SFC Energy sendet zum Jahresende ein klares Signal an den Markt: Das vierte Quartal 2025 war mit 40,6 Mio. Euro das umsatzstärkste Quartal des Jahres – und laut Management zugleich „von hoher Profitabilität geprägt“. Damit dreht der Wasserstoff- und Energieversorgungsspezialist nach einem insgesamt zähen Jahr operativ wieder spürbar nach oben.
CEO Peter Podesser spricht von einem Jahr der Konsolidierung – aber auch der Vorbereitung auf die nächste Wachstumsphase. Genau das dürfte Anleger interessieren: 2025 war Übergang, 2026 soll wieder Expansion liefern.
SFC Energy 2025: Umsatz leicht unter Prognose – Ergebnismargen unter Druck
Die vorläufigen, noch nicht testierten Zahlen für 2025 zeigen ein gemischtes Bild:
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Umsatz: 143,3 Mio. Euro (2024: 144,8 Mio. Euro)
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damit leicht unter dem zuletzt präzisierten Prognosekorridor (146,5 bis 161,0 Mio. Euro)
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Bereinigtes EBITDA: 16,7 Mio. Euro (2024: 22,0 Mio. Euro)
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Bereinigte EBITDA-Marge: 11,6 % (2024: 15,2 %)
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Bereinigtes EBIT: 8,9 Mio. Euro (2024: 15,6 Mio. Euro)
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Bereinigte EBIT-Marge: 6,2 % (2024: 10,7 %)
Belastend wirkten laut Unternehmen vor allem:
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makroökonomische Unsicherheit
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Wechselkursvolatilität
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US-Zollthemen / protektionistische Tendenzen
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Auftragsverschiebungen in Indien (insb. Defense)
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höhere Verwaltungs- und IT-/Cybersicherheitskosten (u. a. neues ERP)
Wichtig: Trotz der schwächeren Jahreswerte hebt SFC hervor, dass bereinigtes EBITDA und EBIT über dem oberen Ende des im November präzisierten Zielkorridors lagen. Das spricht dafür, dass die operative Qualität besser war als der Umsatz allein vermuten lässt.
Defense und Sicherheit werden zur neuen Wachstumssäule
Der spannendste Punkt für Investoren ist die strategische Neugewichtung: SFC verschiebt den Fokus konsequent in Richtung Verteidigung sowie öffentliche und zivile Sicherheitsanwendungen.
Laut Management soll der Anteil des Verteidigungsgeschäfts 2026 auf 15–20 % steigen. Rechnet man zivile Sicherheitsanwendungen hinzu, kommt dieser Bereich bereits auf rund 60 % des Konzernumsatzes – und laut SFC mit margenstarken Produkten.
Das ist mehr als nur Storytelling. SFC nennt bereits konkrete Anwendungen:
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Power-Management-Plattform für tragbare/stationäre Lasersysteme (u. a. Drohnenabwehr)
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„arktische“ Energieversorgungslösung (EFOY Pro Shelter) für extreme Klimabedingungen
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Einsatzfelder in Kanada für militärische und zivile Anwendungen
Beide Produkte tragen bislang nur im unteren einstelligen Millionenbereich zum Umsatz bei – genau darin steckt aber die Fantasie: Skalierung über OEM-Programme und zusätzliche Regionen.
Segmente 2025: Stabilisierung statt Einbruch
Trotz schwachem Auftragseingang 2025 blieb das operative Geschäft in den Segmenten vergleichsweise stabil.
Clean Energy: nahezu stabil – Indien bremst, Industriegeschäft stützt
Das Segment Clean Energy erzielte 99,8 Mio. Euro Umsatz (2024: 100,6 Mio. Euro). Die leichte Veränderung ist vor allem auf Währungseffekte und verschobene Indien-Aufträge zurückzuführen.
Positiv: Das Geschäft mit Brennstoffzellenlösungen für industrielle Anwendungen (u. a. Sicherheitstechnik/Videoüberwachung, Datenübertragung/Digitalisierung) entwickelte sich spürbar positiv und stabilisierte das Segment.
Clean Power Management: Produktstrategie wirkt, Öl & Gas schwächelt
Im Segment Clean Power Management lagen die Umsätze bei 43,4 Mio. Euro (2024: 44,1 Mio. Euro) – ebenfalls fast auf Vorjahresniveau.
Das Power-Management-Geschäft wuchs deutlich, gebremst wurde die Entwicklung jedoch von schwächeren Umsätzen mit Frequenzwandlern für die Upstream-Öl- und Gasindustrie sowie negativen Währungseffekten in Kanada.
Auftragseingang 2025 schwach – aber Q4 und 2026-Start machen Hoffnung
Der Auftragseingang lag 2025 mit 118,5 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahr (167,8 Mio. Euro), der Auftragsbestand sank auf 78,6 Mio. Euro (Vorjahr: 104,6 Mio. Euro).
Das klingt zunächst unattraktiv – aber hier setzt die SFC-Story für 2026 an:
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Q4 2025 brachte mit rund 40 Mio. Euro den höchsten Auftragseingang des Jahres
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Seit Jahresbeginn 2026 sieht das Management eine „sehr dynamische Entwicklung“
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Mehrere Großprojekte stehen laut Vorstand zur Entscheidung an
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Für das erste Halbjahr 2026 erwartet SFC eine starke Entwicklung bei Auftragseingang, Umsatz und Profitabilität
Für Anleger ist das der entscheidende Trigger: Der Markt wird nun prüfen, ob diese Dynamik tatsächlich in harte Orders und Umsätze umschlägt.
Prognose 2026: Umsatzwachstum und Margenverbesserung geplant
Für 2026 gibt SFC einen klar positiven Ausblick:
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Umsatz: 150 bis 160 Mio. Euro (ca. +5 % bis +12 % ggü. 2025)
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Bereinigtes EBITDA: 20 bis 24 Mio. Euro
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Bereinigtes EBIT: 11 bis 15 Mio. Euro
Damit stellt SFC nicht nur Wachstum, sondern auch eine leichte bis merkliche Margenausweitung in Aussicht. Treiber sollen sein:
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höherpreisige Märkte (Defense/Sicherheit)
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Effizienzsteigerungen
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Wachstum in Europa und Asien
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strukturelle Trends wie Resilienz, Dezentralisierung, Digitalisierung und Dekarbonisierung
Risiken bleiben aber auf dem Tisch:
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ERP-Rollout-Timing
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Wechselkurse
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Zoll-/Handelspolitik
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geopolitische Konflikte und Lieferkettenrisiken
SFC Energy: Einordnung für Anleger: 2025 war das Übergangsjahr – 2026 muss jetzt liefern
SFC Energy liefert eine typische Transformations- und Repositionierungsstory:
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2025 operativ schwierig, aber mit starkem Jahresendspurt
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strategische Verschiebung in margenstärkere Sicherheits-/Defense-Anwendungen
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2026 mit klarer Wachstums- und Margenprognose
Die Aktie dürfte damit vor allem an zwei Punkten hängen:
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Kommen die angekündigten Großprojekte wirklich rein?
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Wird der Defense-/Security-Anteil schnell genug skaliert, um Umsatz und Marge sichtbar zu treiben?
Wenn ja, könnte 2026 für SFC deutlich stärker werden als das durchwachsene Gesamtbild von 2025 vermuten lässt.













