Rheinmetall: Challenger 3 feuert scharf – Panzerprojekt zündet die nächste Stufe

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Rheinmetall hat einen markanten Meilenstein im britischen Rüstungsprogramm erreicht: Die ersten Scharfschuss-Erprobungen des Kampfpanzers Challenger 3 mit Besatzung wurden erfolgreich abgeschlossen. Die Tests fanden auf einem britischen Truppenübungsplatz statt – und sind die ersten Schussversuche mit einem neu entwickelten Kampfpanzer seit mehr als 30 Jahren in Großbritannien.

Der Weg dorthin war bewusst vorsichtig abgestuft: Zunächst wurden Schüsse fernbedient abgegeben, erst danach folgten Versuche mit einer Besatzung im Turm, gestellt von RBSL-Mitarbeitern. Damit demonstriert das Programm nicht nur technischen Fortschritt, sondern auch den hohen Stellenwert von Sicherheits- und Belastungstests im Live-Betrieb.

RBSL-Geschäftsführerin Rebecca Richards spricht von einem „äußerst bedeutenden Erfolg“ und einem Beweis für Können und Engagement der Teams. Der Übergang vom ferngesteuerten System zum Schießen mit Besatzung zeige, wie robust und einsatzbereit das Design inzwischen sei – und wie weit das Programm bereits fortgeschritten ist.

Mehr Feuerkraft, höhere Überlebensfähigkeit: Challenger 3 als Rückgrat der britischen Landstreitkräfte

Der Challenger 3 wird zum Kernstück des Modernisierungsprogramms der British Army im Kampfpanzer-Segment. Herz des Systems ist die 120-mm-Glattrohrkanone L55A1 von Rheinmetall, die sowohl neueste kinetische Wuchtgeschosse als auch programmierbare Mehrzweckmunition verschießen kann. Damit gewinnt die britische Armee deutlich an Flexibilität: vom klassischen Panzerduell bis zur Bekämpfung unterschiedlicher Ziele im urbanen Raum.

RBSL und das britische Verteidigungsministerium betonen, dass Challenger 3 in drei zentralen Kategorien zulegen soll:

  • Durchschlagskraft,

  • Überlebensfähigkeit,

  • digitale Integration in vernetzte Gefechtsfelder.

Insgesamt werden 148 modernisierte Panzer an die British Army ausgeliefert. Sie sollen die vorhandenen Challenger-2-Flotten ablösen bzw. tiefgreifend modernisieren und Großbritannien im Verbund mit den NATO-Partnern auf den neuesten Stand der Panzertechnologie bringen.

Mark Colley, Senior Responsible Owner der British Army, sieht im erfolgreichen Schuss mit Besatzung einen greifbaren Fortschritt in der Lieferung genau des modernisierten Kampfpanzers, den die Truppe braucht. Dass Programm und Industrie hier eng verzahnt arbeiten, gilt als entscheidender Erfolgsfaktor.

800-Millionen-Pfund-Vertrag, neue Jobs, starke Lieferkette: Rüstungsprogramm mit Industrieeffekt

Hinter dem Technologiethema steht ein beachtliches industriepolitisches Paket: Der Challenger 3 wird von RBSL im Rahmen eines Auftrags im Wert von über 800 Mio. Pfund gefertigt.

Das Projekt:

  • schafft rund 300 hochqualifizierte Arbeitsplätze direkt bei RBSL,

  • sichert zusätzlich etwa 450 Stellen in der britischen Zulieferkette,

  • und zieht Investitionen von 40 Mio. Pfund in das Werk Telford nach sich.

Besonders politisch gewollt: Die Lieferkette ist überwiegend britisch geprägt, eingebettet in eine europäische Struktur. Viele mittelständische Unternehmen – von den West Midlands über Glasgow und Newcastle bis zur Isle of Wight – profitieren als System- und Komponentenlieferanten.

Der Challenger 3 ist damit nicht nur militärisch, sondern auch industriepolitisch ein Leuchtturmprojekt, das zeigt, wie Großbritannien seine verteidigungsindustrielle Basis stärken und gleichzeitig eng mit europäischen Partnern kooperieren will.

Einordnung für Anleger: Rückenwind für Rheinmetall im anhaltenden Verteidigungsboom

Für Anleger mit Blick auf die Rheinmetall-Aktie ist der erfolgreiche Test des Challenger 3 ein weiterer Baustein in einer klaren Entwicklung: Die Nachfrage nach moderner Landkriegstechnik bleibt vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen Lage hoch, und Rheinmetall ist in vielen Schlüsselprogrammen Europas prominent vertreten.

Das Challenger-3-Programm unterstreicht drei Punkte, die für Investoren relevant sind:

  1. Technologie- und Systemführerschaft: Rheinmetall liefert mit der 120-mm-Glattrohrkanone L55A1 den zentralen Effektor des Systems – ein Element, das auch in anderen Plattformen Verwendung findet und damit Skaleneffekte ermöglicht.

  2. Langfristige Visibilität: Mit 148 Panzern, umfangreichen Tests, Anpassungen und späterem Instandhaltungsbedarf bietet das Programm über Jahre hinweg planbare Umsätze im Bereich Land Systems und Munition.

  3. Politischer Rückenwind: Challenger 3 ist Teil der breiteren Modernisierung der British Army und eingebettet in steigende Verteidigungsbudgets und NATO-Fähigkeitsziele – ein Umfeld, in dem Rheinmetall strukturell zu den Gewinnern zählt.

Noch steht der Panzer am Anfang seines Test- und Einführungszyklus, weitere Erprobungen werden folgen. Doch mit den ersten erfolgreichen Schüssen mit Besatzung ist klar: Der Challenger 3 ist nicht mehr Vision, sondern konkret auf dem Weg in die Truppe – und für Rheinmetall bleibt das Programm ein starkes Argument, warum der Verteidigungsboom an den Börsen noch nicht zu Ende erzählt ist.

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