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 Wirecard AG (ISIN: DE0007472060) hat auf die Detektiv-story reagiert und jetzt sollte dieses Thema eigentlich erledigt sein - es gibt Wichtigeres.

Wirecard sah sich gestern wohl gezwungen auf die neuerlichen FT-Vorwürfe zu reagieren. Weil sie zu abstrus waren? Weil sie schon sehr abwegig  erscheinen? Weil sie eigentlich wenig mit der Ursprungsstory "Fintech manipuliert Bilanzen" der FT zu tun haben? Jedenfalls die Stellungnahme im Wortlaut: "Angesichts der erneuten Veröffentlichung der Financial Times (FT) vom 11. Dezember 2019 ist richtigzustellen, dass Wirecard nie Überwachungen beauftragt hat um Individuen zu untersuchen oder beschatten zu lassen. Ein solches Verhalten entspricht nicht unserer Firmenpolitik. Wir stehen auch in keiner Beziehung zu Herrn El Obeidi. Das von der FT publizierte Dokument stammt nicht aus unserem Haus und war uns vorher nicht bekannt. Richtig ist, dass Wirecard im Jahr 2016 eine externe Forensik Beratung beauftragt hat, die Hintergründe der Zatarra-Short-Attacke zu identifizieren. Das Mandat umfasste jedoch keine Beschattung von Personen."

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Und was kann man daraus deuten? ERSTENS: Wirecard wollte seinerzeit wissen, wer und wie die Wirecard-Aktie als Shortobjekt genutzt hat/wurde und wie der/die vorgegangen sind - forensische Untersuchung. Legitim, notwendig und für zukünftige ähnliche Situationen möglicherweise hilfreich. Professionell, nicht kriminell. ZWEITENS: Die Detektivstories und Beschattungsgeschichten werden zurückgewiesen, gut so, aber wäre auch für einen Konzern wie Wirecard dumm etwas derartiges zu beauftragen. Selbst wenn offensichtlich sogar die Schweizer Grossbank Credit Suisse zu solchen Maßnahmen gegriffen hat, ist im Zweifelsfalle hier die Unschuldsvermutung angemessen.

WICHTIGER

ist es beispielsweise, dass die DZ-Bank gestern zwar das Kursziel für Wirecard kräftig reduziert hat, aber NICHT wegen geänderter Erwartungen für die Gewinn- oder Wachstumsraten, nicht wegen Zweifel am Operativen, nicht wegen geänderter Bewertung der Aktie, SONDERN "nur" wegen einer erhöhten Risikoprämie, quasi einem Abschlag für die derzeitige Charttechnik, die nicht-unternehmensseitig begründeten Verkaufswellen und eben das Risiko  der Shortpositionen haltenden Parteien und deren Agieren, um diese Positionen in Gewinnpositionen zu verwandeln.

ODER

Das Wachstum des Mobilepayment-Marktes ein Paradepferd für das Fintech Wirecard: "In 2019, the #mobilepayments market stands to be around $114 billion, and the number is expected to increase by 2021." twittert man bei Wirecard. Die GooglePay, ApplePay, AliPay, SwatchPay und all die anderen Anbieter setzen auf einen riesigen, wachsenden Markt und alle brauchen Abwicklung, technische Lösungen, Schnittstellen zu den Banken, Kreditkarten und zuverlässige Systeme - hier spielt Wirecard in der ersten Reihe mit.

HIER: ANALYSE WIRECARD AKTIE - AKTUELL - garantiert ohne Detektive, Spione und Beschattung, dafür mit Fundamentalen Daten.

Und solange das so bleibt, sind die Gewinnschätzungen der DZ-Bank passend. Und bei den Gewinnschätzungen - beispielsweise der DZ-Bank von 4,55 EUR für 2019 bis auf 7,11 EUR für 2021 - ergeben sich interessante Bewertungsrelationen für die Wirecard-Aktie. Unterstellt der KPMG-Bericht klärt die FT-Vorwürfe abschließend, und da reden wir nicht von den Detektivstories oder den Bilanzanalytischen Klimmzügen, sondern von den entities in singapur, dubai und Irland und die strittigen Kundenbeziehungen wie Binary Bank.

