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Breaking News

Nachdem gestern vormittags von Steinhoff International Holdings NV (ISIN: NL0011375019)wirklich gute Nachrichten kamen, legte man gegen Abend nochmals nach. Wir haben diese weitere News übersetzt, versucht einzuordnen und geben nun die wesentlichen Punkte wieder:

Steinhofff hat die Zeit genutzt, die das britische Insolvenzrecht bietet. Seit dem 11.Juli 2018 besteht eine Stillhaltevereinbarung (LUA im Wording der Steinhoff) zwischen der Gesellschaft und ihren Gläubigern. Nun hat die Steinhoff eine "Freiwillige Firmenvereinbarung" (Company Voluntary Agreement - Proposal) entworfen und das Oberste Gericht von England und Wales hat diese zur Prüfung an Vertreter von Ernst&Young weitergeleitet. Diese müssen innerhalb von 28 Tagen eine Stellungnahme gegenüber dem Gericht abgeben. Fällt diese positiv aus, wird der Vorschlag den Gläubigern zur Abstimmung vorgelegt. Also auch hier gibt es Bewegung zur Lösung der Schuldenproblematik  des Konzerns.

Der Vorschlag sieht  vor: Neugründung der bestehenden Firmenstruktur unterhalb der Steinhoff durch Einheiten in Luxemburg, Jersey und Großbritannien. Es sollen also unbelastete Gesellschaften anstelle der alten entstehen. Das Geflecht soll beibehalten werden,heißt Beteiligungsstruktur und Funktion innerhalb der Firmengruppe bleibt. Dann sollen alle Assets aus der alten Struktur auf die neue übertragen werden. Im dritten Schritt werden dann die Schulden der Steinhoff durch neue Darlehen respektive Anleihen der neuen Luxemburger Einheit refinanziert beziehungsweise ersetzt (bei Steinhoff durch  "New SEAG Luxco Debt"). Die bisherigen Gläubiger sollen dann an der neuen Luxemburger Gesellschaft teilhaben und so an den Assets und Sicherheiten partizipieren. Gläubiger, die individuelle Absicherungen auf ihre Forderungen halten, sollen diese auch innerhalb der neuen Struktur behalten. Unterstützt und ermöglicht werden soll dieser Umbau durch ein verlängertes Stillhalten der Gläubiger, bis der Umbau abgeschlossen wurde oder das CVA abgelaufen ist.

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Steinhoff nutzt virtuos die Möglichkeiten des britischen Insolvenzrechtes, um wieder handlungsfähig und zukunftsfähig zu werden. Ob Gericht und Gläubiger mitspielen ist zwar noch offen, aber die Alternativen wären wahrscheinlich für die Gläubiger noch unberechenbarer. Die Chancen diese Baustelle zu beenden oder zumindest auf die lange Bank zu schieben sind gegeben.

Lösungs-Ansatz für die Anleihegläubiger

Man plant Gläubigerversammlungen für die 2021, 2022 und 2023 fällig werdenden Unternehmensanleihen einzuberufen. Termine werden noch mitgeteilt. Es heisst: "The Company has today launched Consent Solicitations in respect of the three series of outstanding SFHG issued convertible bonds due 2021, 2022 and 2023. Bondholder meetings for each series of bonds will (...)be convened (...)The date for those meetings has not yet been fixed." Eckpunkte der gewünschten Vereinbarung sind: Gleichbehandlung aller ausstehenden Anleihen unabhängig von der Laufzeit. Zusammenfassung der 2021 und 2022 fälligen Anleihen zu einer mit drei Jahren Laufzeit. Die Eigenschaft der Umtauschbarkeit ("convertible") wird den Anleihen entzogen, sie werden zu normalen Schuldverhältnissen. Auch soll eine Zahlungsmoratoriums- und Stillhaltevereinbarung bis zum Abschluss der Umstrukturierung geschlossen werden. Sicherheiten, die für die jeweiligen Anleihenserien bestanden, bleiben erhalten.

Wichtig ist, dass nur wenn die Anleihen UND die Schulden umstrukturiert werden, mit den jeweils notwendigen Zustimmungsquoten, der gesamte Prozess funktioniert. Hier kommen noch schwierige Verhandlungen auf das Management zu. Alternativlosigkeit für die Gläubiger anzunehmen, ist im Moment zu gewagt, insbesondere da es verschiedenste Schuldverhältnisse mit unterschiedlichen Absicherungsgraden und Bedingungen gibt. Jedenfalls wäre die Gesellschaft bei erfolgreichem Durchlaufen dieses Prozesses wieder frei sich dem Operativen und den drohenden Schadensersatzansprüchen zu widmen. Es bleibt spannend und die nächsten News werden die Entwicklungstendenzen klarer machen.

die Hoffnung wird genährt, aber es ist natürlich noch ein weiter Weg. Aktuell (20.11..2018 / 10:27 Uhr) notieren die Aktien der Steinhoff International Holdings NV im Xetra-Handel mit einem Minus von -0,01 EUR (-5,31 %) bei 0,1210 EUR

 


Chart: Steinhoff International Holding N.V. | Powered by GOYAX.de

Weitere Informationen

  • ISIN: NL0011375019

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