Smartbroker Steyr Auto1 – heute drei News, drei Signale. Bedeutung? Handlungsbedarf? In Ruhe betrachtet…

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Smartbroker Steyr Auto1 - tagesaktuelle News

Smartbroker Steyr Auto1 – drei Aktien, die heute deutlich auf aktuelle News reagierten. So gab es einen Smartbroker mit verhaltener Prognose, AUTO1 unter Druck, Steyr Motors auf Einkaufstour. Zeit am Abend mal „drübernachzudenken“. Zu schauen, was die Meldungen in einem grösseren Kontext bedeuten. Ob aktionäre Handlungsbedarf haben.

Die Berliner Smartbroker Holding AG hat am Mittwoch ihre vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt und blickt mit einer verhaltenen Prognose auf das laufende Jahr. Zwar konnte der aufstrebende Broker den Umsatz von 52 auf etwa 69 Mio EUR steigern und traf damit die eigene Prognose, das operative EBITDA lag jedoch mit rund null Euro nur im unteren Bereich der Erwartungen. Parallel dazu sorgte der Online-Gebrauchtwagenhändler AUTO1 Group trotz Rekordzahlen für einen Kurseinbruch von aktuell über 17 %, da der Ausblick für 2026 die ambitionierten Erwartungen der Analysten nicht erfüllen konnte. Während der Handel bei AUTO1 somit von Gewinnmitnahmen und verhaltener Zukunftssicht geprägt war, präsentierte sich der Spezialmotorenbauer Steyr Motors als Käufer: Das Unternehmen übernimmt den dänischen Marinemotorenspezialisten BUKH A/S und vollzieht damit einen „passenden“ strategischen Schrittt im Defense- und Marinegeschäft.

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Smartbroker Holding: Wachstum mit angezogener Handbremse. Geht nicht mehr?

Die Smartbroker Holding befindet sich weiterhin in der Transformationsphase. Zwar stieg der Umsatz im abgelaufenen Jahr deutlich um mehr als 32 % auf 69,0 Mio EUR, was vor allem auf das Wachstum der Kernmarke Smartbroker+ zurückzuführen ist. Allerdings gelang es dem Unternehmen NOCH nicht, dieses Wachstum in die Gewinnzone zu übersetzen. Somit lag das operative EBITDA bei null Euro, nach 1,4 Mio EUR im Vorjahr, Neukundenakquisition kostet erwartungs- und plangemäss erstmal Geld. Aber Vorstandschef André Kolbinger zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Erreichten: „Wir haben unsere Ziele erreicht und trotz eines herausfordernden Marktumfelds investitionsbedingt die operative Gewinnschwelle gehalten. Mit rund 77.000 Neukunden für Smartbroker+ liegen wir nur knapp unter unserer Zielmarke und bauen unsere Marktposition kontinuierlich aus.“

Der Blick in die Zukunft verrät, dass der Vorstand für 2026 weiter auf Sicht fährt – nicht überzogen, nicht „spinnert“, sondern bodenständig durchaus mit Luft nach oben. Die Umsatzprognose von 67 bis 72 Mio EUR liegt leicht unter den Analystenerwartungen von 73 Mio EUR. Auch beim operativen EBITDA rechnet das Management weiterhin mit einer Spanne von minus 1,5 bis plus 1,5 Mio EUR, während der Markt hier bereits mit 4 Mio EUR kalkuliert hatte. Und Kolbinger ergänzte: „Unser Fokus liegt weiterhin auf nachhaltigem Wachstum und der technologischen Weiterentwicklung unserer Plattform. Die geplanten 100.000 Neukunden für 2026 unterstreichen unseren Anspruch, einer der führenden Broker in Deutschland zu bleiben.“

Für Anleger bleibt die Aktie damit ein spekulativer Wert, der zwar die Trendwende hin zu schwarzen Zahlen erst noch schaffen muss. Aber das ist unserer Meinung nach „normal“ für einen auf Wachstum programmierten Onlinebroker, der erstmal die kritische Grösse erreichen muss, damit die Skalenvorteile sich in einer starken Marge niederschlagen können. 

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So schneidet Smartbroker+ im aktuellen Brokervergleich ab.

Um die Position und die Perpsektiven von Smartbroker+ zu verstehen, lohnt ein Blick in die aktuellen Brokervergleiche. In Tests wie dem Depotvergleich von biallo landet Smartbroker+ gemeinsam mit Traders Place auf dem Spitzenplatz mit der Note 1,4. Besonders hervorgehoben wird das klare und faire Preismodell . Das Handelsblatt bescheinigt Smartbroker+ eine solide Auswahl an Wertpapieren und eine attraktive Flat Fee: Für Orders an den meisten deutschen Handelsplätzen fallen lediglich pauschal 4,00 EUR an. Ein besonderer Trumpf ist das Angebot des Handelsplatzes Gettex, über den Orders ab 500 Euro sogar komplett gebührenfrei ausgeführt werden können. Dieses Modell sei im Marktvergleich konkurrenzlos günstig und mache den Broker besonders für Anleger mit höheren Ordervolumina attraktiv .

