. Dezember 2025 (letzter Tag vor Bekanntwerden der Verhandlungen) sowie ca. 98% auf den unbeeinflussten volumengewichteten 3-Monats-Durchschnittskurs bis zu diesem Datum.

Für Anleger heißt das: Der Markt hat den Deal seit Januar sichtbar „eingepreist“ – die Aktie sprang damals schnell Richtung Angebotspreis.

Klöckner & Co: Annahmefrist läuft bis 12. März 2026 – so funktioniert das Andienen

Die Angebotsunterlage wurde am 5. Februar 2026 veröffentlicht; die Annahmefrist endet voraussichtlich am 12. März 2026 um 24:00 Uhr (Ortszeit Frankfurt am Main). Andienen können Aktionäre über ihre Depotbank.

Die Bieter-Unterlagen sind zudem auf der Angebotswebsite abrufbar.

Mindestschwelle 65% – und danach drohen Delisting/Squeeze-out-Szenarien

Das Angebot steht unter einer Mindestannahmeschwelle von 65% sowie den üblichen regulatorischen Freigaben (inkl. Kartell).

Wichtig für die „Was passiert danach?“-Frage:

  • Unter 90%: Worthington kann einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag anstreben.

  • Ab 90%: Ein Squeeze-out ist möglich (sofern wirtschaftlich/zweckmäßig).

  • Zusätzlich wird geprüft, ob ein Delisting vom regulierten Markt veranlasst werden soll.

Das ist die klassische Deal-Mechanik bei deutschen Übernahmen: Wer nicht andient, kann später in ein Szenario geraten, in dem die Handelbarkeit/Planbarkeit der Aktie sinkt (Delisting-Risiko) oder ein späterer Exit zu anderen Konditionen erfolgt.

Strategischer Kern: Klöckner soll „eigenständig“ bleiben – Standort Düsseldorf gesichert?

Die Zusammenschlussvereinbarung vom 15. Januar 2026 sieht laut Klöckner vor, dass beide Seiten komplementär wachsen wollen – mit Ausbau der Marktpräsenz in Europa und Nordamerika. Worthington strebe ein Integrationskonzept an, Klöckner solle weiter unabhängig geführt werden; der europäische Sitz soll in Düsseldorf bleiben, Schließungen seien nicht vorgesehen, ebenso keine geplanten Entlassungen oder Verschlechterungen bei Arbeitsbedingungen.

Klöckner & Co: Was heißt das für Aktionäre?

  • Arbitrage-Logik: Notiert die Aktie nahe 11,00 €, ist der „Spread“ klein – dann geht’s für viele vor allem um Timing, Risiko (Bedingungen) und Alternativen.

  • Hohe Annahme-Wahrscheinlichkeit: Mit bereits angedienten 41,53% durch SWOCTEM plus Vorstandsaktien wird die 65%-Hürde realistischer.

  • Restanten-Risiko: Wer nicht andient, muss Delisting-/Squeeze-out-Pfade im Blick behalten.

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