HORNBACH trotzt schwachem Konsum: Umsatz wächst, Marktanteile steigen – kommt jetzt die nächste Offensive?

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HORNBACH zeigt 2025/26, wie robust ein stark positionierter Handelskonzern selbst in einem schwierigen Konsumumfeld sein kann. Trotz zurückhaltender Verbraucher und steigender Kosten gelingt es dem Baumarkt-Spezialisten, Umsatz und Marktanteile weiter auszubauen. Gleichzeitig bleibt das Ergebnis stabil. Für Anleger ergibt sich damit ein klares Bild: Wachstum ist da – aber die Margen stehen unter Druck.

Umsatz wächst weiter – Baumarkt bleibt Wachstumsmotor

Die HORNBACH Gruppe steigerte ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2025/26 um 3,8 Prozent auf 6,43 Milliarden Euro. Der wichtigste Treiber bleibt der Bereich HORNBACH Baumarkt, der rund 95 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht und um 4,0 Prozent zulegte.

Auch auf vergleichbarer Fläche zeigt sich ein solides Wachstum von 2,4 Prozent. Besonders bemerkenswert: Die Entwicklung basiert nicht nur auf Expansion, sondern auch auf steigender Kundenfrequenz.

Für Anleger ist das ein starkes Signal. Denn Wachstum im stationären Handel – kombiniert mit steigenden Marktanteilen – ist aktuell keine Selbstverständlichkeit.

Marktanteile steigen europaweit – Wettbewerb wird geschlagen

HORNBACH konnte seine Marktanteile in mehreren europäischen Ländern weiter ausbauen:

  • Deutschland: 15,7 %
  • Niederlande: 29,4 %
  • Österreich: 17,6 %
  • Schweiz: 15,0 %
  • Tschechien: 38,8 %

Das zeigt: Das Unternehmen gewinnt kontinuierlich Kunden – trotz eines insgesamt schwachen Marktes. Gerade im DIY-Sektor, der stark von Konsumlaune und Baukonjunktur abhängt, ist das ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Internationalisierung zahlt sich aus

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Auslandsgeschäft. Mittlerweile stammen über 53 Prozent des Umsatzes aus internationalen Märkten. Besonders stark wächst HORNBACH in Europa außerhalb Deutschlands.

Das ist entscheidend für die Zukunft. Während der deutsche Markt durch die schwache Baukonjunktur belastet wird, bieten andere europäische Länder deutlich bessere Wachstumschancen.

Für Investoren bedeutet das: HORNBACH ist längst kein rein nationaler Händler mehr, sondern ein europäischer Player mit breiter Basis.

Online wächst zweistellig – Interconnected Retail greift

Auch das Onlinegeschäft entwickelt sich dynamisch. Der Umsatz stieg um 7,1 Prozent auf 771,4 Mio. Euro. Der Anteil am Gesamtumsatz liegt nun bei 12,7 Prozent.

Damit zeigt sich, dass die Strategie des „Interconnected Retail“ funktioniert. Die Verzahnung von stationärem Handel und Online-Angebot wird zunehmend zum Erfolgsfaktor.

Gerade im DIY-Bereich, wo Beratung und Verfügbarkeit entscheidend sind, kann ein gut integriertes Omnichannel-Modell einen klaren Wettbewerbsvorteil schaffen.

Ergebnis stagniert – Kosten bleiben der Bremsklotz

Auf der Ergebnisseite zeigt sich jedoch die Kehrseite der Entwicklung. Das bereinigte EBIT lag mit 264,7 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Die EBIT-Marge sank leicht auf 4,1 Prozent.

Hauptgrund sind steigende Kosten:

  • Personalkosten stiegen um 4,5 Prozent
  • höhere Ausgaben für IT und Instandhaltung
  • Expansionseffekte durch neue Standorte

Das zeigt ein bekanntes Bild im Einzelhandel: Wachstum kostet. Gerade in einem Umfeld mit Inflation und steigenden Löhnen wird es schwieriger, Margen zu halten.

Für Anleger ist das der zentrale Punkt: HORNBACH wächst – aber nicht mit steigender Profitabilität.

Baustoffgeschäft bleibt Problemzone

Ein schwächerer Bereich bleibt die HORNBACH Baustoff Union. Der Umsatz ging leicht zurück, belastet durch die schwache Baukonjunktur in Deutschland.

Das ist wenig überraschend, zeigt aber die Abhängigkeit dieses Segments vom Immobilienmarkt. Solange sich die Bauaktivität nicht erholt, dürfte hier wenig Dynamik entstehen.

Expansion geht weiter – neue Märkte im Blick

Trotz der Herausforderungen investiert HORNBACH weiter in Wachstum. Neue Märkte wurden eröffnet, und die Expansion soll fortgesetzt werden – unter anderem mit einem geplanten Markteintritt in Serbien.

Das unterstreicht die langfristige Strategie: Marktanteile gewinnen, geografisch expandieren und die eigene Marktposition stärken.

Warum die Aktie interessant bleibt

HORNBACH ist kein klassischer Wachstumswert, sondern ein stabiler Handelskonzern mit klarer Strategie. Das Unternehmen zeigt, dass es auch in schwierigen Zeiten wachsen kann und gleichzeitig Marktanteile gewinnt.

Für Anleger ergibt sich eine interessante Konstellation:

  • stabiles Umsatzwachstum
  • starke Marktposition
  • zunehmende Internationalisierung
  • funktionierendes Omnichannel-Modell

Dem gegenüber stehen steigende Kosten und stagnierende Margen.

Fazit: Solider Performer mit Potenzial – aber ohne Margenfantasie

HORNBACH bleibt ein verlässlicher Wert im europäischen Einzelhandel. Das Unternehmen wächst, gewinnt Marktanteile und baut seine Position weiter aus.

Der nächste Schritt für die Aktie wird jedoch entscheidend sein: Kann HORNBACH die Margen wieder steigern, könnte der Markt den Titel neu bewerten. Bleibt der Kostendruck hoch, dürfte die Entwicklung moderat bleiben.

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