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Die HelloFresh GmbH, Tochter der Rocket Internet SE (ISIN: DE000A12UKK6), soll demnächst in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden und dann sein IPO durchziehen.

Geplant ist eine Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Wann genau und unter welchen Bedingungen wurde indes noch nicht näher bekannt gegeben. Die 2011 gegründete Tochter aus der Start-up-Schmiede der Samwer-Brüder braucht nun frisches Kapital, um den Bekanntheitsgrad seines Lieferservices und das Wachstum entscheidend zu vergrößern. 


HelloFresh wird mit 2,6 Mrd. EUR bewertet

Aktuell zählt das Unternehmen 530.000 Abonnenten, mit inbegriffen sind hier aber auch Einmal- bzw.Probebesteller. Auf Basis der ersten neun Monate des Jahres 2015 konnte HelloFresh den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 384% auf 198 Mio. EUR nach oben schrauben. Profite konnte das Unternehmen aber nach dieser starken Umsatzverbesserung dennoch noch nicht erzielen. Ganz im Gegenteil: Aufgrund der Investitionen in das Wachstum fiel das Periodenergebnis für die ersten neun Monate in 2015 mit einem Verlust von 58,3 Mio. EUR deutlich höher aus, als noch in 2014 (-8,5 Mio. EUR).

Angesichts der Tatsache, dass das erst vier Jahre junge Unternehmen noch keine schwarze Zahlen schreibt, ist die jüngste Bewertung von HelloFresh sehr ambitioniert: 2,6 Mrd. EUR ist das Berliner Start-up laut der letzten Finanzierungsrunde im September wert. Ein halbes Jahr zuvor waren es noch gerade einmal 623,8 Mio. EUR. Wie kam es zu dieser Vervierfachung des Wertes?

Basis dieser Bewertung sind die 75 Mio. EUR, die der Investment Manager Baillie Gifford für 2,9% der Anteile an HelloFresh bereit war, zu zahlen. Ob diese Bewertung tatsächlich gerechtfertigt ist, wird sich zukünftig zeigen. Die anderen Anteilseigner wird es jedenfalls gefreut haben. Die 56,4% von Rocket Internet sind z.B. statt 351,82 Mio. EUR nun mit einem Schlag rund 1,47 Mrd. EUR wert. Auch Insight Venture Partners (19,5%), Phenomen Ventures (9,4%) und Vorwerk Direct Selling Ventures (4,6%) dürften nicht unglücklich über die neue Bewertung ihrer Beteiligung sein.

Ob jedoch der Markt bereit ist, diese Bewertung zu akzeptieren, wird sich ja demnächst recht anschaulich mit dem avisierten Börsengang zeigen.


Einnahme aus IPO soll ins Wachstum fließen

Finanzexperten zufolge will Rocket Internet und seine Tochter HelloFresh mit dem Gang an die Börse mittels Ausgabe neuer Aktien aus einer Kapitalerhöhung zwischen 300 Mio. EUR und 500 Mio. EUR einnehmen. Altaktionäre wollen sich dabei allenfalls im Rahmen einer Mehrzuteilung von eigenen Anteilen trennen, was natürlich Vertrauen schaffen könnte.

Der Börsengang des in Deutschland, den USA, Australien, Belgien, den Niederlanden, Österreich und Großbritannien agierenden Unternehmens wird dabei voraussichtlich von Goldman Sachs International, Morgan Stanley, JP Morgan und UBS begleitet.

Der nach eigenen Angaben führende globale Anbieter von personalisiertem frischen Essen für zu Hause will mit den Einnahmen seine finanzielle Flexibilität für Investitionen in das weitere Wachstum vergrößern. Vor allem eine Intensivierung des Marketings, um den Bekanntheitsgrad von HelloFresh zu steigern, dürften hier im Vordergrund stehen.

