Mensch und Maschine Software – Der CAD/CAM/BIM-Spezialist Mensch und Maschine Software SE liefert mit seinen vorläufigen Geschäftszahlen für 2025 ein kräftiges Comeback ab: Nach der temporären Delle im Vorjahr meldet das Unternehmen ein EBIT-Plus von satten 42 % im vierten Quartal – und knüpft damit nahtlos an seinen langjährigen Wachstumspfad an.
Der Konzernumsatz lag 2025 bei 238,5 Mio. Euro (–27 %). Der Rückgang war allerdings technischer Natur: Im Zuge der Umstellung des „Digitalisierung“-Segments auf ein provisionsbasiertes Modell verschwanden große, margenschwache Umsätze aus dem Wiederverkauf von Autodesk-Produkten aus den Büchern.
Das tatsächlich adressierte Marktvolumen – also inklusive aller direkten Autodesk-Fakturierungen – stieg dagegen um rund 6 % auf über 373 Mio. Euro.
Kurz gesagt: weniger Umsatz auf dem Papier, mehr Wertschöpfung in der Bilanz.
Rekordmargen dank Umstellung: Rohmarge springt auf 76 Prozent
Besonders stark liest sich die Margenentwicklung. Der Rohertrag stieg auf 181,8 Mio. Euro (+4,2 %), während die Rohmarge von 53,6 % auf 76 % emporschnellte – ein Quantensprung, der das eigentliche operative Leistungsvermögen von MuM verdeutlicht.
- Software-Segment: 114,4 Mio. Euro Umsatz (+4,7 %), 102,7 Mio. Euro Rohertrag (+3,7 %)
- Digitalisierung: 124,1 Mio. Euro Umsatz (–43 %), 79,1 Mio. Euro Rohertrag (+4,7 %)
Die Segmentaufspaltung zeigt klar: Während die Umstellung „Digitalisierung“ buchhalterisch bremst, wächst der operative Cash-Generator MuM-Software stabil und profitabel.
EBIT 2025 auf Rekordniveau – Rendite über 20 Prozent!
Das operative Herzstück überzeugt: Das EBIT steigerte sich insgesamt um 5,7 % auf 49,1 Mio. Euro, die EBIT-Marge sprang auf herausragende 20,6 % (Vorjahr: 14,3 %).
Damit erreicht MuM eine operative Profitabilität, die im gesamten deutschen Softwaremittelstand seinesgleichen sucht.
- EBIT nach Segmenten:
- MuM-Software: 32,4 Mio. Euro (+5,9 %)
- Digitalisierung: 16,7 Mio. Euro (+5,2 %)
Bereinigt um einmalige, nicht operative Kosten von 2,4 Mio. Euro – etwa für Personalabfindungen und Effizienzmaßnahmen – lag das operative EBIT sogar bei 51,5 Mio. Euro (+11 %).
Die Wachstumsbilanz beeindruckt auch in der Langfristperspektive:
Seit 2015 legte das EBIT im Schnitt um 19 % jährlich zu – der Rohertrag „nur“ um 8 %. Das zeigt: MuM wächst nicht nur, sondern wird stetig profitabler.
Gewinne und Dividende steigen auf Allzeithoch
Unter dem Strich erreichte der Nettogewinn nach Anteilen Dritter 31,7 Mio. Euro – ein Zuwachs von 5,5 % gegenüber dem Vorjahr (30,1 Mio. Euro).
Das Ergebnis je Aktie stieg auf 1,90 Euro, und als weitere positive Nachricht soll die Dividende auf 2,00 Euro je Aktie erhöht werden (Vorjahr: 1,85 Euro, +8 %).
Das bedeutet: Gewinne und Ausschüttungen wachsen im Gleichschritt – ein klares Signal an Anleger, dass MuM seine profitable Wachstumsstory fortsetzt.
Seit 2015 liegt das durchschnittliche Wachstum bei +23 % p.a. – ein Ausnahmewert im europäischen Small-Cap-Sektor.
Vorstand bleibt ehrgeizig: Gewinnverdopplung bis 2030 im Visier
Langfristig will Chairman Adi Drotleff zusammen mit CFO Markus Pech den Gewinn weiter skalieren:
„Unser oberstes Ziel ist die Verdoppelung des EPS auf über 380 Cent bis 2030. Das dafür nötige Gewinnwachstum von durchschnittlich +15 % pro Jahr ist realistisch.“
MuM kann sich eine Vollausschüttung der Gewinne leisten, betont das Management, da die Softwareentwicklung (2025: >28 Mio. Euro) größtenteils direkt in den laufenden Betriebskosten verbucht wird und kaum aktiviert wird – ein transparenter und konservativer Bilanzierungsansatz.
Das unterstreicht die Cash-Kraft und den operativen Realismus des Unternehmens – ein Kontrast zu vielen wachstumsgetriebenen Software-Storys am Markt.
Ausblick: Stabil, wachstumsstark, aktionärsfreundlich
Mit einer EBIT-Rendite von über 20 %, zweistelligem Gewinnwachstum und hoher Dividendenquote zählt Mensch und Maschine zu den solidesten Mittelstands-Softwarewerten Europas.
Der Fokus bleibt auf kontinuierlichem Ausbau der proprietären Softwarelösungen im CAD/CAM/BIM-Bereich, parallel zum margenstarken Digitalisierungs- und Servicegeschäft.
Die Umstellung im Autodesk-Geschäft ist weitgehend abgeschlossen – die Effekte auf Umsätze und Marge dürften 2026 kaum noch spürbar sein. Analysten rechnen mit weiter steigenden Gewinnen und einer fortgesetzt attraktiven Dividendenrendite um 2–3 %, die durch dynamisches EPS-Wachstum flankiert wird.
Fazit: Ergebnisexplosion, Top-Marge – MuM bleibt ein deutscher Qualitätswert
Mit dem kräftigen EBIT-Sprung im Schlussquartal 2025 bekräftigt Mensch und Maschine seinen Ruf als ausdauernd wachstumsstarker Qualitätswert.
Die Kombination aus profitabler Softwareentwicklung, konservativer Bilanzierung, solider Dividendenpolitik und ambitioniertem Management macht die Aktie für Langfristinvestoren im Tech-Mittelstand besonders attraktiv.
Kurzfristige Umsatzrückgänge sind buchhalterische Effekte – operativ läuft das Geschäft besser denn je.















