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Die Aktionäre der Aixtron SE (ISIN: DE000A0WMPJ6) hatten in den letzten Jahren nur wenig zu lachen. Der nachhaltige Einbruch beim einstigen Marktführer im Bereich von Beschichtungsanlagen für die Halbleiterindustrie, insbesondere für die Herstellung von LEDs, begann 2011 und wirkt noch heute spürbar nach.

Im Jahr 2011 rauschte die Aktie von Aixtron in der Spitze um -75% quasi ins Bodenlose. Von 33,48 EUR ging es im Sturzflug auf 8,36 EUR. Verantwortlich dafür waren Überkapazitäten der LED-Hersteller, dem Hauptabnehmern von Aixtron. Die Folge davon war ein Zusammenbruch des LED-Markts, der dem damaligen Hoffnungsträger mit sich herunterzog.


Umsatz- und Gewinnhistorie spiegeln gefallenen Börsenkurs wider

Das Jahr 2010 war ein exzellentes Geschäftsjahr für Aixtron, sowohl was den Umsatz anbelangt, als auch was das Konzernergebnis betrifft: Mit 783,8 Mio. EUR erwirtschaftete das Unternehmen rund 480 Mio. EUR mehr als ein Jahr zuvor. Und der Gewinn fiel mit 192,5 Mio. EUR mit einem Plus zum Vorjahr von knapp 330% noch sehr viel besser aus. Der Geschäftsbericht war seinerzeit mit Aussasgen wie „Glänzende Perspektiven“ und anderen positiven Zukunftsaussichten durchsetzt. Kein Wunder also, dass der Aktienkurs Anfang 2011 EUR erstmals seit 2001 wieder mit 33,48 jenseits der 30 EUR-Marke notierte.

Doch Aixtron konnte das hohe Niveau nicht halten. Weder beim operativen Geschäft, noch an der Börse. Der trotz erhöhter Nachfrage nach LEDs durch Überkapazitäten einbrechende LED-Markt versetzte Aixtron einen empfindlichen Schlag. Zwar setzte man in 2011 immerhin noch 611 Mio. EUR um, doch die Aussichten verdunkelten sich aufgrund des Marktumfelds drastisch. Und das, obwohl der Gewinn für die Herzogenrather immerhin noch bei 79,5 Mio. EUR lag. Die schlechten Aussichten für das Geschäft machten sich sodann auch ann der Börse bemerkbar. Unaufhaltsam rutschte der Kurs nach unten so dass die Aktie Ende November 2011 nur noch bei 8,36 EUR stand.

2012 und 2013 wurden für Aixtron dann zwei ganz schwere Jahre. Der Umsatz ging zunächst auf 227,8 Mio. EUR (2012) und ein Jahr später waren es gar nur noch 182,9 Mio. EUR. Von Gewinnen war Aixtron mit einem Male plötzlich ebenfalls weit entfernt. In 2012 schloss man das Geschäftsjahr mit einem Minus von 145,4 Mio. EUR ab, 2013 stand ebenfalls ein Verlust von satten 101 Mio. EUR zu Buche. Die Aktie hatte sich in dieser Zeit auf einem Kursniveau zwischen 10 EUR und 13 EUR eingependelt.

Es lief somit wenig erfreulich. Im letzten Jahr nun konnte Aixtron beim Umsatz und Gewinn zwara den Turnaround schaffen, so setzte man mit 193,8 Mio. EUR wieder mehr als im Vorjahr um und verringerte den Verlust um 39 Mio. EUR auf 62,5 Mio. EUR. Doch einen positiven Impuls gab es der Aktie nicht. Ganz im Gegenteil, es ging unter die 10 EUR-Marke bis auf ein Mehrjahrestief bei 4,92 EUR (August 2015). Das war der vorläufige Höhepunkt einer bitteren Talfahrt.


Kurzfristige Gegenbewegung oder nachhaltiger Turnaround?

Seit rund drei Wochen befindet sich die Aixtron-Aktie nun wieder in einer Aufwärtsbewegung. Seit dem Tief aus August bei 4,92 EUR ging es bis aktuell 6,54 EUR rauf. Ein Plus von fast 33%. Aber warum?

Die Halbjahreszahlen Ende Juli waren sicher nicht der Grund für den plötzlichen Anstieg. So blieb Aixtron mit einem Umsatz von 80,7 Mio. EUR gut 10% unter den Zahlen des Vorjahreszeitraums und schnitt auch beim EBITDA mit einem Minus von 21,8 Mio. EUR deutlich schlechter ab, als noch im ersten Halbjahr 2014 (-13,4 Mio. EUR). Positiv war lediglich der Auftragseingang, der sich um 2% auf 101,4 Mio. EUR verbesserte.

Trotz des Umsatzrückgangs hat der Vorstand jedoch an seiner Prognose für 2015 festgehalten. Demnach will Aixtron zwischen 220 Mio. EUR und 250 Mio. EUR an Umsatz anfahren. Damit läge man 13,5% bzw. 29% über dem Umsatz aus 2014.

Diese optimistische Einschätzung fußt zum einen auf der Annahme weiterhin positiver Währungseffekte, aber basiert auch auf der Erwartung einer guten Auftragslage. Immerhin hat Aixtron zuletzt bereits einige Aufträge vermelden können: Zum einen für die neue MOCVD-Anlagegeneration AIX R6  an den Bestandskunden Epileds aus dem Bereich der LED-Chipherstellung, zum anderen für das CCS-System an Ashai Kasei zur Pilotproduktion von ultravioletten LEDs und zu guter Letzt vor ein paar Tagen für die erste Optacap-200 Verkapselungsanlage zur Abscheidung von OLED-Barriereschichten für einen asiatischen Display-Hersteller. Letztere Technologie hatte Aixtron im April dieses Jahres durch den Kauf von PlasmaSi Inc. ins Portfolio hinzugewonnen.

Zudem steht immer auch noch ein Großauftrag des chinesischen Unternehmens San’an Optoelectronics aus. In 2014 hatte das Unternehmen 50 MOCVD-Anlagen bei Aixtron bestellt. Der Auftrag konnte bis dato noch nicht verbucht werden, da San’an die Anlagen bisher noch nicht abgenommen hat.

Unterm Strich könnte der zuletzt gesehene Anstieg also durchaus eine Spekulation auf eine wieder positivere Geschäftsentwicklung bei Aixtron sein.

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