Allerdings zeigt der Vergleich auch, dass der Wettbewerb nicht schläft. Anbieter wie Trade Republic punkten mit einer noch einfacheren Struktur und einer Order-Flatrate inklusive aller Kosten von 1,00 EUR, während Justtrade sogar komplett kostenlose Orders ermöglicht . Zudem ist der Druck von traditionellen Playern wie der DKB spürbar, die mit einer neuen Technologieplattform von Upvest ihre Ordergebühren drastisch senken und die Zahl ihrer Depots verdoppeln will, um im harten Konkurrenzkampf mit den Neobrokern mitzuhalten. Smartbroker+ steht also vor der Herausforderung, sein kundenfreundliches Preismodell gegen eine immer aggressivere Konkurrenz zu verteidigen.

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AUTO1 Group: Rekordzahlen reichen der Börse nicht.

Es waren eigentlich beeindruckende Zahlen, die die AUTO1 Group am Morgen vorlegte. Der Absatz stieg 2025 um 22,1 % auf 842.271 Fahrzeuge, der Bruttogewinn legte um 36,7 Prozent auf 990,6 Mio EUR zu, und das bereinigte EBITDA schnellte um 80,8 % auf 197,5 Mio EUR nach oben. Und CEO Christian Bertermann zeigte sich entsprechend zufrieden: „2025 war ein ausgezeichnetes Jahr für uns. Wir haben die höchste EBITDA-Marge in unserer 14-jährigen Firmengeschichte erzielt. Mit einem Marktanteil von 3,1 Prozent haben wir einen bedeutenden Schritt in Richtung unseres langfristigen Ziels von 10 Prozent gemacht.“

Doch der Aktienmarkt reagierte mit einem heftigen Kursrutsch von zeitweise über 17 %. Und Auslöser war der Ausblick für 2026. Zwar erwartet AUTO1 ein weiteres Wachstum auf 940.000 bis 1.000.000 Fahrzeuge und ein bereinigtes EBITDA von 250 bis 275 Mio EUR – doch genau hier lag das Problem. Denn Analysten hatten im Schnitt mit einem Wert am oberen Ende dieser Spanne gerechnet. Und die Botschaft des Managements, weiterhin Wachstum vor Profitabilität zu priorisieren, stieß auf wenig Gegenliebe bei Anlegern, die angesichts der starken Vorjahresentwicklung bereits höhere Gewinne eingepreist hatten.

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Shelly Group expandiert und hat auch für 2026 hohe Wachstumsraten vor Augen. Aber der Gewinn in 2025 bleib hinter Umsatzwachstum zurück. 

Trotz der enttäuschten Anleger bleiben die Analysten mehrheitlich optimistisch. So bestätigte die US-Bank JPMorgan ihr „Overweight“-Rating mit einem  Kursziel von 50,00 EUR und zeigte sich von den Q4-Zahlen positiv überrascht . Auch RBC Capital bleibt mit „Outperform“ und einem Kursziel von 30 EUR positiv gestimmt. Jefferies-Experte Giles Thorne wies darauf hin, dass die Priorisierung von Wachstum vom Management bereits angekündigt war. Und für Anleger stellt sich nun die Frage, ob der Kursrutsch eine übertriebene Reaktion oder der Beginn einer Konsolidierungsphase ist.

Steyr Motors: Strategischer Sprung?

Während AUTO1 und Smartbroker im Rampenlicht der Zahlen standen, vollzog der österreichische Spezialmotorenhersteller Steyr Motors einen wichtigen strategischen Schritt. Das Unternehmen übernimmt vollständig den dänischen Marinemotorenhersteller BUKH A/S, einen international führenden Spezialisten für SOLAS-zertifizierte Motoren, die in Rettungsbooten und militärischen Einsatzbooten zum Einsatz kommen.

Die Akquisition scheint ein logischer Schritt in der Expansionsstrategie von Steyr Motors. Dazu erklärte CEO Julian Cassutti die Beweggründe: „Mit BUKH gewinnen wir einen international anerkannten SOLAS-Spezialisten für Mission-Critical-Anwendungen. Durch die Integration erweitern wir unsere Leistungsbandbreite von bisher 120 bis 300 PS auf künftig 24 bis 700 PS. Damit können wir zusätzliche Marktchancen sofort adressieren, insbesondere im stark wachsenden Segment unbemannter Systeme (USV), in dem wir bereits heute eine sehr hohe Nachfrage sehen.“

Die Synergien sollen beachtlich sein: Das jährliche Absatzvolumen von BUKH liege für SOLAS-Motoren bei rund dem Vierfachen des bisherigen Volumens von Steyr Motors. Zudem bringe BUKH ein starkes globales Distributorennetzwerk mit, das den Marktzugang in Asien und Südamerika deutlich verbessern soll. Und die Finanzierung erfolgt durch eine Kombination aus liquiden Mitteln und einer Sachkapitalerhöhung, wobei der Verkäufer einer Lock-up-Verpflichtung unterliegt und ein Earn-out-Modell für Interessengleichheit sorgt. Bereits im ersten vollen Konsolidierungsjahr soll die Akquisition das EBIT steigern . Für Aktionäre von Steyr Motors sollte dies ein klar positives Signal sein – natürlich  mit den bekannten Risiken, die mit einer Übernahme und dem anschliessenden Integrationsprozess verbunden sind.

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