Rückblick auf die Vorgeschichte - unseren Lesern bereits bekannt

Die ursprünglichen FT-Vorwürfe bezüglich Bilanzunregelmäßigkeiten in der Dubai und Irland Einheit, die aufkamen nachdem die ersten Vorwürfe der FT gegen die Singapur Entity mehr oder weniger als Flop entlarvt worden waren, werden im Rahmen einer KPMG-Prüfung gerade untersucht und analysiert, im Q1 nächsten Jahre soll es dazu Ergebnisse geben - gut so. Vorwürfe, einer erhebt sie, der andere bestreitet sie und ein neutraler Dritter klärt es. Dann kam die nächste Vorwurfsrunde: SZ pickte sich einen der bereits genannten "verdächtigen Kunden" der FT heraus und wiederholte die FT-Vorwürfe und lieferte "neue" Erkenntnisse, vorher hatte das Handelsblatt den großen Auftritt ebenfalls wegen der - bereits eigentlich geklärten - Singapureinheit und deren lokale Testatsverweigerung, die aber mit der Konzern-Bilanz der Wirecard nur bedingt zu tun hat.

Alles das reichte wohl noch nicht den Kurs herunterzuprügeln,

also legte die FT nach mit etwas weit hergeholten Bilanzanalysen und Relationsbetrachtungen von Cash Flow und Fremdkapital in Verbindung mit Investitionen und Immateriellen Wirtschaftsgütern, garniert mit dem Vorwurf einer falsch ausgewiesenen Liquidität - alles Bilanz 2017 betreffend, genau die Bilanz die sowieso schon von KPMG geprüft wird. Und die Vorwürfe betreffen eher Bilanztheorie und wissenschaftlcihe Fragestellungen über IFRS-Regeln als wirkliche "skandalöse Manipulationen". Reichte wohl auch noch nicht, jetzt musste man noch mit einer wirklichen SPANNENDEN KRIMIEINLAGE PUNKTEN.

Begleitmusik steigende Leerverkäufe, sich überschlagende Leerverkaufsmeldungen im Bundesanzeiger

und ein wohl fallender Kurs, angeschlagen, aber sich wieder erholend, insbesondere da Analysten sich immer wieder vorwagen und ihre positiven Analysen und Einschätzungen trotz "neuer Vorwürfe" immer wieder bestätigen. Einfacher wäre das Tröten mit der öffentlichen Meinung der Finanzpresse, also eigentlich mutig oder eben überzeugt von der Qualität und Quantität der Operativen Gesellschaft namens Wirecard. GUT UND JETZT WIRD DER KRIMITEIL GESTARTET, da der FT wohl keine Bilanzunregelmässigkeiten mehr einfallen, geht man jetzt in die Vollen.

Ein AKTIONÄR der Wirecard - also Achtung Vorstände einer börsennotierten Gesellschaft: "Ihr seid haftbar und verantwortlich für die Handlungen EURER Aktionäre" - hätte Detekteien beauftragt, um Verbindungen zwischen Shortern der Wirecard-Aktie und Redakteuren der FT zu entlarven. Dieser ehemalige "Lybische Geheimdienstchef..." hätte ... Beobachtungsteams beauftragt... - vielleicht wird ja James Bond alles aufklären im Auftrage ihrer Majestät...

Beweise für irgendeine Verwicklung Wirecards sind Fehlanzeige

Aber darum geht es wohl bei diesem Spiel, anders kann man es eigentlich nicht mehr nennen, zwischen einem Redakteur der FT und Wirecard schon lange nicht mehr. Man könnte jetzt darüber spekulieren, was wäre wenn man Verbindungen zwischen FT und Shorts nachweisen könnte, was könnte ein Dritter gewinnen,wenn er diesen Nachweis führen könnte, ist da wo Rauch gesehen wird auch Feuer? Fühlt sich jemand ertappt und schlägt jetzt wild um sich? Eigentlich mittlerweile egal - das Niveau der Auseinandersezung hat den bereich der Bilanzen, Geschäftsmodelle, operativen Fragestellungen verlassen und findet sich im Boulevard wieder - schwer für die Kleinaktionäre der Wirecard zu ertragen, die sich "nur" um die Geschäftszahlen und Visionen der Wirecard gekümmert haben, die nicht an Shortgeschäfte, verletzte Eitelkeiten, Hedgefonds, Kampagnen oder etwas ähnliches gedacht haben.

Ehrlich gesagt dachten wir, als die BAFin seinerzeit das Leerverkaufsverbot für die Wirecard Aktie veröffentlichte, dass hier ein unsinniger Eingriff in den freien Markt erfolgte, mittlerweile kann man das durchaus auch anders sehen.

Aktuell (13.12.2019 / 08:33 Uhr) notierten die Aktien der Wirecard AG im Frankfurter-Handel im Plus mit +2,73% (+2,90 EUR) bei 109,35 EUR.


Chart: Wirecard AG | Powered by GOYAX.de

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