Eine Art Testlauf hat HelloFresh diesbezüglich sozusagen bereits in den USA gemacht: Hier haben die Berliner in der jüngsten Vergangenheit sehr stark ins Marketing, in die Produktinnovation, in verbesserte Verpackungsabläufe und in die Inbetriebnahme zweier neuer Fulfilment-Zentren investiert. Im Ergebnis haben gerade diese Investitionen zu dem starken Gesamtwachstum in den vergangenen neun Monaten beigetragen.

Ob sich allerdings das Angebot von HelloFresh in allen Ländern gleichermaßen erfolgreich vermarkten lässt, wird auch erst die Zukunft zeigen.

 


Womit verdient HelloFresh nun eigentlich Geld?

Das Geschäftsmodell von HelloFresh spricht vor allem wohl eine Zielgruppe an, die keine Lust mehr hat, Zeit und Hirnschmalz für das Kochen ihrer Mahlzeiten zu investieren. Was soll ich Kochen? Wo kauf ich was ein etc.? Diese Fragen nimmt das Konzept von HelloFresh seinen Kunden ab. Insbesondere  Single-Haushalte und kinderlose Haushalte sowie Haushalte mit zwei Vollzeitverdienern dürften hier ins Raster fallen.

Und so funktioniert es: HelloFresh bietet seinen Kunden verschiedene Kochboxen mit frischen und rezeptfertigen Zutaten an. Zur Auswahl stehen in Deutschland die Classic Box und die Veggi Box ab 4,50 EUR sowie eine Obst Box ab 14,99 EUR.

Abonnenten bestellen ihre Boxen online und erhalten sie dann im Wochenrhythmus zu einem gewählten Zeitpunkt direkt vor die Tür geliefert. Das lästige und zeitintensive Nachdenken über den Essensplan und das ständige Einkaufen fallen hier weg. HelloFresh gibt seinen Kunden vor, welche Gerichte sie kochen und liefert ihnen dazu genau abgepackte frische Zutaten. Die Kunden brauchen dann zu Hause nur noch die Rezepte nach Anweisung zubereiten.

In der nächsten Woche stehen bei Kauf der Classic Box z.B. Ofenkartoffeln und Schweinefilet mit Kräuterkruste und Schwarzwurzelgemüse oder aber Trofie-Pasta mit Karottengrün-Pesto und für alle, die es schärfer mögen, auch Gewürzte Kokos-Hähnchenspieße mit Brokkoli und Reis auf dem Speiseplan. Kunden haben die Wahl, im wöchentlichen Lieferrhythmus zwischen der Personenanzahl (2 oder 4) und der Anzahl der Gerichte (3 oder 5 Tage) zu wählen.


Rocket Internet Aktie: Nach Kurssturz, Boden gefunden

Die Aktionäre von Rocket Internet dürfte es freuen, dass HelloFresh vor hat,an die Börse zu gehen. Die Hoffnung ist dabei sicherlich, dass das IPO der Aktie von Rocket Internet wieder einmal einen Schub in Richtung Allzeithoch bei 57,08 EUR aus Februar 2015 geben könnte.

Seit Erreichen der Höchstmarke verlor die Start-up-Schmiede bis Ende September, als das Allzeittief bei 21,28 EUR erreicht wurde, fast 63% ihres Börsenwerts. In den letzten Wochen konnte sich die Aktie aber wieder ein wenig erholen und notiert derzeit bei 29,40 EUR. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei 4,85 Mrd. EUR. Sollte sich allerdings die Bewertung von HelloFresh demnächst durch den Börsengang bestätigen, könnte sich das somit natürlich sehr positiv auf den Kurs des größten Anteilhabers auswirken. Schließlich wäre dann ja allein diese Beteiligung von der Börse bestätigte 1,47 Mrd. EUR wert.

Nebenwerte im Blickpunkt

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Das Nebenwerte Magazin richtet seinen Fokus auf die Welt der deutschen Nebenwerte und hat sich zum Ziel gesetzt, Mid-Caps und Small-Caps aus Deutschland mehr in den Blickpunkt zu rücken.

Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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