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Der Industriedienstleister Bilfinger (ISIN: DE0005909006) verbessert weiter seine Profitabilität und Cash-Generierung. Dazu tragen auch die Offshoreaktivitäten der Töchter bei. Hier gab es einen neuen Auftrag.

Das Produktionsvolumen vieler Öl- und Gasfelder in der Nordsee geht immer mehr zurück. Bilfinger unterstützt die Betreiber dabei, die Kosten zu senken und die Effizienz der Offshore-Anlagen zu steigern. Derzeit modifiziert ONEgas,eine eine Geschäftseinheit der Nederlandse Aardolie Maatschappij B.V. (NAM) und der Shell UK Exploration & Production, Anlagen in einem Gasfeld im niederländischen Festlandsockel.

ONEgas hat Bilfinger Tebodin mit dem Basic- und Detail-Engineering der sogenannten Phase 2B der Modifizierung der Plattform K15-FA beauftragt. Am Ende dieser Phase 2B wird die Plattform im Sommer 2020 auf den unbemannten Betrieb umgestellt. Dazu gehören die Implementierung einer Fernsteuerung, die Überarbeitung des Notfall-Dekompressionssystems sowie Änderungen am automatischen Feuerlöschkonzept. Der Auftragsumfang für Bilfinger umfasst auch Services für die Vorbereitung der Bestellung der Hard- und Software für die Modifikationen durch ONEgas.

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"Bilfinger verfügt über eine langjährige und gute Erfolgsbilanz beim Design und der Umsetzung von Engineering-Projekten in der Öl- und Gas-Industrie in der Nordsee und im Nahen Osten", sagt Tom Blades, CEO von Bilfinger. "Wir sind stolz darauf, dass ONEgas bei seinem Programm zur Verlängerung der Anlagenlaufzeit durch Umstellung der Plattform K15-FA auf einen sicheren und effizienten unbemannten Betrieb auf uns vertraut."

Bilfinger Tebodin arbeitet seit mehr als 30 Jahren mit NAM bei Projekten in den Niederlanden zusammen und hat ONEgas bereits bei der Modifizierung des Kompressionssystems in der Onshore-Gasaufbereitungsanlage Den Helder unterstützt. "Wir sind stolz darauf, dass unsere qualitäts- und fristgerechte Erbringung der Dienstleistungen ONEgas überzeugt hat, einen weiteren Vertrag mit Bilfinger zu schließen, und freuen uns auf den Ausbau unserer Geschäftsbeziehungen", sagt Blades weiter.

Starkes Segment

Neben dem niederländischen Tochterunternehmen Bilfinger Tebodin erbringen auch die Unternehmen Bilfinger Salamis UK und Bilfinger Industrier Norge seit Jahrzehnten Leistungen für Kunden in der Offshore-Industrie der Nordsee. Insgesamt beschäftigt Bilfinger mehr als 3.000 qualifizierte Offshore-Mitarbeiter und ist einer der größten Arbeitgeber für Höhenarbeiter mit Seilzugang auf den Schelfen der Nordsee.

DIE BILFINGER ANALYSE - KLAPPT DER UMBAU?

Umbau in vollem Gange

Das Unternehmen kündigte an, nun die Rolle seiner Zentrale vom "Strategic Operator" zum "Strategic Architect" zu entwickeln. Dies wird die operativen Einheiten zunehmend stärken, sie werden mehr unternehmerische Freiheiten erhalten. Bilfinger wird in diesem Zusammenhang die Zahl der Mitarbeiter in der Zentrale reduzieren. Die E&M-Divisionsstruktur in Europa wird vereinfacht und bestimmte Supportfunktionen werden neu zugeordnet. Dabei geht Bilfinger davon aus, dass die Mitarbeiterzahl bei den Verwaltungs- und IT-Funktionen in Deutschland um rund 200 reduziert wird.

CEO Tom Blades: „In den vergangenen drei Jahren mussten wir aus verschiedenen Gründen einen sehr zentralistischen Management-Ansatz verfolgen. Heute, mit der zunehmenden Reife des Unternehmens, und nachdem HSE-, Compliance- und Risikomanagementprozesse in unserer Kultur verankert sind, ist es an der Zeit, dass die operativen, kundennahen Einheiten das Geschäft vorantreiben."

Bilfinger erwartet, dass all dies die Vertriebs- und Verwaltungskosten bereits im kommenden Jahr um mehr als 30 Mio. € senken wird.

