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Die Hugo Boss AG (ISIN: DE000A1PHFF7) meldete am letzten Freitag mit den vorläufigen Zahlen, dass „Umsatz und Ergebnis im Jahr 2015 auf Rekordniveau“ gestiegen sind.

Allerdings blieb man trotz der erreichten Rekordzahlen teilweise hinter den selbst gesteckten Erwartungen zurück. Denn immer noch belasten allen voran die starken Rabatt-Aktivitäten im Bekleidungseinzelhandel die Umsatz- Ergebnisentwicklung des Modeunternehmens aus Metzingen. Hinzu kamen noch die zurückhaltende Konsumentennachfrage und der milde Winter. Weiterhin negativ läuft es für Hugo Boss vor allem in China und den USA, dort ging der Umsatz deutlich zurück.

Die Aktie reagierte auf die vorläufigen Zahlen am Freitag aber zunächst mit einem deutlichen Kursanstieg bis auf 74,12 EUR. Am Ende des Tages schloss das Papier dann mit 72,74 EUR und ging mit immerhin mit einem Plus von +2,58% üin das Wochenende. Zu Beginn der neuen Handelswoche nun hat die Aktie aber wieder kräftig abgegeben und notiert im aktuellen Tageshandel mit -7,16% im Minus.


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Umsatz und EBITDA steigen dank Europa in Q4 weiter an

Auf Basis der vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz im Q4 von 684 Mio. EUR (Q4 2014) auf 750 Mio. EUR um +10% an, währungsbereinigt lag der Zuwachs bei +5%. Für das Umsatzwachstum war vor allem der europäische Markt verantwortlich. Hier zeigten sich von Oktober bis Dezember solide Produktivitätszuwächse im eigenen Einzelhandel (Retail) und ein Wachstum im Großhandelsgeschäft um +10%. Insbesondere in Großbritannien und Südeuropa entwickelte sich das Geschäft sehr positiv.

Weiterhin rückläufig zeigte sich hingegen der Umsatz in Amerika (-1%) und Asien (-7%). Hugo Boss konnte zwar in den meisten asiatischen Märkten weiterhin ein Umsatzwachstum verzeichnen, doch der Umsatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich in China wog zu schwer, so dass das gesamte Ergebnis der Region Asien deutlich negativ ausfiel. In der Region Amerika war es der US-Markt, der sich weiterhin im niedrigen zweistelligen Prozentbereich unverändert zum Q3 rückläufig zeigte. Mit nicht näher benannten „entschiedenen Maßnahmen“ will Hugo Boss der Entwicklung in China und den USA jedoch entgegensteuern, um dort künftig wieder bessere Ergebnisse zu erzielen.

Konzernweit setzte Hugo Boss im vierten Quartal im Großhandelsgeschäft währungsbereinigt 3% mehr um, während die Einnahmen aus dem eigenen Einzelhandel um 6% zulegten. Flächenbereinigt ging der Umsatz bei letzterer Vertriebssparte jedoch um 1% zurück.

Das EBITDA vor Sondereffekten konnte der Modekonzern im Schlussquartal 2015 um 2% auf nunmehr 171 Mio. EUR verbessern. Im Q4 2014 lag das EBITDA bei 167 Mio. EUR.


Konzernumsatz steigt, EBITDA bleibt hinter Erwartungen zurück

Auf das Gesamtjahr gesehen, erreichte Hugo Boss einen Konzernumsatz von 2,81 Mrd. EUR (2014: 2,57 Mrd. EUR) und erzielte gegenüber dem Vorkahr einen Zuwachs von +9%, währungsbereinigt lag das Umsatzwachstum bei +3%.

Auch auf das gesamte Geschäftsjahr gesehen, war Europa mit einem Zuwachs von +6% stärkste Region. Das Geschäft in Amerika (-1%) und Asien (-3%) hingegen war bereinigt von Währungseffekten wie im Q4 auch rückläufig. Positiv hervorzuheben ist, dass der Umsatz aus dem eigenen Einzelhandel im abgelaufenen Geschäftsjahr um 15% verbessert werden konnte, währungsbereinigt um 7%. Die Einnahmen aus dem Großhandelsgeschäft waren demgegenüber um 3% rückläufig (währungsbereinigt).  

Das EBITDA vor Sondereffekten belief sich in 2015 auf 594 Mio. EUR (2014: 591 Mio. EUR). Es lag damit +1% über dem Ergebnis des Vorjahres. Mit diesem operativen Ergebnis blieb Hugo Boss hinter den eigenen Erwartungen zurück. Man selbst hatte mit einem Zuwachs zwischen 3% und 5% gerechnet.

Mit einem Gewinn vor Steuern von 419 Mio. EUR blieb man zudem 4% unter dem Vorjahresergebnis von 437 Mio. EUR. Die endgültigen Zahlen für das Gesamtjahr und das Q4 werden am 10. März veröffentlicht.


Aktie fällt im heutigen Handel um über 7%

Nachdem die Aktie in 2015 aufgrund des schwierigen Geschäftsumfelds, enttäuschender Zahlen und einer Gewinnwarnung von ihren Höchstständen im Frühling bei 116 EUR bis Jahresende bereits auf 76,16 EUR fiel, geht es zu Beginn des neuen Jahres erneut weiter abwärts.

Die Aktie notiert am Nachmittag bei 67,53 EUR und liegt damit -7,16% unter dem Schlusskurs von Freitag. Neben dem aktuell deutlich eingetrübten Börsenumfeld ist es vor allem auch das weiterhin herausfordernde Geschäftsumfeld, das Anleger aus der Aktie treibt.

Wenngleich es im Konzern durchaus auch positive Entwicklungen gibt, wie z.B. die Wachstumsraten der Damenmode, Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich der Kernmarke BOSS oder das starke Wachstum beim Online-Geschäft, so bleibt der Markt für die Bekleidungsindustrie durch die schrumpfenden Margen insgesamt schwierig.

Einige Analysten sehen das ganz ähnlich. So senkten die Analysten der Commerzbank nach der Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen das Kursziel bei gleichbleibender Empfehlung „Halten“ deutlich von 97 EUR auf nunmehr 80 EUR.

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Das Nebenwerte Magazin richtet seinen Fokus auf die Welt der deutschen Nebenwerte und hat sich zum Ziel gesetzt, Mid-Caps und Small-Caps aus Deutschland mehr in den Blickpunkt zu rücken.

Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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