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Standard Industries Inc. hat zum Abschluss der erweiterten Angebotsfrist über ihre Tochter Marsella Holdings S.à.r.l. 93,8% der Anteile an Braas Monier Building Group S.A. (ISIN: LU1075065190) übernommen.

Dies verkündete das US-Unternehmen gestern in einer Meldung. Sollten die zuständigen Behörden die Freigabe erteilen, kann die Übernahme abgeschlossen werden. Zu Beginn der Übernahmebemühungen seitens Standard Industries hatte sich das Management von Braas Monier noch wegen des zu niedrigen Angebotspreises von 25 EUR je Aktie gegen eine Übernahme ausgesprochen.

Im Dezember 2016 erfolgte nach einem turbulenten Hin und Her dann doch noch die Einigung.


Rechtliches Scharmützel um Bonusaktien brachte Einigung

Über mehrere Wochen beharrten beide Parteien auf ihren jeweiligen Positionen: Das Management von Braas Monier lehnte das Übernahmeangebot von Beginn an als zu niedrig ab und Standard Industries verharrte auf dem Standpunkt, dass die angebotenen 25 EUR je Aktie vollkommen dem des im SDAX notierten Unternehmens gerecht werde.

In verschiedentlichen Mitteilungen beider Unternehmen fand ein intensiver Schlagabtausch statt. Ende November kündigte Braas Monier dann überraschend eine Kapitalerhöhung um 10% des ursprünglichen Grundkapitals an. 3.916.666 neue Aktien sollten den Aktionären ohne Bezahlung (Bonusaktien) im Verhältnis 10:1, d.h. eine neue Aktie für jede zehnte alte Aktie, bis zum 23. Dezember ins Depot gebucht werden.

Mit selbiger Meldung hatte das Management von Braas Monier den Aktionären zudem eine Zwischendividende für die alten und neuen Aktien in Höhe von 0,57 EUR in Aussicht gestellt. Diese sollte Anfang 2017 ausgezahlt und auf die avisierte reguläre Dividende von 0,70 EUR je Aktie für das Geschäftsjahr 2016 angerechnet werden.

Allerdings hatte die Marsella Holdings als Bieterin etwas gegen dieses Vorgehen und sah in der Ausgabe von Aktien ohne Gegenleistung einen Versuch, den Angebotspreis auf unerlaubte Weise zu erhöhen. Die Tochter von Standard Industries erwirkte Anfang Dezember sodann eine einstweilige Verfügung vom zuständigen Luxemburger Gericht. Braas Monier wiederum beantragte in Reaktion darauf die Aufhebung der einstweiligen Verfügung.

Bevor es zu einer gerichtlichen Entscheidung in der Angelegenheit kam, veröffentlichte Braas Monier am 18. Dezember in einer weiteren Meldung, dass man sich mit Standard Industries auf ein geändertes Angebot im Rahmen eines Business Combination Agreement geeinigt hat.

Die Vereinbarung sah vor, dass der US-Konzern sein Angebot um 0,27 EUR auf 25,27 EUR je Aktie erhöht und der avisierten Kapitalerhöhung durch die Rücknahme der eingereichten Klage gegen Braas Monier „Grünes Licht“ erteilt, so dass für Aktionäre bei Annahme des Angebots ein „ökonomischer Wert“ von seinerzeit 28,50 EUR je Aktie zustande kam. Weiterhin informierte Braas Monier darüber, eine Zwischendividende von 0,64 EUR zum Stichtag 28. Dezember auszuschütten, die am 5. Januar 2017 ausgezahlt werden sollte.


Vollzug der Übernahme im ersten Quartal erwartet

Wie Standard Industries nunmehr gestern mitteilte, geht man unter der Annahme, dass alle in den Angebotsunterlagen aufgeführten kartellrechtlichen Freigaben erteilt werden, von einem Vollzug der Übernahme von Braas Monier bis Ende März 2017 aus.

Am vergangenen Mittwoch (25. Januar) endete die erweiterte Annahmefrist. Bereits nach der regulären Angebotsfrist bis zum 6. Januar hatte Standard  Industries sich über die Tochter Marsella Holdings rund 73,3% der Anteile an Braas Monier gesichert. Bis letzte Woche Mittwoch erhöhte sich der Anteil nochmals auf 93,8%, was einer Aktienanzahl von 40.415.615 entspricht.

Standard Industries‘ Co-CEO David Winter zeigte sich über die bevorstehende Eingliederung von Braas Monier in die US-Konzerngruppe erfreut: „Wir freuen uns darüber, mit Standard Industries und Braas Monier zwei hochkomplementäre Geschäfte zusammenzubringen. Damit treiben wir unser Vorhaben, ein erstklassiges, weltweit führendes Unternehmen für Dachbaustoffe und Dachabdichtungsprodukte zu werden, weiter voran.


Aktie von Braas Monier wird im SDAX ausgetauscht

Bereits am 9. Januar hatte die Deutsche Börse darüber informiert, dass die bis dahin im SDAX befindliche Aktiengattung (ISIN:  LU1075065190) ab dem 12. Januar durch die zum Umtausch eingereichte Gattung (ISIN: LU1498426326) ersetzt wird.

 

Braas Monier Building Group S.A.
Chart: Braas Monier Building Group S.A. | Powered by GOYAX.de
 

Nach Abschluss der endgültigen Annahmefrist für das Übernahmeangebot seitens Marsella Holdings sollte dann die Entscheidung fallen, ob Braas Monier mit der vorherigen Aktiengattung wieder in den SDAX zurückkehrt oder ein anderes Unternehmen den Spezialisten von Produkten für das geneigte Dach ersetzt.

Da Marsella Holdings nun 93,8% an Braas Monier hält, ist der Streubesitz unter die kritische Grenze von 10% gefallen. Die Deutsche Börse wird somit in den nächsten Tagen einen Nachfolger für Braas Monier im SDAX bestimmen. Favorisierter Kandidat ist laut Analysten von Reuters (Quelle: Handelsblatt) der Sportwetten-Anbieter bet-at-home.com AG (ISIN: DE000A0DNAY5).

 

Mit Material von Braas Monier Building Group S.A.

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