Deutsche Beteiligungs AG meldet nächsten Exit: Kraft & Bauer geht an Grohe-Familienholding – Private Equity cash’t im Brandschutz ab

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Deutsche Beteiligungs AG setzt im Exit-Markt ein Ausrufezeichen: Gemeinsam mit dem von ihr beratenen DBAG Fund VII verkauft sie die Beteiligung an Kraft & Bauer an Syngroh Capital, die Beteiligungsgesellschaft der Familie Grohe. Bemerkenswert: Vereinbarung und Vollzug der Transaktion erfolgten bereits – der Deal ist also nicht nur angekündigt, sondern abgeschlossen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Für Anleger ist das gleich doppelt interessant: Exit-Fähigkeit in einem anspruchsvollen Markt – und ein Zielunternehmen, das perfekt in den aktuellen Industrie-Trend passt: Sicherheit, Automatisierung, regulatorische Anforderungen.

Was macht Kraft & Bauer so attraktiv?

Kraft & Bauer entwickelt, produziert und installiert Brandschutzsysteme für Präzisions-Werkzeugmaschinen. Diese Systeme sind in Hochleistungs-Fräs-, Dreh- und Schleifmaschinen mit erhöhtem Brandrisiko im Einsatz – und verhindern genau das, was in modernen Fabriken richtig teuer wird: ungeplante Stillstände, Sachschäden, Produktionsausfälle.

Der Knackpunkt aus Investorensicht: Es geht nicht nur um Einmalverkauf. Nach der Installation braucht es regelmäßige Inspektion und Wartung – das schafft wiederkehrende Serviceerlöse und macht das Geschäftsmodell in der Regel robuster als klassische Projekt-Industrie.

DBAG-Track Record: Seit 2018 im Boot – jetzt Staffelstab an Syngroh

DBAG und Fund VII waren seit 2018 Mehrheitsinvestor – im Rahmen eines Management-Buy-outs. Seitdem habe Kraft & Bauer die Marktposition weiter gefestigt und die internationale Präsenz über die Kernmärkte DACH und Italien hinaus ausgebaut.

DBAG sieht nun den Zeitpunkt als passend, die Beteiligung an einen Eigentümer zu übergeben, der den nächsten Wachstumsschritt begleitet – und „ein hohes Maß an Kontinuität und langfristiger Orientierung“ mitbringt. Genau hier passt Syngroh als Familienholding in die Story.

Tom Alzin, Sprecher des DBAG-Vorstands, ordnet den Exit so ein:
„Dass Syngroh Capital jetzt den Staffelstab übernimmt, sehen wir als Bestätigung für die Qualität des Geschäftsmodells und die Arbeit der Belegschaft in den vergangenen Jahren. Für unsere Fondsinvestoren ist dieser Exit ein weiterer Beleg dafür, dass sich die Spezialisierung auf industrielle Nischen lohnt.“

Warum dieser Exit für DBAG-Aktionäre wichtig ist

Bei börsennotierten Private-Equity-Häusern wie DBAG schaut der Markt besonders auf drei Punkte:

  1. Exit-Pipeline wird real: Ein Verkauf ist immer die stärkste Form von „Wert ist da“ – deutlich stärker als Buchgewinne.

  2. Industrie-Nischen funktionieren: Kraft & Bauer sitzt in einem Segment, das stark von Megatrends lebt – Sicherheitsanforderungen, Automatisierung, regulatorischer Druck.

  3. Wiederkehrende Erlöse als Bewertungshebel: Der Ausbau des Servicegeschäfts (Wartung/Inspektion) kann in Transaktionen die Multiple-Fähigkeit erhöhen.

Dass der Käufer eine langfristig orientierte Familienholding ist, kann zudem ein Signal sein: Das Geschäft gilt als so stabil und skalierbar, dass nicht nur Finanzinvestoren, sondern auch strategisch geduldiges Kapital zugreift.

Deutsche Beteiligungs AG Management: „DNA bewahrt“ – und jetzt Internationalisierung

Auch aus dem Unternehmen selbst kommt der typische MBO-Blick auf die letzten Jahre:

Klaus Bauer, Gründer und Beiratsvorsitzender, sagt:
„Wir haben Prozesse professionalisiert, unser Servicegeschäft ausgebaut und neue Kunden gewonnen – ohne unsere DNA als mittelständisches Technikunternehmen zu verlieren.“

Und Geschäftsführer Frank Foddi kündigt den nächsten Schritt an:
„Wir wollen unser Know-how in weiteren Märkten ausspielen und noch stärker davon profitieren, dass sichere und stabile Produktionsprozesse für unsere Kunden heute wichtiger sind als je zuvor.“

Syngroh Capital sieht genau darin den Hebel. Richard Grohe, Geschäftsführer von Syngroh, betont die Ausrichtung auf Serviceerlöse, internationale Präsenz und skalierbare Strukturen – und kündigt an, Kraft & Bauer bei Internationalisierung und Ausbau aktiv zu unterstützen.

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