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Mit den Aktien der Deutschen Forfait und von GFT Technologies ist schon länger kein Blumentopf (mehr) zu gewinnen. Beide haben die Anleger enttäuscht, doch es bestand wieder Aussicht auf Besserung.

Daher hatte ich beide Werte vor einiger Zeit auf meine Empfehlungsliste genommen und heute ist Zeit für einen Sachstandsbericht. Und ggf. Konsequenzen.


DF Deutsche Forfait

Im November hatte ich drei Turnaroundwerte vorgestellt, die Deutsche Forfait, SBF und die UeT United Electronic Technology. Während bei SBF und UeT die unternehmerische Gesundung vorankommt und sich dieses auch im Aktienkurs widerzuspiegeln beginnt, darbt die DF vor sich hin. Und das hat leider handfeste Gründe. Denn bereits Mitte Januar traf das Unternehmen die Hiobsbotschaft, dass Großaktionär und Vorstandsvorsitzender Dr. Shahab Manzouri aufgrund einer längeren Erkrankung für etwa drei Monate seine Vorstandspflichten nicht wahrnehmen könne.

Er war/ist der Garant für den Neustart der DF, nicht nur wegen seines finanziellen Engagements, sondern insbesondere wegen seiner hervorragenden geschäftlichen Verbindungen in den Iran, die die Basis für den Neuanfang sein sollten. Auf der kürzlich abgehaltenen Hauptversammlung musste der Vorstand der DF mitteilen, dass Dr. Manzouri weiterhin ernsthaft erkrankt ist und man darauf hoffe, dass er nun zum Jahresende wieder an Bord kommen könne.

Es würden jedoch bereits auch schon Gespräche für eine Alternative geführt. Des Weiteren habe man bisher kaum Neugeschäft generiert und daher sei die Jahresprognose von 300 Mio. Euro Umsatz unter erhöhten Vorbehalt zu stellen. Dennoch laufen die Kosten ja weiter, so dass die DF momentan ordentlich Verluste schreibt. Die Kosten belaufen sich aktuell auf rund 400.000 Euro pro Monat und das bringe mit sich, dass man zwischen 4 und Mio. Euro an Erträgen bräuchte, um diese zu erwirtschaften.

Die Margen würden sich zwischen 1 und 2 Prozent bewegen, daher reden wir von einem Geschäftsvolumen im hohen dreistelligen Millionenbereich, das zur Finanzierung des Unternehmens notwendig ist. Bilanziell ist die DF nach dem Neustart noch ganz gut aufgestellt mit 9,5 Mio. Euro Eigenkapital. Im ersten Quartal wurde ein Minus von 400.000 Euro erzielt, so dass erkennbar ist, dass dieser Schwebezustand nicht von Dauer sein kann und darf, ohne die Gesellschaft erneut existenziell zu gefährden.

 

DF Deutsche Forfait AG
Chart: DF Deutsche Forfait AG | Powered by GOYAX.de


GFT Technologies

Das Unternehmen ist ein IT-Dienstleister mit Spezialisierung auf die Bereiche Finanzdienstleistungen und Logistik, also zwei Sparten, in denen in den nächsten Jahren weitere bedeutende Rationalisierungen anstehen und somit erhebliche Investitionen in die IT-Infrastruktur. Nachdem GFT zu den Highflyern des Jahres 2015 gehörte, stürzte der Kurs von 32 auf 21 Euro ab und das war einer satten Umsatz- und Gewinnwarnung geschuldet.

 

GFT Technologies SE
Chart: GFT Technologies SE | Powered by GOYAX.de
 

Da GFT in einer boomenden Branche aktiv ist und in der Vergangenheit zu den großen Profiteuren der zunehmenden Digitalisierung des Finanzsektors gehörte, spekulierte ich vor gut einem Jahr auf eine nur vorübergehende Abschwächung. Doch GFT enttäuschte erneut und musste seine Jahresprognosen für 2016 senken, die man dann allerdings mit knapper Not einhalten konnte. Obwohl das Unternehmen stark in GB aktiv ist, sah der Vorstand eine Veranlassung, sich über die Folgen des Brexit Sorgen zu machen.

Im Gegenteil: der Vorstand stellte GFT sogar als potenziellen Gewinner der Situation dar. Bis dann diese Woche eine erneute Prognoseverfehlung samt Umsatz- und Gewinnwarnung die Märkte schockte. Nicht nur GB, sondern auch im Hoffnungsträgerland USA liefen die Geschäfte schlechter als erwartet, wurden Projekte verzögert oder in weite Ferne verschoben. Die neue Vorstandschefin konnte also an den negativen Eindruck, den ihr Vorgänger zuletzt hinterlassen hatte, nahtlos anknüpfen.

 

Lesen Sie die Einschätzungen von Michael C. Kissig zu DF Deutsche Forfait und zu GFT Technologies auf www.intelligent-investieren.net.

 


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kissigMichael C. Kissig studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst er zudem regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

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