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Die Nordex SE (ISIN: DE000A0D6554) hat den Abschluss der im Oktober letzten Jahres bekanntgemachten Übernahme des spanischen Windenergieanbieters Corporatión Acciona Windpower S.L. gemeldet.

Der Hamburger Turbinenhersteller hatte im letzten Herbst ein Business Combination Agreement für den Kauf von Acciona Windpower mit deren Muttergesellschaft Acciona S.A. unterzeichnet.

Der Aktie von Nordex brachte das Closing der Transaktion zunächst aber keinen positiven Impuls. Sie notiert derzeit bei 23,08 EUR weiter deutlich unter dem Mehrjahreshoch aus Dezember 2015, welches bei 33,90 EUR liegt. 


Akquisition bringt Nordex neue Perspektiven

Bereits in einer Meldung vom 21. März hatte Nordex mitgeteilt, dass man die kartellrechtliche Freigabe für den Zusammenschluss mit Acciona Windpower seitens der Wettbewerbshüter erhalten hat und dass man Anfang April alles unter Dach und Fach bringen will. Das ist jetzt geschehen.

Seit dem 04. April ist aus dem vornehmlich auf die EMEA-Region fokussierten Hersteller von Turbinen für Windkraftanlagen ein global ausgerichteter Konzern geworden. Mit der Übernahme des Windenergiegeschäfts des spanischen Baukonzerns Acciona S.A. ist Nordex zukünftig auch in Nord- und Südamerika sowie in diversen Schwellenländern aktiv.

Nordex hatte sich in den letzten Jahren mittels Sparkurs sowie der Fokussierung auf besonders effiziente Windanlagen und kleinere Projekte Stück für Stück aus der Krise gearbeitet. In 2015 erzielte man einen Umsatz von 2,43 Mrd. EUR, eine Steigerung von +40% im Vergleich zum Vorjahr. Der Gewinn lag mit 52,3 Mio. EUR ebenfalls starke +34,10% über dem Konzernergebnis aus 2014.

Ein sehr gutes Jahr für das Geschäft von Nordex, doch auf Sicht der kommenden Jahre, so die Einschätzung von CEO Krogsgaard, bietet die zuletzt vorgenommene Konzentration auf kleine Projekte keine sichere Zukunft mehr.

Wegen der Übernahme von Acciona Windpower und der nun folgenden Integration plant man bei Nordex bis 2019 mit Investitionen von weiteren 25 Mio. EUR. Beträchtliche Kosten, denen jedoch ab 2019 auf der anderen Seite Kosteneinsparungen von jährlich rund 95 Mio. EUR gegenüberstehen sollen. Zudem hofft man natürlich auf entsprechende Synergieeffekte, vor allem weil sich das Geschäft von Nordex und Acciona von der regionalen Ausrichtung sehr gut ergänzen.

Unterm Strich sollte sich der Zusammenschluss langfristig positiv auf die Geschäftsentwicklung von Nordex auswirken. In 2016 geht Nordex dabei zunächst vorsichtig von einem Umsatz in Höhe von insgesamt 3,4 Mrd. EUR aus. Genau dieser vorsichtige Ausblick enttäuschte zuletzt Anleger, sodass die Aktie zuletzt stark unter Druck geriet. Bis 2018 will Nordex allerdings einen Umsatz von 4,2 Mrd. EUR bis 4,5 Mrd. EUR erwirtschaften.


Änderungen im Vorstand und in der Aktionärsstruktur

Die Übernahme von Acciona Windpower brachte bei Nordex sowohl personelle Änderungen als auch eine veränderte Aktionärsstruktur mit sich. Der Aufsichtsrat bestellte José Luis Blanco als Chief Operations Officer (COO) und machte ihn zusätzlich zum stellvertretenden Vorsitzenden. Weiterhin wurde Patxi Landa zum Chief Salers Officer (CSO) ernannt. Beide waren zuvor in Führungspositionen bei Acciona Windpower tätig.

Die ehemalige Muttergesellschaft Acciona S.A. erhielt als Kaufpreis neben einer Barzahlung von 366,4 Mio. EUR zudem 16,1 Mio. neue Aktien von Nordex zu einem Stückpreis von 26 EUR. Dies entspricht einem prozentualen Anteil von 16,6% am Aktienkapital von Nordex. Insgesamt zahlt Nordex den Spaniern somit 785 Mio. EUR für den Kauf von Acciona Windpower.

Weiterhin hatte sich der bisherige Hauptaktionär SKion/Momentum, hinter dem sich die Familie Klatten verbirgt, vertraglich verpflichtet, weitere 13,3% der Anteile zu veräußern, so dass Acciona S.A. nunmehr mit 29,9% größter Aktionär ist. Findet nun eine Übernahme statt?!

Vorerst zumindest nicht, denn im Rahmen des Business Combination Agreement wurde vereinbart, dass Acciona S.A. für einen Zeitraum von drei Jahren keine weiteren Stimmrechte an Nordex erwerben darf. Damit können die Spanier in diesem Zeitraum die Schwelle von 30% nicht überschreiten, was ein Pflichtangebot zur Übernahme an die restlichen Aktionäre nach sich ziehen würde.

 


Aktie bietet beim aktuellen Kurs Upside-Potenzial

Wenngleich der Vorstand von Nordex für das laufende Jahr eine vorsichtige Prognose abgegeben hat und lediglich mit einem Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich rechnet, so bietet die Nordex-Aktie bei einem Kurs von 23,08 EUR in jedem Fall ein interessantes Upside-Potenzial.

So stufte die Commerzbank die Aktie nach der abgeschlossenen Transaktion weiterhin mit einer Kaufempfehlung ein und beließ das Kursziel bei 37 EUR. Vom aktuellen Kurs aus gesehen, ergibt sich darauf basierend ein Upside-Potenzial von +60,31%.

Aber selbst die etwas negativere Einschätzung von Independent Research, welche die Aktie nach dem Closing des Deals mit einer Halteempfehlung und einem Kursziel von 27 EUR bewertet hat, ergäbe sich immer noch eine Chance von knapp +17% an Kursgewinn.

Betrachtet man den bisherigen Kursverlauf in 2016, so sieht man, dass die Aktie bereits Kursverluste von -29,53% hinnehmen musste, d.h. fast ein Drittel ihres Werts in drei Monaten eingebüßt hat.

Eine technische Gegenbewegung ist allein deswegen schon zu erwarten. Positiv unterstützt wird diese Erwartung aus unserer Sicht durch den vollzogenen Zusammenschluss mit Acciona Windpower und den daraus resultierenden Perspektiven für die Zukunft.

 

 

Nordex SE
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