Zusammenfassend beinhalten diese Maßnahmen:

  • Verkleinerung des Vorstands von 4 auf 3 Mitglieder
  • Reduzierung der Stellen in der Konzernzentrale um 40%
  • Wegfall einer Führungsebene in E&M Europe
  • Kürzere Entscheidungswege
  • Transfer von Verantwortlichkeiten von der Zentrale auf die operativen Einheiten
  • Weitergehende Entscheidungsbefugnisse bei den operativen Einheiten
  • Schlankere Berichterstattung der operativen Einheiten an die Zentrale

Tom Blades fügte hinzu: „Unser drittes Quartal belegt, dass wir bei der Umsetzung unserer Strategie kontinuierlich vorankommen. Umso mehr gilt unser ganzes Engagement dem vollständigen Erreichen unserer strategischen Ziele durch eine Kombination aus SG&A-Effizienz und einer verbesserten Umsatzperformance. Damit halten wir an unserer guten Governance fest und befähigen gleichzeitig die operativen Einheiten, weiterhin Umsatz- und Margenwachstum zu erreichen. Bilfinger kehrt somit zurück zu einer leistungs- und ertragsorientierten Kultur."

Der Umsatz stieg im dritten Quartal 2019 weiter um 5% auf 1.101 Mio. € (Vorjahr: 1.052 Mio. €). Das organische Umsatzwachstum betrug 7%. Die Bruttomarge erhöhte sich von 9,5% auf 10,2% und die bereinigte Quote der Vertriebs- und Verwaltungskosten verbesserte sich weiter auf 7,6% (Vorjahr: 8,6%), womit sie unter der aktuellen Run-rate von 8,2% liegt. Das bereinigte EBITA verbesserte sich dadurch deutlich und erreichte 34 Mio. € (Vorjahr: 22 Mio. €). Dies entspricht einer Marge von 3,1% gegenüber 2,1% im Vorjahreszeitraum.

Der Auftragseingang lag mit 997 Mio. € (Vorjahr: 1.105 Mio. €) unter dem Vorjahresniveau. Gründe sind Timing Aspekte bei der Projektvergabe in den USA und Großbritannien (Hinkley Point) sowie eine derzeitige Priorisierung der Projektausführung gegenüber der Neuakquise in Einheiten mit einer Entwicklung unterhalb der Erwartungen. Dementsprechend lag das Book-to-Bill-Verhältnis im dritten Quartal bei 0,9.

Konzernergebnis und Free Cashflow im dritten Quartal positiv

Das Konzernergebnis stieg auf 6 Mio. € (Vorjahr: -1 Mio. €), trotz eines geringeren Finanzergebnisses. Der berichtete Free Cashflow verbesserte sich auf 5 Mio. € (Vorjahr: -15 Mio. €). Für das vierte Quartal 2019 wird ein weiterer signifikanter Mittelzufluss erwartet, der sowohl saisonal als auch durch laufende Initiativen zur Verbesserung des Working Capitals bedingt ist.

Ausblick 2019 und erste Indikationen für 2020

Bilfinger bestätigt seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2019. Der Konzern erwartet ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich (2018: 4.153 Mio. €). Für das bereinigte EBITA (2018: 65 Mio. €) prognostiziert der Konzern einen deutlichen Anstieg auf mehr als 100 Mio. €. Beim berichteten Free Cashflow rechnet Bilfinger mit einem positiven Wert (2018: -4 Mio. €). Erste Indikationen für 2020 lassen ein organisch stabiles Umsatzniveau erwarten. Hier wirken sich sowohl die verstärkte Fokussierung auf margenstärkeres Geschäft als auch Verzögerungen bei Großaufträgen aus.

Ein strafferes Betriebsmodell und der geplante Personalabbau werden den jährlichen Vertriebs- und Verwaltungsaufwand bis 2021 auf unter 300 Mio. € senken. Hierfür rechnet das Unternehmen mit Rückstellungen in Höhe von rund 40 Mio. € in 2019 und 2020. Insgesamt werden im nächsten Jahr die SG&A-Einsparungen 30 Mio. € übersteigen und dadurch zur Erreichung der für 2020 geplanten bereinigten EBITA-Marge von rund 4% beitragen, die den Erwartungen der Kapitalmärkte entspricht. Bilfinger wird sich weiterhin von Nicht-Kerngeschäften und margenschwachen Aktivitäten trennen und nach Akquisitionsmöglichkeiten suchen, die das Erreichen des generell bestätigten Ziels einer bereinigten EBITA-Marge von 5% unterstützen. Es wird erwartet, dass dies jedoch erst gegen Ende 2020 auf fortlaufender Basis erreicht wird.Einen positiven Free Cashflow sicherzustellen, wird auch im Jahr 2020 Priorität haben.

Aktuell (17.12.2019 / 12:10 Uhr) notieren die Aktien der Bilfinger SE im Xetra-Handel mit einem Minus von -0,28 EUR (-0,85 %) bei 32,62 EUR.


Chart: Bilfinger SE | Powered by GOYAX.de

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  • ISIN: DE0005909006

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